Hautpflege in der Schwangerschaft: Worauf es jetzt ankommt

Schwangere cremt Bauch ein zur Hautpflege
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Eine Schwangerschaft ist schön, aber auch ganz schön anstrengend – sowohl für das seelische Befinden, als auch für die Haut der Schwangeren. Der Bauch braucht jetzt besondere Pflege und auch die Körper- und Gesichtspflege muss häufig umgestellt werden, da die hormonellen Veränderungen sich stark auf die Haut auswirken können.

Experteninterview über Hautpflege in der Schwangerschaft

Dr. med. Bernd Kleine-Gunk, Chefarzt der Gynäkologie an der Euromed Clinic Fürth und Spezialist für ästhetische Medizin gibt Antworten, worauf es in der Pflege jetzt ankommt.

Frage: Herr Dr. Kleine-Gunk, eine Schwangerschaft bedeutet auch für die Haut große Veränderungen. Die Gefahr von Schwangerschaftsstreifen ist den meisten Frauen bewusst, der Bauch braucht also besondere Pflege. Was können Sie empfehlen?

Dr. Kleine-Gunk: Schwangerschaftsstreifen sind das häufigste kosmetische Problem in dieser Zeit.

Sie treten zum Teil erst spät auf, wenn der Bauch so richtig rund ist. Gerade deshalb ist es wichtig, schon möglichst früh mit einer geeigneten Hautpflege zu beginnen, wodurch die Haut auf die Dehnung vorbereitet wird. Pflegeöle auf natürlicher Basis mit Inhaltsstoffen wie Vitamin E haben sich hier besonders bewährt.

Frage: Welche Areale soll man denn massieren?

Dr. Kleine-Gunk: Alle Hautbereiche, die von der Volumenzunahme betroffen sind, sollten entsprechend gepflegt werden. Also der Bauch und die Brust, weil es auch hier durch die Größenzunahme zu Dehnungsstreifen kommen kann.

Wassereinlagerungen behandlen

Frage: Viele Frauen klagen während der Schwangerschaft über Wassereinlagerungen. Die Folge sind geschwollene Beine und Lider. Was muss man beachten?

Dr. Kleine-Gunk: Minimale Wassereinlagerungen sind relativ häufig und harmlos und können durch kalte Güsse, Beine hoch lagern oder durch Verwendung von gekühlten Cremes in Grenzen gehalten werden.

Stärkere Wassereinlagerungen können vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit Bluthochdruck auftreten, auf medizinische Komplikationen hinweisen – deshalb sollten Schwangere, die Wassereinlagerungen bemerken, auf jeden Fall ihren Frauenarzt aufsuchen.

Gesichtspflege ist wichtig

Frage: Muss man die Gesichtspflege jetzt umstellen?

Dr. Kleine-Gunk: Die Gesichtshaut ist jetzt besonders empfindlich. Milde Produkte mit hautneutralem, leicht saurem pH-Wert von 5,5 reizen nicht und halten die Haut im Gleichgewicht. Wichtig ist, jetzt eine Gesichtscreme zu verwenden, mit der die Haut vor UVA- und UVB Strahlen geschützt wird. Die hormonellen Veränderungen machen die Haut jetzt sehr sonnenempfindlich, wodurch es zu Pigmentstörungen kommen kann.

Sie sind häufig an Jochbögen, Oberlippe und am Kinn lokalisiert und gehen nach der Schwangerschaft meist spontan zurück, stören aber momentan doch sehr.

Sonnenbäder sind tabu

Frage: Soll man sich während der Schwangerschaft gar nicht mehr sonnen?

Dr. Kleine-Gunk: Während der Schwangerschaft ist Schutz der Gesichtshaut mit hohen Lichtschutzfaktoren ein absolutes Muss. Besuche im Solarium sind tabu, da Pigmentierungsstörungen zum Großteil durch UVA-Strahlung ausgelöst werden. UVA-Strahlung durchdringt Fensterglas fast vollständig und ist auch bei bewölktem Himmel sehr stark – deshalb ist es wichtig, eine schützende Tagescreme aufzutragen, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Sonnenbäder sollten vermieden werden. Bei Aufenthalten in der Sonne ist Kleidung der beste Schutz – ein Hut mit breiter Krempe schützt die Gesichtshaut wirksam und belastet die Haut nicht!

Aktualisiert: 30.10.2018
Autor*in: frei HautforschungsInstitut

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