Ovarialzysten: Diagnose und Therapie

Zunächst wird der Arzt die Krankengeschichte erheben und genau nach den Beschwerden fragen. Bei der gynäkologischen Tastuntersuchung kann er evtl. eine (schmerzhafte) Vergrößerung des Eierstocks tasten. Mittels Ultraschalluntersuchung durch die Scheide wird er schauen, ob die Zyste Auffälligkeiten aufweist. Eventuell schließen sich weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall der Gefäße (Dopplersonografie), Bestimmen der Tumormarker im Blut und bildgebende Verfahren wie die Computertomografie an.Bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr sollten zystische Veränderung im Eierstock genau abgeklärt werden. Es können sich auch bösartige Erkrankungen dahinter verstecken.

Welche Therapie gibt es?

In vielen Fällen lohnt es sich, das Wachstum der Zyste zunächst zu beobachten, weil sie sich in bis zu 98 % der Fälle von allein wieder zurückbildet. Dennoch sollten auch kleine Zysten, die keine Beschwerden verursachen, regelmäßig durch Ultraschall und Tastuntersuchungen überwacht werden. Wenn sie besonders schnell wachsen, auf Medikamente nicht ansprechen, der Frau stärkere Beschwerden bereiten oder bei der Ultraschall-Untersuchung als verdächtig erscheinen, ist eine operative Entfernung angeraten.

Regelmäßige Kontrollen

Bei Frauen nach den Wechseljahren ist bei unauffälligen Zysten ein Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen ebenfalls gerechtfertigt, jedoch wird man die Entscheidung einer operativen Entfernung eher erwägen, da im höheren Alter die Gefahr einer bösartigen Neubildung steigt.

Medikamente

Die Antibabypille oder andere Hormonpräparate mit Gestagen oder Gestagen und Östrogen unterdrücken de Eierstockfunktion. Sie können so das Wachstum der Zyste stoppen oder sogar zu ihrer Rückbildung führen. Zudem beugen sie einer erneuten Zystenbildung vor. Weitere Medikamente, die in den hormonellen Regelkreis eingreifen, sind GnRH-Analoga und Danazol; die letzte Substanz wird v. a. bei Endometriosezysten eingesetzt.

Operation zur Entfernung von Eierstockzysten

Für einen chirurgischen Eingriff stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, von der so genannten Schlüsselloch-Chirurgie bis hin zum Bauchschnitt mit Öffnung der Bauchdecke. Welches Verfahren gewählt wird, hängt von der Größe der Zyste und dem erhobenen Befund ab. Viele Zysten lassen sich mit Hilfe der sogenannten "Schlüsselloch-Chirurgie" im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie oder Pelviskopie) entfernen.

Aktualisiert: 23.01.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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