Zwillinge bekommen – Mama mal zwei

Zwillinge © Greyerbaby

Meist erfährt eine Frau schon frühzeitig, dass sie nicht nur schwanger, sondern doppelt schwanger ist. Das wirft gerade in der ersten Zeit der Schwangerschaft oft mehr als doppelt soviel Fragen auf – und dabei ist man schon recht beschäftigt, wenn man nur ein Kind erwartet. Fast jede 60. Schwangerschaft in Deutschland ist eine Zwillingsschwangerschaft, im Jahr kommen bei uns über 20 000 Zwillinge zur Welt.

Eineiige Zwillinge seltener als zweieiige

Zwar denken wir bei Zwillingen fast automatisch an eineiige Zwillinge, doch kommt es viel häufiger vor, dass Zwillinge zweieiig sind: Sie entstehen aus zwei verschiedenen Eizellen, die von zwei unterschiedlichen Spermien mehr oder weniger zeitgleich befruchtet werden und sich dann ihre Mama nicht erst ab der Geburt teilen (wie andere Geschwister), sondern sich schon während der Schwangerschaft zusammen in der Gebärmutter einnisten. Diese Zwillinge sind so verwandt wie alle anderen Geschwister auch, das heißt, sie sehen sich nicht unbedingt sehr ähnlich, können unterschiedlichen Geschlechts sein und sehr verschiedene Interessen haben.

Bei eineiigen Zwillingen führt während der ersten Tage der Schwangerschaft eine Teilung der befruchteten Eizelle in einem frühen Stadium dazu, dass zwei Embryonen entstehen, die genetisch identisch sind, also die gleichen Erbanlagen haben und sich oft zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie haben auch immer das gleiche Geschlecht.

Besonderheiten der Schwangerschaft

Mit Zwillingen schwanger zu sein, bringt bereits in der Schwangerschaft ein paar Besonderheiten mit sich:

  • Nehmen Sie alle Vorsorgeuntersuchungen wahr. Eine Zwillingsschwangerschaft kann, muss aber nicht kompliziert verlaufen. Mit regelmäßigen Kontrollen Ihres Frauenarztes gehen Sie auf Nummer Sicher.
  • Sie müssen weder für drei essen oder sich besonders schonen. Ihr Arzt kann Ihnen viele Tipps geben, damit Sie sich in der Schwangerschaft gut fühlen.
  • Ein mit Zwillingsschwangerschaften erfahrener Arzt, ein Krankenhaus, das sich mit Zwillingsgeburten auskennt, und eine Hebamme, die schon häufiger Zwillings-Mamas betreut hat, werden Ihnen viele Sorgen nehmen können, Sie mit allen wichtigen Informationen versorgen und Ihnen ein gutes Gefühl machen. Umgeben Sie sich frühzeitig mit diesen wichtigen Helfern – es wird Sie beruhigen.
  • Zwillinge neigen leider dazu, manchmal etwas früher auf die Welt zu kommen. Gehen Sie deshalb Ihre Vorbereitungen für die neuen Erdenbürger frühzeitig an und planen Sie nicht damit erst in der letzten Schwangerschaftswoche anzufangen.

Alles vorbereiten

So manche angehende Zwillings-Mama sieht sich schon in Bergen von Wäsche und Windeln versinken – doch was brauchen Sie wirklich?

Alles doppelt kaufen? Überlegen Sie, ob es wirklich praktikabel ist, Ihren Kinder die gleiche Garderobe anzuziehen. Wollen Sie dann wirklich beide umziehen, wenn sich ein Kind bespukt hat? Bevor Sie riesige Wäschemengen erstehen, nehmen Sie evtl. Kontakt zu anderen Zwillingsmüttern auf und fragen Sie nach deren Erfahrungen. Oft reicht eine großzügig bemessene Erstausstattung und auch nur ein Kinderbettchen am Anfang vollkommen aus.

Lieferzeit beachten: Zwillingskinderwagen haben oft längere Lieferzeiten – planen Sie das beim Kauf ein. Passt dieser auch in Ihr Auto / Treppenhaus / Bus / durch die Tür?

Wichtige Utensilien: Viele Zwillingsmütter schwören auf Wippen und Stillkissen, die benötigt werden, um zwei hungrige Kinder zu füttern. Machen Sie eine Liste mit Gegenständen, von denen Sie denken, dass sie unverzichtbar sind und sprechen Sie mit erfahrenen Zwillingsmüttern über Sinn und Unsinn dieser Anschaffungen. Sind Sie unsicher, kaufen Sie erst mal Gebrauchtes.

Namensfindung: Ernie und Bert, Max und Moritz, Fritz und Fratz – solche Namen machen es Ihren Kindern schwer, eine eigene Identität aufzubauen. Vielleicht können Sie sich auch mit Namen anfreunden, die – gerade bei eineiigen Zwillingen – nicht noch zusätzlich zur Verwechslung beitragen. Ihre Kinder werden es Ihnen später danken.

Frühzeitig Hilfe einplanen

Wenn Sie aus dem Krankenhaus kommen, werden Sie froh sein, wenn Sie einige hilfreiche Hände unterstützen – besonders wenn Sie zum Beispiel durch einen Kaiserschnitt entbunden haben.

  • Klären Sie mit Ihrer Krankenkasse, ob sie die Kosten für eine Haushaltshilfe übernimmt, die Sie für einige Stunden am Tag oder in der Woche unterstützt. Suchen Sie diese schon vor der Geburt aus und weisen Sie sie ein, dann fängt Ihr neuer Alltag mit weniger Stress an. Daneben gibt es in einigen Städten ehrenamtliche Helfer, die ins Haus kommen und einem Arbeit abnehmen.
  • Manche Eltern entscheiden sich für ein Au pair, um die neuen Anforderungen besser zu bewältigen. Nehmen Sie Kontakt zu einer Au-pair-Agentur auf; sie hilft Ihnen bei der Auswahl und den Formalitäten.
  • Ihr Mann sollte mit seinem Arbeitsgeber besprechen, dass er in der Zeit rund um die Geburt Urlaub benötigt (gut sind zwei oder drei Wochen). Wenn möglich wäre es sinnvoll, diesen Zeitraum flexibel zu halten, da Zwillinge oft früher zur Welt kommen und fast nie den Entbindungstermin abwarten.
  • Besprechen Sie mit Eltern, Geschwistern und Freunden, wer Ihnen in der ersten Zeit unter die Arme greifen kann. Das kann in Form von Einkaufsdienst sein, auch etwas Gekochtes aus anderer Hand wird Ihnen willkommen sein. Haben Sie bereits Kinder, könnte vielleicht jemand mit Ihrem älteren Kind etwas Nettes unternehmen – so bekommt es nicht das Gefühl, unwichtig zu sein.

Aktualisiert: 16.12.2015 - Autor: Nathalie Blanck

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