Geschichte des Insulins

historische Insulinspritze © iStock.com/orcearo

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in den industrialisierten Ländern. Charakteristisch für den Diabetes mellitus ist ein chronisch erhöhter Blutzucker, der Folge einer Störung im Blutzuckerregelkreis ist. Grund kann eine gestörte Insulinsekretion bzw. -produktion, eine verminderte Insulinwirkung oder auch beides sein. Doch seit wann gibt es Insulin zur Behandlung von Diabetes, wer hat es entdeckt und wie sieht die Geschichte des Insulins aus?

Vor der Entdeckung des Insulins

Bevor Insulin entdeckt wurde und die ersten Menschen auch damit behandelt werden konnten, gab es für Typ-1-Diabetiker, bei denen ein absoluter Insulinmangel besteht, außer diätetischen Maßnahmen keine Behandlungsmöglichkeiten. Viele Typ-2-Diabetiker, bei denen in der Regel eine verminderte Insulinwirkung im Vordergrund steht, werden heute ebenfalls mit Insulin behandelt, doch gibt es bei dieser Form der Zuckerkrankheit Alternativen.

1869

Paul Langerhans beschreibt inselartige Zellformationen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die nach ihm benannt wurden (Langerhanssche Inseln). Zu diesem Zeitpunkt war ihm nicht bekannt, dass es sich dabei um insulinproduzierende Zellen handelt.

1889

Zwanzig Jahre später entdeckten die beiden Wissenschaftler Joseph von Mering und Oskar Minkowski, dass es bei einem Hund, dem die Bauchspeicheldrüse entfernt wurde, zu den Symptomen der Zuckerkrankheit kam. Sie folgerten daraus, dass der Pankreas für die Produktion eines Stoffes verantwortlich zeichnet, der in der Regulation des Blutzuckerstoffwechsels eine Rolle spielt.

1906

Der deutsche Internist Georg Ludwig Zülzer behandelte einen Patienten mit einem Pankreasextrakt. Das Befinden des Patienten besserte sich stetig, bis zum Absetzen des Präparates. Der Patient verstarb.

1921

Sir Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best gelang in den Laboren von John MacLeod die Isolation von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse.

1922

1922 konnte mit Hilfe des Biochemikers James Collip Insulin isoliert und gereinigt werden. Erstmals wurde es einem Menschen verabreicht. 1923 erhielten John MacLeod und Sir Frederick Grant Banting den Nobelpreis für Medizin und Physiologie, den Sie mit Charles Herbert Best und James Collip teilten.

Seit 1923 werden Tausende Diabetiker mit dem lebenswichtigen Hormon behandelt. Bis 1976 das erste gentechnologisch hergestellte Insulin entwickelt wurde, gewann man es aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern und Schweinen.

1976

In diesem Jahr gelang es erstmals, Humaninsulin mithilfe von Colibakterien gentechnologisch herzustellen. Später wurden auch Hefepilze dafür eingesetzt. 1982 kam das so hergestellte Humaninsulin auf den breiten Markt.

1996

Künstliche Insulinanaloge wurden verfügbar. Sie wirken schneller als Humaninsulin und kommen somit an die Wirkungsweise von natürlichem Insulin heran.

Insulin heute

Die Verschreibung von Insulin ist heute zur Selbstverständlichkeit geworden. In Deutschland leiden viele Millionen Menschen an der Stoffwechselerkrankung, viele nutzen eine Insulintherapie. Die Entdeckung des Insulins war damit ein entscheidender Schritt in der Geschichte des Diabetes.

Quellen

Aktualisiert: 16.07.2020

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