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Untergewicht – Risiko und Therapie

Ebenso wie Übergewicht kann auch Untergewicht spezielle Gesundheitsrisiken bergen. Denn "dünn" bedeutet nicht unbedingt "gesund". Welche Risiken für die Gesundheit bestehen und wie man Untergewicht behandelt, erfahren Sie hier.

Gesundheitsrisiko von Untergewicht

Wer untergewichtig ist, ist nicht nur dünn, sondern kann ebenso an Diabetes (Zuckerkrankheit) erkranken wie Normal- oder Übergewichtige. Untergewichtige sind deutlich anfälliger für Osteoporose und für Infekte als Menschen mit Normalgewicht.

Hohe Infektanfälligkeit durch Mangel an Leptin

Ein Grund für die erhöhte Infektanfälligkeit ist der erniedrigte Spiegel des Eiweiß "Leptin" in den Körperzellen bei Untergewichtigen. Dieses "Sattheitshormon" mindert nicht nur den Appetit und sorgt so für das Energiegleichgewicht. Leptin ist ein Botenstoff und informiert den Körper über die aktuell verfügbare Energie in den Körperzellen. Je mehr Fett in den Fettzellen gespeichert ist, desto mehr Leptin wird ausgeschüttet.

Sind allerdings die Energiereserven durch eine Mangelernährung oder Aufnahmestörung verbraucht, sinkt der Leptinspiegel ab. In der Folge werden alle nicht unmittelbar lebenswichtigen Körperfunktionen heruntergefahren. Für das Immunsystem bedeutet das: Die Abwehrzellen sind weniger aktiv, schwerer aktivierbar, und ihre Reifung läuft langsamer.

Therapie bei Untergewicht

Nur mit Schlagsahne ist Untergewichtigen nicht geholfen. So muss zunächst die Ursache für das Untergewicht abgeklärt werden, eine Diät eingeleitet werden.

Ziel der ernährungsbasierten Therapie muss es immer sein, eventuelle Mangelzustände auszugleichen, ohne neue Gesundheitsprobleme zu schaffen. Schlagsahne pur ist also auf die Dauer höchstens dazu gut, den Cholesterinspiegel in die Höhe zu treiben – aber nicht, langfristig gesund mehr zu wiegen.

Untergewicht kann mit den Mitteln einer Ernährungstherapie wie bei Magersucht behandelt werden, wobei nicht alle Untergewichtigen automatisch auch psychologisch betreut werden müssen. Wenn hochkalorische Therapien nicht greifen, muss unter Umständen auf Astronautenkost oder gar eine Ernährungssonde zurückgegriffen werden.

Aktualisiert: 28.01.2019 – Autor: Susanne Köhler

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