Pille (Antibabypille)

Pille (Antibabypille) in der Packung © istockphoto, TanyaJoy

Die Pille gilt – bei richtiger Einnahme – als die sicherste Methode, eine Schwangerschaft zu verhindern. Sie ist meist gut verträglich und es treten somit nur selten Nebenwirkungen auf. Obwohl die Pille oft über Jahre eingenommen wird, bestehen bei manchen Frauen Unsicherheiten: Was passiert, wenn ich eine Pille vergessen habe? Bin ich auch geschützt, wenn ich Antibiotika einnehme? Und was muss ich beachten, wenn ich die Pille absetzen möchte? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Pille.

Die Pille – das sicherste Verhütungsmittel

Pille, Kondom, Spirale oder Diaphragma: Die Auswahl an verschiedenen Verhütungsmitteln ist groß. Das mit Abstand beliebteste Verhütungsmittel ist die Antibabypille. Über 50 Prozent der deutschen Frauen entscheiden sich für die Pille, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen.

Das liegt vor allem daran, dass sie als besonders sicher gilt: Von 100 Frauen, die die Pille nehmen, wird statistisch gesehen weniger als eine schwanger. Zum Vergleich: Bei Verhütung mit einem Kondom liegt die Zahl der ungewollten Schwangerschaften zwischen zwei und zwölf Prozent. Allerdings schützt ein Kondom auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten – deswegen sollte es am besten in Kombination mit der Pille verwendet werden.

Wirkung der Antibabypille

In der Pille sind künstlich hergestellte Geschlechtshormone enthalten, die im Körper diejenigen Körperfunktionen beeinflussen, die für Empfängnis und Schwangerschaft von Bedeutung sind. Je nach Präparat enthält die Antibabypille entweder nur Gestagene oder eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen. Durch die künstlich zugeführten Hormone entwickelt sich ein regelmäßiger Zyklus.

Die Einnahme der Pille bewirkt, dass dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird. Dadurch wird diesem signalisiert, dass keine weitere Eizelle mehr heranreifen muss beziehungsweise sich in der Gebärmutter einnisten darf. Durch die in der Pille enthaltenen Gestagene kommt es außerdem zu einer Verdickung des Schleimpfropfes am Gebärmutterhals und es entsteht eine natürliche Barriere gegen Sperma.

Die Pille richtig einnehmen

Wird die Antibabypille erstmals oder nach einer Pause erneut verschrieben, wird mit der Einnahme am ersten Tag der Monatsblutung begonnen. Handelt es sich um ein gängiges Kombinationspräparat, wird die Pille 21 Tage lang eingenommen, bevor eine Pause von sieben Tagen erfolgt. Bei einer Minipille erfolgt die Einnahme dagegen ohne Unterbrechung.

Die Pille sollte jeden Tag möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Bei Kombinationspräparaten kann die Einnahme um maximal zwölf Stunden überschritten werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt. Bei einigen Minipillen ist das Einnahmezeitfenster jedoch deutlich kleiner.

Wenn Sie im Urlaub in ein Land reisen, das in einer anderen Zeitzone liegt, sollten Sie weiterhin versuchen, die Pille alle 24 Stunden einzunehmen. Nehmen Sie die Tablette im Urlaub also entsprechend der jeweiligen Zeitverschiebung zu einer anderen Uhrzeit ein als gewöhnlich. Zuhause entspricht der Einnahmezeitpunkt dann wieder dem vor dem Urlaub.

Wer übernimmt die Kosten

Wer die Kosten für die Antibabypille übernimmt, hängt vom Alter der Frau sowie von der Indikation ab. Generell gilt, dass bei Frauen unter 18 Jahren die Kosten für die Pille von der gesetzlichen Krankenkasse vollständig getragen werden. Bei Frauen zwischen 18 und 20 Jahren übernimmt die Krankenkasse ebenfalls die Kosten, es wird jedoch eine Zuzahlung fällig. Diese beläuft sich auf zehn Prozent der Kosten, mindestens jedoch auf fünf und höchstens auf zehn Euro.

Bei privatversicherten Frauen beteiligt sich die Krankenkasse in der Regel nicht an den Kosten für die Pille – sie müssen die Kosten unabhängig von ihrem Alter selbst tragen. Auch gesetzlich versicherte Frauen müssen die Pille ab dem 20. Lebensjahr selbst bezahlen. Ausnahmen gelten jedoch für Betroffene, die die Pille nicht primär zum Empfängnisschutz, sondern aus medizinischen Gründen einnehmen. Hier können die Kosten auch über das 20. Lebensjahr hinaus von der Krankenkasse übernommen werden.

Aktualisiert: 01.07.2016 – Autor: Kathrin Mehner

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