Was tun bei Knochenbrüchen?

Kinder sind sehr aktiv, verletzen sich leicht und brechen sich mitunter auch mal einen Knochen. Wenn es um Brüche geht, haben sie gegenüber Erwachsenen aber einen Vorteil: Denn bei Kindern wachsen die Frakturen aufgrund des noch sehr aktiven Knochenstoffwechsels und der besseren Durchblutung rascher und meist ohne Komplikationen zusammen. Außerdem kann bei Kleinkindern der Knochen brechen, ohne dass die Knochenhaut zerstört wird. Man nennt diese Verletzung Grünholzfraktur. Denn grünes Holz ist saftig und biegsam und bricht beim Zusammendrücken nicht ganz auseinander. Für die Verletzung ist das von Vorteil, weil die Knochenhaut den Bruch fest umschließt und der Knochen an der Bruchstelle besser zusammenheilen kann.

Wie kann man einen Knochenbruch erkennen?

Nicht immer ist es ganz leicht, herauszufinden, ob sich das Kind beim Sturz einen Bruch zugezogen hat oder vielleicht nur eine Verstauchung. Manchmal kann nur eine Röntgenuntersuchung letzte Klarheit geben. Bei Verdacht auf einen Knochenbruch sollte das Kind deshalb in jedem Fall zum Röntgen in ein Krankenhaus gebracht werden. Denn wird ein Bruch übersehen, kann das Knochenwachstum gestört werden und es können Knochen- oder Gelenkfehlstellung entstehen.

In der Regel hat ein Kind nach einem Knochenbruch starke Schmerzen und auch die Umgebung des Bruches ist äußerst berührungsempfindlich. Es entsteht eine Schwellung der umgebenden Weichteile, evtl. verbunden mit Blutergüssen. Aufgrund der Schmerzen schont das Kind die betroffene Extremität und bewegt sie nur noch eingeschränkt. Dies wiederum führt zu einer Verminderung der Kraft. Die betroffene Extremität kann eine abnorme Lage oder Beweglichkeit aufweisen, gelegentlich tritt ein Knirschgeräusch auf.

Was tun?

  • Beruhigen Sie Ihr Kind, lagern Sie es warm und sicher.
  • Achten Sie darauf, dass es die betroffene Extremität nicht bewegt und versuchen sie diese ruhig zu stellen (z.B. durch Umpolstern mit Kissen bei Beinbruch oder Dreiecktuch bei Armbruch).
  • Versuchen Sie nicht, Fehlstellungen auf eigene Faust zu korrigieren oder Gelenke einzurenken. Auch das Schienen mit Stöcken ist nur dem Notfall vorbehalten, wenn über längere Zeit keine ärztliche Hilfe zu erwarten ist.
  • Bei Nacken- und Wirbelsäulenverletzungen: Diese Verletzungen sind besonders gefährlich (Gefahr der Querschnittslähmung). Das Kind darf auf keinen Fall bewegt, vor allem der Kopf darf nicht angehoben werden! Versuchen Sie das Kind mit Decken und Kissen in seiner Lage zu fixieren. Rufen Sie den Rettungsdienst.
  • Offene Knochenbrüche: Um eine Infektion zu verhindern, wird die Wunde mit sterilen Kompressen abgedeckt.
  • Geschlossene Knochenbrüchen: Betroffenen Bereich kühlen.
  • Rufen Sie den Rettungsdienst: Bei Knochenbrüchen im Bereich der unteren Extremität und des Beckens. Hier kann es zu starken Blutungen nach innen kommen und es besteht die Gefahr eines Schocks. Schockgefahr besteht außerdem bei Verdacht auf Nacken- und Wirbelsäulenverletzungen oder bei Mehrfachbrüchen.
  • Bei Arm- oder Handbrüchen stellen Sie die Extremität ruhig (Dreiecktuch aus dem Verbandskasten) und bringen Sie das Kind ohne Eile ins Krankenhaus.


Aktualisiert: 22.06.2012 – Autor: Ina Mersch

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?