Apfelsaft, Apfelschorle und Co.

Apfelsaft und Äpfel © rawpixel

Die Deutschen halten den Weltrekord im Safttrinken: Pro Jahr sind es rund 32 Liter Fruchtsaft, die jeder von uns trinkt. Apfelsaft ist dabei mit einem Jahresverbrauch von etwa 7,6 Litern unser beliebtestes Fruchtsaftgetränk. Apfelsaft pur schmeckt und ist gesund – als Durstlöscher ist er jedoch weniger geeignet. Denn: Reiner Apfelsaft hat einen hohen Gehalt an fruchteigenem Zucker (100 Gramm pro Liter) und somit auch viele Kalorien, nämlich bis zu 550 Kilokalorien. Apfelsaft enthält außerdem Fruchtsäuren, die von manchen nicht so gut vertragen werden.

Fitnessdrink Apfelsaftschorle

Besser ist es da, den Apfelsaft mit Mineralwasser zu mischen und dem Durst mit einem Apfelsaftschorle zu begegnen. Apfelschorle schmeckt fruchtig prickelnd und gleicht Flüssigkeitsverluste aus. Eine Schorle aus einem Teil Apfelsaft und drei Teilen Mineralwasser ist eine optimale Zusammensetzung. Das Mineralwasser sollte am besten einen hohen Anteil an Mineralstoffen wie Natrium, Magnesium und Kalzium haben.

Apfelsaftschorle ist ein natürlicher Fitnessdrink und Energiespender. Der in der Schorle enthaltene Apfelsaft enthält von Natur aus Frucht- und Traubenzucker als Energiespender, erfrischende Fruchtsäuren, Kalium, Vitamine und andere gesunde Bestandteile. Seine Kohlenhydrate gelangen schnell ins Blut und bringen den Körper und unsere grauen Zellen auf Trab. So kann das erfrischende Getränk während langer Besprechungen oder bei Autofahrten sowohl die Gedächtnisleistung als auch die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit verbessern.

Durch einen konstanten Blutzuckerspiegel können außerdem Heißhungerattacken vermieden werden. Auch als Erfrischungsgetränk bei schweißtreibenden Temperaturen und schweißtreibenden Tätigkeiten ist ein Schorle gut geeignet: Sportler schwören deshalb genauso auf das Mischgetränk wie Kinder und Autofahrer.

Lieber Apfel oder Saft?

Apfelsaftschorle ist ein guter Durstlöscher. Das Mineralwasser gleicht Flüssigkeitsverluste aus und führt wichtige Mineralien zu, die Kohlenhydrate aus dem Apfelsaft tragen zur Stabilisierung des Blutzuckers bei.

Aber: Ein vollwertiger Ersatz für einen Apfel sind Apfelsaft und Apfelschorle nicht. Denn in einem frischen Apfel sind sekundäre Pflanzenstoffen sowie wichtige Ballaststoffe zu finden. Hier ist in erster Linie das unter der Schale sitzende Pektin zu nennen, das gut für unseren Cholesterinspiegel ist. Äpfel sollten deshalb auch nicht geschält werden.

Kariesgefahr durch Apfelsaft und Apfelschorle

Reiner Apfelsaft enthält zwar keinen Zuckerzusatz – aber Kariesbakterien mögen auch den fruchteigenen Zucker gerne. Sie verarbeiten ihn zu Säure, die den schützenden Zahnschmelz aufweicht. Die im Apfelsaft enthaltene natürliche Säure schädigt den Zahnschmelz ebenfalls, da sie den ph-Wert im Speichel senkt.

Auch die verdünnte Form, Apfelsaftschorle, ist kaum zahnfreundlicher als reiner Apfelsaft – selbst bei einem Mischungsverhältnis von zwei Teilen Wasser und einem Teil Apfelsaft. Da Kinder für Karies besonders anfällig sind, sollten sie Apfelsaft oder Apfelschorle nicht aus der Flasche "nuckeln".

Naturtrüb – was heißt das eigentlich?

Für die Produktion eines naturtrüben Saftes werden verlesene und gewaschene Äpfel in einer Mühle zu Maische zerkleinert und aus dieser in Obstpressen der Saft gewonnen. Um ihn keimfrei und haltbar zu machen, wird der Saft kurz auf circa 85 Grad erhitzt (pasteurisiert). Bei diesem Vorgang entsteht naturtrüber (ungefilterter) Apfelsaft beziehungsweise Apfelsaft mit Fruchtfleisch.

Naturtrübe Säfte sehen so aus, als ob sie gerade frisch gepresst worden wären. Doch ganz ohne den Einsatz von Hilfsmitteln geht es auch hier nicht. Um das Absetzen des Fruchtfleisches am Boden zu verhindern, werden zum Beispiel Enzyme zugesetzt. Trotzdem: Naturtrüber Saft ist oft naturbelassener als klarer Saft, denn dieser wird meistens aus Konzentrat rückverdünnt. Umgekehrt sind Säfte aus Konzentrat geschmacksstabiler.

So viel steckt in Fruchtsaft & Co.

Keltereien verarbeiten Äpfel als erstes zu Direktsaft, der die Grundlage für alle anderen Säfte darstellt. In einem Liter Direktsaft stecken etwa sieben Äpfel (1,5 Kilogramm).

Die verschiedenen Formen des Apfelsaftes unterscheiden sich in ihrer Herstellung und ihrem Fruchtanteil:

  • Apfelsaft (Direktsaft oder Fruchtsaft aus Konzentrat): 100 %
  • Apfelnektar: 50 % Apfelsaftanteile
  • Fruchtsaftgetränk: 30 % Apfelsaftanteile
  • Apfelschorle: je nach Mischungsverhältnis

Apfelsaft – aus Direktsaft oder Konzentrat?

Apfelsaft beinhaltet immer 100 Prozent Fruchtgehalt, gleichgültig, ob es sich um einen sogenannten "Direktsaft" oder um "Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat" handelt.

  • Als Direktsaft oder Muttersaft wird der Apfelsaft bezeichnet, der nach dem Pressen und Keltern filtriert und entweder sofort abgefüllt oder zunächst steril gelagert und dann erhitzt und abgefüllt wurde.
  • Das Konzentrat wird gewonnen, indem man unter Vakuum schonend Wasser entzieht. Bei der Rückverdünnung von Konzentrat zu Apfelsaft dürfen ausschließlich diejenigen Stoffe, die entzogen wurden (Wasser und eigene Aromakonzentrate), wieder zugeführt werden.

In Qualität und Geschmack ist Saft aus Konzentrat vom direkt abgefüllten Apfelsaft nicht zu unterscheiden. Allerdings wird bei der Herstellung von Konzentrat weitaus mehr Energie benötigt, als es bei Direktsaft der Fall ist. Außerdem stammen viele Konzentrate von Billiganbietern aus dem Ausland.

Apfelnektar: viel zugesetzter Zucker

Ein Apfelnektar muss mindestens 50 Prozent Apfelsaft enthalten. Allerdings enthält Nektar – im Gegensatz zum reinen Apfelsaft – einen hohen Anteil von zugesetztem Zucker und ist deshalb keine kalorienärmere Alternative.

Fruchtsaftgetränk: geringer Fruchtsaftanteil

Apfelfruchtsaftgetränke erscheinen zwar auf den ersten Blick billiger als Apfelsaft. Sie bestehen jedoch nur zu 30 Prozent aus Fruchtsaft, der Rest ist Wasser, meist gesüßt.

Apfelschorle – es kommt auf die Mischung an

Apfelschorle kann in unterschiedlichem Verhältnis gemischt werden. Die Mischung von purem Apfelsaft mit Wasser ist aber immer empfehlenswerter als Nektar oder ein Fruchtsaftgetränk.

Aktualisiert: 16.07.2019

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