Geschichte des Insulins

Nach den Fettstoffwechselstörungen ist die Zuckerkrankheit die häufigste Stoffwechselerkrankung in den industrialisierten Ländern. Charakteristisch für den Diabetes mellitus ist ein chronisch erhöhter Blutzucker, der Folge einer Störung im Blutzuckerregelkreis ist. Grund kann eine gestörte Insulinsekretion bzw. -produktion oder eine verminderte Insulinwirkung oder auch beides sein.

Vor der Entdeckung des Insulins

Bevor Insulin entdeckt wurde, und die ersten Menschen auch damit behandelt werden konnten, gab es für Typ-1-Diabetiker, bei denen ein absoluter Insulinmangel besteht, außer diätetischen Maßnahmen keine Behandlungsmöglichkeiten. Viele Typ-2-Diabetiker, bei denen i.d.R. eine verminderte Insulinwirkung im Vordergrund steht, werden ebenfalls mit Insulin behandelt, doch gibt es bei dieser Form der Zuckerkrankheit Alternativen.

Insulin heute

Die Verschreibung von Insulin ist heute zur Selbstverständlichkeit geworden. In Deutschland leiden ca. 5 Millionen Menschen an der Stoffwechselerkrankung, 2 Millionen sind insulinpflichtig. Sicherlich Grund Genug der bedeutenden Entdeckung dieses Hormons ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen.

1869

Paul Langerhans beschreibt inselartige Zellformationen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die nach im benannt wurden (Langerhanssche Inseln). Zu diesem Zeitpunkt war ihm nicht bekannt, dass es sich dabei um insulinproduzierende Zellen handelt.

1889

Zwanzig Jahre später entdeckten die beiden Wissenschaftler Joseph von Mering und Oskar Minkowski, dass es bei einem Hund, dem die Bauchspeicheldrüse entfernt wurde, zu den Symptomen der Zuckerkrankheit kommt. Sie folgerten daraus, dass der Pankreas für die Produktion eines Stoffes verantwortlich zeichnet, der in der Regulation des Zuckerstoffwechsels eine Rolle spielt.

1906

Der deutsche Internist Georg Ludwig Zülzer behandelt einen Patienten mit einem Pankreasextrakt. Das Befinden des Patienten bessert sich stetig, bis zum Absetzen des Präparates. Der Patient verstirbt.

1921

Sir Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best gelingt in den Laboren von John MacLeod die Isolation von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse.

1922

1922 konnte mit Hilfe des Biochemikers James Collip Insulin isoliert und gereinigt werden. Erstmals wird es einem Menschen verabreicht. 1923 erhielten John MacLeod und Sir Frederick Grant Banting den Nobelpreis für Medizin und Physiologie, den Sie mit Charles Herbert Best und James Collip teilten.

Seit 1923 werden Tausende Diabetiker mit dem lebenswichtigen Hormon behandelt. Bis 1982 das erste gentechnologisch hergestellte Insulin entwickelt wurde, gewann man es aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern und Schweinen.

Aktualisiert: 06.11.2017

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