Was ist das Münchhausen-Syndrom?

Die Krankheit mit dem interessanten Namen geht tatsächlich auf das berühmte Vorbild Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen (1720-1797) zurück, auch der "Lügenbaron" genannt.

Krankheitsbild

Die Betroffenen, die unter einer schweren Persönlichkeitsstörung leiden, versuchen durch Vortäuschen einer Krankheit Aufmerksamkeit zu erhalten. Es geht ihnen um eine medizinische Behandlung, vorzugsweise um einen Krankenhausaufenthalt. Auch unangenehme oder schmerzhafte Untersuchungen oder Operationen werden in diesem Zusammenhang nicht gescheut.

Da sich die Betroffenen im Laufe ihre Erkrankung eine Menge medizinisches Wissen anlesen, sind sie bei der Schilderung ihrer Symptome sehr überzeugend. Oft bringen sie sich auch selbst Verletzungen bei. Die behandelnden Ärzte merken oft erst sehr spät, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Zumal die Betroffenen bei drohender Entdeckung oft die Einrichtung verlassen, um in einer anderen Klinik den medizinischen Apparat erneut in Bewegung zu setzen.

Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Diese Krankheit ist eine Variante des beschriebenen Syndroms. Die Eltern bringen ihre Kinder mit vorgetäuschten Erkrankungen zum Arzt und fordern eine Behandlung ein. Es handelt sich hierbei um eine Sonderform der Kindesmisshandlung, denn nicht selten werden den Kindern vorher Verletzungen beigebracht oder Medikamente verabreicht, die spezielle Symptome erzeugen.

Aktualisiert: 13.06.2018

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