Was ist die Letzte Ölung?

So wie die Taufe, die Firmung und die Ehe, ist auch die Letzte Ölung ein Sakrament der römisch-katholischen Kirche. Die Letzte Ölung, wie sie noch bis Ende 1973 an Schwerkranke gespendet werden durfte, sah folgendermaßen aus: Ein Priester salbte Augen, Ohren, Nase, Mund, Hände und Füße des Kranken und sprach dabei folgende Sätze: "Durch diese heilige Salbung und durch seine mildreiche Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du gesündigt hast durch Sehen, Hören, Reden, Riechen, Tasten und Tun. Amen." Dieses frühchristliche Ritual lässt sich bis ins Neue Testament verfolgen. Auch in der Antike wurde die Salbung als Mittel der Heilung gesehen. In der Arena rieben sich Ringkämpfer vor dem Kampf mit Öl ein, um sich den Griffen des Gegners geschmeidig zu entwinden. Öl half dabei auch, die Wunden schneller heilen zu lassen.

"Letzte Ölung" wurde durch die "Krankensalbung" ersetzt

Heutzutage wird die "Letzte Ölung" als "Krankensalbung" bezeichnet. Dabei salbt der Priester nur noch die Stirn (für die Seele) und die Handinnenflächen (für den Körper) und spricht das Gebet. Benutzt wird dafür ein vom Bischof gesegnetes Krankensalbungsöl, zumeist Olivenöl. Empfangen dürfen die Krankensalbung Katholiken oder Mitglieder einer christlichen Kirche, die schwer krank sind.

Krankensalbung ist kein Sakrament des Todes

Viele (miss)verstehen die Letzte Ölung bzw. die Krankensalbung ausschließlich als ein Sakrament des Todes, weil der Priester in allerletzter Minute, oft zu spät, zu Todkranken gerufen wurde. Das Gebet und die Salbung sollten jedoch, dem ursprünglichen Sinn nach, den Kranken vor dem Tod retten und ihn gesunden lassen. In der Bibel steht, dass Jesus viele Kranken heilte. Man nannte ihn daher auch "Heilland". Salben heißt auf Hebräisch "Mashiah" und wurde im deutschen Volksmund zu "Messias". Der griechische Name für salben ist "Chriein", wovon "Christus" (der Gesalbte) abgeleitet wurde.

Aktualisiert: 16.04.2012

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