Weißer Tee

Weißer Tee © JESHOOTS

Weißer Tee ist einer der wertvollsten Teesorten der Welt. Denn für die Herstellung von einem Kilogramm des Tees werden bis zu 30.000 junge Knospen der Teepflanze benötigt. Weißer Tee kommt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Fujian und hat dort eine lange Tradition. Schon damals wurden weißem Tee heilende und gesundheitsfördernde Kräfte zugesagt.

Weißer Tee wird aus derselben Pflanze gewonnen wie grüner und schwarzer Tee auch. Der weiße Tee unterscheidet sich jedoch durch seine schonende Verarbeitung von den anderen beiden Teesorten. Neben Koffein enthält weißer Tee viele weitere Inhaltsstoffe, die in einer solchen Konzentration in anderen Teesorten nicht vorkommen. Dazu zählen die Polyphenole wie Antioxidantien, die freie Radikale in den Körperzellen binden und so das Immunsystem stärken.

Was ist weißer Tee?

Weißer Tee wird aus der Kamelienpflanze Camellia sinensis gewonnen. Auch schwarzer und grüner Tee werden aus dieser Pflanze hergestellt. Die drei Teesorten unterscheiden sich in ihrer Verarbeitung, der Fermentation, und durch die verwendeten Bestandteile der Teepflanze. Weißer Tee wird lediglich zu zwei Prozent in einem natürlichen Prozess fermentiert.

Zu seinem Namen ist weißer Tee nicht aufgrund seiner Farbe gekommen. Viel eher nennt sich die Teesorte so, weil die geschlossenen Knospen, aus denen der Tee hergestellt wird, mit weißem Flaum umkleidet sind. Der Rohstoff für den Tee erscheint also weiß.

Die bekanntesten Sorten des weißen Tees sind weiße Pfingstrose (Bai Mu Dan) und Silbernadel (Yin Zhen). Je nach Anbaugebiet und Erntezeit kann weißer Tee eine leicht rauchige, feinherbe oder blumige Note enthalten. Im Abgang ist weißer Tee aber immer zart und etwas süßlich.

Nützliche Inhaltsstoffe für die Gesundheit

Weißer Tee enthält viele Vitamine und Mineralien. Zu den Mineralien zählen unter anderem:

Besonders Fluorid und Kalium überwiegen das Angebot an Mineralien in weißem Tee.

Vitamin B1 nimmt in weißem Tee den größten Anteil unter den enthaltenen Vitaminen ein. Es ist sehr wichtig für unser Nervensystem und beeinflusst unsere Stimmung. Ein Mangel an Vitamin B1 kann Kopfschmerzen, Depressionen, Blutarmut und erhöhte Infektionsgefahr verursachen.

Zudem enthält weißer Tee dreimal so viele Catechine als sein Verwandter, der grüne Tee. Catechine sind natürliche Gerbstoffe mit antibakterieller, antioxidativer und antikarzinogener Wirkung.

Ein weiterer Inhaltstoff ist das Methylxanthin, unter anderem in Form von Koffein und Theophyllin. Methyloxanthine regen das zentrale Nervensystem an. So weiten sie beispielsweise Bronchien und mindern Kopfschmerzen und Migräne. Mit 6 mg Koffein auf 100 ml liegt weißer Tee weit hinter schwarzem Tee, der immerhin 25 mg Koffein auf 100 ml enthält.

Andere Wirkstoffe in weißem Tee, wie Flavonoide, unterstützen die Haut, indem sie straffend wirken. Das Elastin und das Collagen in dem Bindegewebe der Haut werden durch diese Stoffe angeregt.

Heilende Kraft des weißen Tees

Die Inhaltsstoffe aus dem weißen Tee werden seit Jahrhunderten bei Krankheiten eingesetzt. Bereits die chinesischen Kaiser haben weißem Tee nachgesagt, dass er eine verjüngende und lebensverlängernde Wirkung hat. Heute finden sich viele der Inhaltsstoffe in Medikamenten wieder.

Weißer Tee ist besonders für den großen Gehalt an Antioxidantien in Form der Catechine bekannt. Catechine binden freie Radikale, die Zellschädigungen hervorrufen und in folgedessen schwere Krankheiten auslösen. Somit helfen Catechine bei Bluthochdruck und einem hohen Blutzuckerspiegel. Zudem sollen sie sogar unterstützend bei der Vorbeugung von Herzinfarkten, hohem Cholesterin und Schlaganfällen sein. Daneben sind Catechine entzündungshemmend und förderlich für das Immunsystem. Außerdem senken sie das Risiko für Krebserkrankungen.

Die antioxidative Wirkung von weißem Tee hilft dabei, der Alterung der Haut vorzubeugen. Daher werden die Wirkstoffe häufig in der Kosmetikbranche eingesetzt. Bereits drei Tassen am Tag führen regelmäßig angewendet nach kurzer Zeit zu feinporiger und gesunder Haut. Die Konzentration an Koffein in weißem Tee ist dagegen so gering, dass weißer Tee keine aufputschende Wirkung besitzt, dafür aber sehr sanft zum Magen ist.

Abnehmen mit weißem Tee?

Einige Wirkstoffe, die zu der Gruppe der Polyphenole gehören, sind in großen Mengen in weißem Tee enthalten. Diese Inhaltsstoffe wirken direkt auf menschliche Körperzellen. Besonders Fettzellen werden durch diese Stoffe dazu angeregt, weniger Fett einzubauen und Fett schneller abzugeben. Bei einer Diät wirkt sich dieser Prozess positiv im Hinblick auf den Verlust von Körperfett aus.

Desweiteren soll weißer Tee abführend wirken und den Stoffwechsel anregen. Dies ist für Menschen, die Gewicht verlieren möchten, ebenfalls von Vorteil.

Weißer Tee in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Aber nicht jede Flüssigkeit kann unbedenklich getrunken werden. Da koffeinhaltige Getränke aufputschend wirken, sollten Schwangere diese in Maßen genießen. Bei dem geringen Koffeingehalt in weißem Tee, sind bis zu zwei Tassen am Tag jedoch unbedenklich.

Sie sollten in der Schwangerschaft darauf achten, dass Sie weißen Tee nicht zu lange ziehen lassen. Dadurch wird die Stärke des Tees  abgemildert. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten Sie auf weißen Tee verzichten, da dieser eine Hemmung der Wehentätigkeit verursachen kann.

Die richtige Zubereitung

Achten Sie bei der Zubereitung von weißem Tee darauf, dass das Brühwasser nicht kocht. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 75 bis 80 Grad Celsius. Dadurch wird der Tee nicht zerstört und die Inhaltsstoffe können ihre Wirkung noch entfalten. Pro Tasse sollten Sie einen gehäuften Teelöffel weißen Tee  verwenden. Lassen Sie den Tee am besten zwei bis fünf Minuten ziehen.

Da weißer Tee nicht bitter wird, können Sie mit weißen Teeblättern mehrere Aufgüsse machen. Dabei verändert sich ein wenig die Intensität des Tees und neue Geschmacksaromen kommen zum Vorschein.

Herstellung und Herkunft

Die jungen geschlossenen Knospen der Kamelienpflanze werden im ersten Schritt mit der Hand gepflückt und anschließend für einige Stunden gelüftet. In dem nächsten Schritt werden die Knospen den halben Tag auf einer Welkmatte zum Welken gebracht. Danach wird das Teegut in zwei aufeinanderfolgenden Prozessen bei über 100 Grad Celsius getrocknet und anschließend abgepackt.

Weißer Tee stammt ursprünglich aus China. Dort befindet sich auch heute noch sein größtes Anbaugebiet. Allerdings wird weißer Tee heutzutage in allen bekannten Anbaugebieten für Tee gewonnen. Dazu gehören Indien, Afrika und Sri Lanka.

Die aufwendige Herstellung des weißen Tees hat seinen Preis. Mit etwa drei bis zwanzig Euro je 100 Gramm ist die Teesorte etwas teurer als seine Verwandten. Dies ist ein Grund dafür, weshalb weißer Tee nicht so häufig getrunken wird wie grüner oder schwarzer Tee.

Aktualisiert: 08.01.2014 – Autor: Olga Tschesnokowa

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