Nebenwirkungen der Pille

Die meisten Kombinationspillen sind gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Vor allem in den ersten drei Monaten der Einnahme können jedoch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Brustspannen, Schmierblutungen und Übelkeit auftreten. Einige Frauen berichten zudem über einen gesteigerten Appetit und eine Gewichtszunahme sowie über Stimmungsschwankungen. Daneben ist es auch möglich, dass durch die Einnahme der Pille die weibliche Libido herabgesetzt wird.

Schwere Nebenwirkungen sind selten

In seltenen Fällen kann es durch die Einnahme der Pille auch zu schwereren Nebenwirkungen kommen. Dazu gehört beispielsweise das Auftreten von Thrombosen, die im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Embolie führen können. Meist kommt es zu solchen Nebenwirkungen jedoch nur in Kombination mit bestimmten Risikofaktoren. Zu diesen zählen unter anderem Übergewicht, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck sowie Erkrankungen der Blutgefäße.

Liegen solche Risikofaktoren vor, wird der behandelnde Arzt im Einzelfall entscheiden, ob der Patientin eine Kombinationspille verschrieben werden kann oder nicht. Stillende Mütter sowie Frauen, die an einer Östrogen-Unverträglichkeit leiden, sollten keine Kombinationspille einnehmen. Meist wird in solchen Fällen stattdessen auf eine Minipille zurückgegriffen.

Allerdings hat auch die Minipille Nebenwirkungen. Diese sind den Nebenwirkungen der Kombinationspille relativ ähnlich: Unter anderem können auch hier Kopfschmerzen, Übelkeit, Zwischenblutungen sowie Gewichts- und Stimmungsschwankungen auftreten.

Welche schweren Nebenwirkungen sind noch möglich?

Besonders bei Einnahme der Kombinationspille erhöht sich ab dem 35. Lebensjahr das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Ähnlich wie bei der Thrombose gelten Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck hierbei als zusätzliche Risikofaktoren.

Ein genereller Zusammenhang zwischen der Pille und der Entstehung von Krebs scheint nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht zu bestehen. Die Antibabypille steht jedoch im Verdacht, das Brustkrebsrisiko geringfügig zu erhöhen. Dieses Risiko soll nach dem Absetzen der Pille innerhalb von etwa fünf Jahren wieder sinken.

Ebenfalls in der Diskussion steht ein Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Während einige Studien darauf hindeuten, dass eine langfristige Einnahme der Pille das Risiko erhöht, an dieser Krebsart zu erkranken, gibt es auch Hinweise darauf, dass die Pille vor der Entstehung von Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs schützt. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht geklärt.

Positive Nebenwirkungen der Pille

Die Pille kann jedoch nicht nur negative Nebenwirkungen haben, sondern sich auch positiv auf unseren Körper auswirken. So werden durch die Einnahme beispielsweise Schwankungen im Zyklus beseitigt. Zudem fällt die Monatsblutung meist kürzer und schwächer aus.

Häufig verbessert sich durch die Einnahme das Hautbild – deswegen wird die Pille auch jungen Mädchen verschrieben, die mit einer unreinen Haut zu kämpfen haben. Daneben kann die Pille auch vor der Entstehung von Brust- oder Eierstockzysten schützen.

Pille: Gegenanzeigen

Die Antibabypille ist allgemein für alle Frauen im gebärfähigen Alter geeignet, unter bestimmten Umständen wird jedoch von der Einnahme der Pille abgeraten. Zu den Gegenanzeigen zählen:

  • eine bestehende Schwangerschaft
  • schwere Leberschäden
  • ein erhöhtes Risiko für bzw. eine vorausgegangene oder bestehende Thrombose
  • ein erhöhtes Risiko für bzw. ein vorausgegangener oder bestehender Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
  • starker Bluthochdruck
  • regelmäßiger Zigarettenkonsum (vor allem bei Frauen über 35 Jahren)

Aktualisiert: 04.04.2016 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?