Extrauteringravidität: Diagnose und Therapie

Besteht der Verdacht auf eine Extrauteringravidität (EUG), sollte immer schnellstmöglich ein Frauenarzt aufgesucht werden. Wie wird die Diagnose einer solchen Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter gestellt? Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es? Das erfahren Sie hier.

Extrauteringravidität: Wie wird die Diagnose gestellt?

Ist eine Schwangerschaft bekannt oder die Periode ausgeblieben und es entwickeln sich die genannten Zeichen, sollte schnellstmöglich ein Frauenarzt aufgesucht werden.

Besteht nach dem Erfragen der Krankengeschichte und der Tastuntersuchung (bei der eventuell Gebärmutter und/oder Bauchraum schmerzempfindlich sind) der Verdacht auf eine EUG, wird zunächst eine Ultraschalluntersuchung und ein Untersuchung von Blut und Urin durchgeführt (vor allem ein Schwangerschaftstest durch Bestimmen von Beta-HCG und ein Ausschluss von Harnwegsinfekten).

Besonders in der Frühschwangerschaft sind die Befunde manchmal nicht eindeutig; trotzdem ist beim geringsten Verdacht eine Krankenhausaufnahme angeraten.

Welche Therapie gibt es?

Das Vorgehen im Krankenhaus richtet sich nach der Symptomatik und reicht vom abwartenden Verhalten mit regelmäßigen Kontrollen über eine diagnostische und/oder therapeutische Bauchspiegelung bis hin zur offenen Operation.

Die Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen für die Schwangere ist sehr hoch – eine Extrauteringravidität ist während des ersten Schwangerschaftsdrittels die häufigste Todesursache von Schwangeren, insgesamt immerhin vierthäufigste Todesursache von Frauen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt.

Deshalb wird eine diagnostizierte Extrauterinschwangerschaft immer abgebrochen. Dazu stehen vor allem operative und medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung, deren Nutzen und Risiko je nach Situation gegeneinander abgewogen werden.

Operation bei Extrauteringravidität

Bei einer Operation bestehen die Möglichkeiten, nur die Frucht zu entfernen, den Eileiter aber zu erhalten (Salpingotomie) oder den betroffenen Eileiter zu entfernen (Salpingektomie).

Das erste Vorgehen erhöht das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft und birgt die Gefahr das ein Eizellrest verbleibt (Trophoblastpersistenz), der später entarten kann. Deshalb wird bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung eher das zweite Verfahren angewendet.

Bei der Eierstockschwangerschaft wird versucht, die Frucht unter weitgehender Erhaltung des Eierstocks herauszuoperieren, manchmal muss auch der gesamte Eierstock entfernt werden. Bei der Zervixschwangerschaft muss meist die gesamte Gebärmutter entfernt werden.

Medikamente bei Extrauteringravidität

Medikamente zur Behandlung einer Extrauteringravidität sind:

  • Methotrexat (MTX), ein Zellgift, was sonst vor allem zur Krebs- und Rheumatherapie angewandt wird
  • Prostaglandine wie Dinoproston
  • Antigestagene wie Mifepriston
  • hyperosmolare Glukose

Sie alle führen zum Absterben und Abstoßen der Frucht in den Bauchraum.

MTX kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Eileiterschwangerschaft ohne Komplikationen vorliegt sowie zur Unterstützung der Operation, zum Beispiel um den Eizellrest zum Absterben zu bringen. Ob die Behandlung anschlägt, wird mit dem Schwangerschaftshormon Beta-HCG überprüft. Für die anderen Substanzen sind die bisherigen Erfahrungen vor allem als alleinige Therapie noch sehr begrenzt.

Die Medikamente werden vor allem als Blutinfusion oder Muskelspritze eingesetzt, seltener auch als Tablette oder lokale Anwendung (zum Beispiel während der Bauchspiegelung in den Eileiter eingespritzt).

Aktualisiert: 19.02.2020 - Autor: Dagmar Reiche

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