Keine Chance für Verstopfung während der Schwangerschaft!

Schwangere Frau leidet an Verstopfung
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Quälende Verstopfungserscheinungen belasten etwa ein Drittel aller Schwangeren vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel und machen diese eigentlich schöne, erwartungsvolle Zeit zu einem unerfreulichen und schmerzhaften Erlebnis. Das Krankheitsbild der Verstopfung gehört zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt während der Schwangerschaft. Ihre Entstehung ist bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, vermutlich begründen aber mehrere Faktoren in Kombination die schmerzhaften Verdauungsprobleme.

Hormone hemmen Bewegung der inneren Muskulatur

Ein Schwerpunkt liegt sicherlich auf der Verschiebung im Hormongleichgewicht einer schwangeren Frau. Die vermehrt gebildeten weiblichen Sexualhormone hemmen die Bewegungen der gesamten inneren Muskulatur, um den Fötus in der Gebärmutter (die ja auch ein Muskel ist) vor übermäßigen Erschütterungen zu schützen. Dies betrifft selbstverständlich auch die Darmwand, deren Kontraktionen notwendig für eine regelmäßige Verdauung sind.

Weiterhin besteht die Vermutung, dass veränderte Ess- und Trinkgewohnheiten, mangelnde Bewegung während des letzten Schwangerschaftsdrittels und die Einengung des Darms durch die stark vergrößerte Gebärmutter ursächlich für eine gestörte Verdauungsarbeit sind.

Behandlung von Schwangerschaftsverstopfung

Bestimmte Abführmittel sind während einer bestehenden Schwangerschaft absolut tabu, da einige der Inhaltsstoffe vorzeitige Kontraktionen der Gebärmutter auslösen können und so ein besonders hohes Risikopotential für das Ungeborene bergen. Besser ist es deswegen, bei Verstopfungserscheinungen erst einmal den natürlichen Weg zu gehen und explizit zu versuchen, die Ernährung an die veränderte Stoffwechselsituation anzupassen.

Eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost, die reich an Gemüse und Obst ist, enthält viele Nahrungsfasern, die die Darmaktivität anregen und aufrechterhalten. Daneben halten sie auch den Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau, was den vielen Schwangeren wohlbekannten "Heißhungeranfällen" vorbeugt.

Ausreichend Bewegung und viel trinken

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von circa zwei bis drei Litern am Tag unterstützt die Arbeit der Nahrungsfasern im Darm, da diese durch die Flüssigkeit aufquellen und so die Darmtätigkeit anregen. Wenn Sie nicht nur Wasser trinken wollen, gibt es viele gut verträgliche Magen-Darm-Tees, die Ihren Verdauungstrakt bei seiner Arbeit unterstützen.

Weiterhin wirkt sich auch ausreichende Bewegung positiv auf die Darmaktivität aus – und die frische Luft ist gut für Ihr Immunsystem.

Verstopfung in der Schwangerschaft: Hilfe aus der Apotheke

Daneben können Zubereitungen aus Plantago ovata-Samenschalen eine Lösung sein: Das Pulver aus indischem Flohsamen wird in Wasser aufgelöst und sorgt, wie die anderen Nahrungsfasern auch, für eine verbesserte Darmmotilität. Gut wirksam sind auch Guar und Milchzucker, die stuhlregulierend wirken. Fragen Sie bei hartnäckiger Verstopfung Ihren Apotheker um Rat, welches Mittel er Ihnen empfehlen kann – andere, chemische Abführmittel sind in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert oder sogar aus den oben genannten Gründen tabu.

Aktualisiert: 13.02.2020 - Autor: Nathalie Blanck

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