Extrauteringravidität: Ursache und Symptome

Eine Extrauteringravidität (EUG) kann unterschiedliche Ursachen haben. Wie kommt es einer Eileiterschwangerschaft und anderen Formen der ektopischen Schwangerschaft? An welchen Symptomen lässt sich das Vorliegen einer Extrauteringravidität erkennen? Das erfahren Sie hier.

Wie kommt es zu einer Extrauteringravidität?

Zahlreiche Vorerkrankungen und andere Faktoren erhöhen das Risiko für eine EUG. Dazu gehört die Entzündung von Eierstock und Eileitern (Adnexitis), zum Beispiel durch Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, bei der es möglicherweise zu Schäden an den feinen Flimmerhärchen (die im Eileiter das Ei "antreiben") oder zur Verklebung der Eileiter kommt. Dadurch kann sich das Ei in den Falten "verfangen" oder bleibt – durch eine Verengung – stecken.

Weitere Ursachen einer Extrauteringravidität

Manchmal sind die Eileiter zu lang, weisen eine andere angeborene Fehlbildung auf oder ihre Muskeln funktionieren nicht richtig, sodass das befruchtete Ei ebenfalls Schwierigkeiten hat, rechtzeitig die Gebärmutter zu erreichen. Auch vorangegangene Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche oder Operationen an der Gebärmutter oder im Bauchraum erschweren vor allem durch Verwachsungen die Wanderung der Eizelle.

Diskutiert wird auch, dass eventuell das Ei selbst eine Regulationsstörung aufweist und so besonders langsam oder umgekehrt sehr schnell wandert und so nicht in der Gebärmutter bleibt, sondern von dort aus noch den anderen Eileiter erkundet.

Daneben sind Hormonstörungen oder -behandlungen sowie ein Intrauterinpessar ("Spirale") mögliche Ursachen für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter. Außerdem stehen Rauchen, die häufige Anwendung von Vaginalduschen, früher Geschlechtsverkehr und häufig wechselnde Geschlechtspartner im Verdacht, das Risiko für eine EUG zu erhöhen.

Hat bereits einmal eine Extrauteringravidität bestanden, steigt das Risiko für ein erneutes Auftreten einer Eileiterschwangerschaft auf 10 bis 15 Prozent.

Heterotope Schwangerschaft

Darüber hinaus kann es auch zu einer sogenannten heterotopen Schwangerschaft kommen, bei der gleichzeitig eine normale und eine extrauterine Schwangerschaft vorliegen. Hier ist die Gefahr, dass letztere nicht erkannt wird und es deshalb zu Komplikationen kommt, besonders hoch. Die Häufigkeit ist recht gering, hat allerdings in den letzten Jahren im Zug der Reproduktionsmedizin als Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch zugenommen.

Tubarabort und Tubenruptur

Viele Eileiterschwangerschaften gehen in einem frühen Stadium zugrunde und die Frucht wird unbemerkt abgestoßen. In den anderen Fällen stirbt der Embryo nach etwa zwei Wochen ab. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Beim Tubarabort (90 Prozent der Fälle) wird der Embryo in die freie Bauchhöhle abgestoßen und dort resorbiert.
  • Bei der Tubenruptur (10 Prozent der Fälle) verursacht die wachsende Frucht ein Zerreißen des Eileiters mit lebensgefährlichen inneren Blutungen.

Auch wenn sich das Ei an anderen Orten eingenistet hat, kann alles vom unbemerkten Abgang bis zu gefährlichen Blutungen auftreten.

Symptome: Wie erkennt man eine Extrauteringravidität?

Ein Austragen der Schwangerschaft in unerkannten Fällen ist möglich, aber sehr selten. Zeichen, die auf Extrauterinschwangerschaft hinweisen (bei bekannter oder noch unerkannter Schwangerschaft), sind:

  • Eventuell Schmierblutung, seltene stärkere Blutung aus der Scheide (meist nachdem die Periode zunächst ausgesetzt hat).
  • Eher einseitige, meist zunehmende Unterleibsschmerzen, die krampf- oder wehenartig sind (bei Tubarabort) oder plötzliche eintretende Schmerzen, die dem Gefühl ähneln, als würde etwas zerreißen (bei Tubenruptur).
  • Plötzliche Bauchschmerzen, berührungsempfindlicher und harter Bauch, Übelkeit, Schwächegefühl, Pulsrasen, stark beeinträchtigtes Allgemeinbefinden und andere Beschwerden, die auf ein akutes Abdomen hinweisen, als Zeichen, dass es zu einer Blutung in die Bauchhöhle gekommen ist (zum Beispiel durch Tubenruptur). Dadurch kann es auch zu einer Irritation des Zwerchfells und damit zu Schulterschmerzen kommen.

Aktualisiert: 19.02.2020 - Autor: Dagmar Reiche

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