Wie wirft eigentlich eine Eidechse ihren Schwanz ab?

Eidechse
© svklimkin

Wie so mancher vor lauter Stress mal "den Kopf verliert", so können viele Echsen in gefährlichen Situationen ihren Schwanz verlieren. Werden Eidechsen von Angreifern bedroht, werfen sie ihn einfach ab. Der Schwanz bewegt sich durch aktive Nerven und Muskeln noch bis zu 20 Minuten weiter und lenkt den Feind von seiner eigentlichen Beute ab. In der Zwischenzeit kann die Echse fliehen und sich in Sicherheit bringen.

Aber wie funktioniert das Abwerfen genau?

Die Tiere haben in den Schwanzwirbeln so genannte Sollbruchstellen. An diesen Bruchstellen ist das Binde- und Muskelgewebe schwächer. So kann sich das Tier durch eine kurze, kräftige Kontraktion der Ringmuskeln seines Schwanzes entledigen. Die Bruchstellen befinden sich ab dem sechsten Wirbel abwärts. Die Eidechse kann den Schwanz dadurch in beliebiger Länge abkappen. Der Schwanz wächst wieder nach, da das Reptil ihn als Energiespeicher und zur Fortbewegung braucht. Was nach einem genialen Streich der Natur klingt, hat aber auch seine Nachteile.

Der Schwanz der Echsen ist meist farbenfroh und auffällig. An diese Pracht reicht das nachwachsende Stück jedoch nicht heran. Damit muss besonders die männliche Echse Schattenseiten in Kauf nehmen. Ein geringerer sozialer Status und Paarungsnachteile ergeben sich für das Männchen. Im Gegensatz zum "Original", hat der nachgewachsene Schwanz nur einen ungegliederten Knorpelstab im Inneren, auch hat er keine Sollbruchstellen mehr. Bei Gefahr kann die Echse den Schwanz nur noch an höher gelegenen Wirbeln abkappen.

Außerdem ist das Tier in der Regenerationsphase des Schwanzes weniger beweglich, so dass es Gefahr läuft, Feinden zum Opfer zu fallen.

Aktualisiert: 25.09.2018
Autor*in: animal

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