Was ist ein Astrozytom?

Auch wenn es nach Sternbildern, Tarot und Astrologie klingt – ein Astrozytom ist leider ganz und gar nicht himmlisch. Astrozytome zählen nämlich zu den häufigsten Formen von Gehirntumoren. Sie können jedoch sowohl gutartig als auch bösartig sein. Eine Heilung ist möglich, besonders, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann.

Astrozytom: Schweregrad

Je nach Schweregrad unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vier verschiedene Arten von Astrozytomen:

  • Pilozytisches Astrozytom (WHO Grad I): gutartig, langsam wachsend, gute Heilungschancen
  • Diffuses Astrozytom (WHO Grad II): noch gutartig, langsam wachsend, Übergang in bösartigen Tumor möglich
  • Anaplastisches Astrozytom (WHO Grad III): bösartig, rasch wachsend, OP und Strahlen- oder Chemotherapie nötig
  • Glioblastom (WHO Grad IV): häufigste und bösartigste Form der Astrozytome, rasch und diffus wachsend, schlechte Prognose

Bösartige Gehirntumoren wachsen nicht nur schnell, sondern auch diffus in das Gewebe hinein. Dies macht eine vollständige Entfernung teils unmöglich. Außerdem hinterlassen hochgradige Tumoren nach der OP oft einzelne Zellen, was den Krebs schnell zurückkommen lässt.

Auch gutartige Tumore können gefährlich sein

Gutartig heißt jedoch nicht, dass der Tumor harmlos ist, sondern lediglich, dass er nicht in das umgebende Gewebe hineinwächst und metastasiert. Dennoch wachsen auch gutartige Astrozytome rasch und können so den Hirndruck erhöhen oder den Abfluss der Gehirnflüssigkeit erschweren, was für den Patienten lebensgefährlich sein kann.

Was ist die Ursache eines Astrozytoms?

Die Ursachen für einen Gehirntumor sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Ärzte und Forscher vermuten jedoch, dass ein ungesunder Lebenswandel im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen bei einem Gehirntumor eher nebensächlich ist. Hier werden vielmehr die Ursachen in ionischer Strahlung, hormoneller und genetischer Belastung gesucht.

Therapie eines Astrozytoms

Ein Astrozytom besteht aus entarteten hirneigenen Zellen und entsteht im Stützgewebe des Hirns, der Glia. In der Therapie wird meist versucht, das Astrozytom operativ vollständig zu entfernen. Zusätzlich ist vor dem Eingriff eine Medikamententherapie mit Kortison nötig.

Ist eine Operation aufgrund der Lage des Tumors im Gehirn zu riskant, oder das Astrozytom gutartig, kann auch eine Strahlen- oder Chemotherapie helfen. Hochgradige Astrozytome wachsen oft so diffus, dass sie nicht vollständig entfernt werden können. Hier dient die OP dann eher der Verkleinerung der Tumormasse, um den Hirndruck zu verringern und den Zustand des Patienten zu verbessern.

Aktualisiert: 25.09.2018 – Autor: Kristina Klement

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