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Gehirnjogging – einfache Übungen

Eines ist unumstritten Sport und Bewegung fördern die körperliche Fitness von Jung und Alt. Doch besteht auch ein Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und der Leistungsfähigkeit des Gehirns? Medizinische Erkenntnisse belegen, dass sich körperliche Aktivität nicht nur auf die körperliche Beweglichkeit, sondern auch auf die geistige Flexibilität positiv auswirkt.

Sport hält das Gehirn fit – und zwar in jedem Alter

Das Entwickeln kreativer Ideen, das Pauken von Vokabeln, das Durchdenken komplexer Sachverhalte das alles könnte so viel leichter fallen, wenn man nur wüsste wie. Bewegung kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten, denn die Kombination aus Bewegung und sportlicher Aktivität erhöht die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung des Gehirns. Auch zahlreiche Studien in diesem Zusammenhang beweisen, dass das Pauken in Bewegung viel effizienter ist als im Sitzen oder in bequemer und bewegungsloser Position auf der Couch oder am Schreibtisch.

Medizinischer Hintergrund

Beim Sport produziert das menschliche Nervensystem zunehmend Botenstoffe, die für sämtliche Gedächtnis- und Lernprozesse erforderlich sind. Diese sogenannten Neurotransmitter ermöglichen die Speicherung und Verknüpfung von Wissen im Gedächtnis. Jede Form der Bewegung trägt dazu bei, dass die Durchblutung des Gehirns gefördert wird. Auf diese Weise wird unser Gehirn gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt, sodass die Konzentrations- und Merkfähigkeit bereits bei geringer körperlicher Bewegung entscheidend steigt.

Train your Brain

Bereits gemäßigte Bewegungen, wie das Spazierengehen sorgen für eine verstärkte Produktion von Neurotransmittern und helfen unserem Gehirn bei seiner Arbeit. Man muss also keinen "Leistungssport“ betreiben, da die Denk- und Gedächtnisleistung schon von einem gemäßigten Bewegungsprogramm profitiert.

Bereits bei einer geringen Belastung mit 25 Watt auf dem Fahrradergometer, was langsamem Radfahren auf einer ebenen Strecke entspricht, nimmt die Durchblutung verschiedener Gehirnregionen um bis zu 20 Prozent zu (Hollmann 2004, Herholz 1987). Gemäßigte Bewegungen der Finger, wie das Tippen auf der Computertastatur, erhöhen den Blutfluss zu den Gehirnzellen um etwa 25 Prozent (Löllgen, Hollmann 2002).

Auch Prof. Dr. Henner Ertel von der Gesellschaft für Rationelle Psychologie in München hält nichts vom traditionellen Modell des konzentrierten Stillsitzens, wie man es aus der Schule und der Universität kennt. Er konnte in seinen Untersuchungen nachweisen, dass Absolventen eines Lernprogramms, die sich gleichzeitig sportlich auf dem Fahrradergometer betätigten, ihren Intelligenzquotienten nach einem dreiviertel Jahr von durchschnittlich 99 Punkten auf 128 Punkte erhöhen konnten.

Fazit

Für junge Menschen, aber auch für ältere Menschen kann Sport somit die Gedächtnisleistung entscheidend verbessern. Regelmäßiger Sport verlangsamt den Alterungsprozess des Gehirns erheblich. Studien zeigen sogar, dass Frauen und Männer über 65 seltener an Alzheimer erkrankten, wenn Sie dreimal wöchentlich mindestens 15 bis 30 Minuten Sport machten.

Ob beim Vokabeln pauken oder beim Wiederholen von theoretischen Inhalten – Stillsitzen und Pauken ist nicht so effizient wie die Kombination aus Bewegung und Pauken. Insbesondere Sportarten mit einem rhythmischen Bewegungsablauf, wie Radfahren, Laufen, Tanzen oder Turnen sind besonders dazu geeignet, die Lernfähigkeit, die Gedächtnisleistung und die Kreativität um bis zu 40 Prozent zu steigern – und das in jedem Alter.

Aktualisiert: 28.12.2017 – Autor: Phillip Peitsmeyer

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