Kontaktallergie durch Karnevalsschminke

Gesicht mit Schminke © lightstargod

Die Jecken sind los! Fantasievolle Schminke, grellbuntes Haar oder künstliche Lockenpracht und glitzernder Flitter geben dem närrischen Karnevalstreiben erst sein buntes Gesicht. "Doch Hautausschläge und Juckreiz verderben so manchem Jecken den Spaß", weiß Dr. Hans-G. Dauer, Hautarzt in der Karnevals-Hochburg Köln.

Juckende Allergien durch Schminke und Co.

"Beobachtet man das Publikum bei Karnevalsveranstaltungen, stellt man fest, dass 10 bis 15 Prozent von Juckreiz geplagt werden", berichtet Dauer, selbst begeisterter Karnevalist. Denn Karnevalsschminke, aber auch Haarfärbemittel und Perücken ebenso wie der jetzt besonders beliebte Modeschmuck können die Haut irritieren und sogar heftig juckende Allergien auslösen.

"Problematische Inhaltsstoffe sind vor allem Konservierungsmittel, beispielsweise Parabene, sowie Farb- und Duftstoffe", erklärt der Experte. Perücken können allergieauslösende Gummihilfsstoffe oder sogar Formaldehyd enthalten. Manche Menschen reagieren auf Nickel allergisch, das in unterschiedlichen Accessoires enthalten sein kann.

Belastende Faktoren für die Haut

  • Im Winter belasten ohnehin Kälte und trockene Heizungsluft die Haut.
  • Häufiges Schminken und wieder Abschminken – vielleicht mit aggressiven Reinigungsmitteln – reizen empfindliche Haut dann besonders stark. Womöglich sollen noch Peelings oder Solarium für makellose Haut beim großen Ereignis sorgen und strapazieren die Haut zusätzlich.
  • Wird die Haut mit Karnevalsschminke "abgedichtet", kann es beim "schweißtreibenden" Feiern in stickiger, von Zigarettenrauch erfüllter Luft besonders leicht zu Hautirritationen kommen.
  • Fetthaltige Schminke wirkt zudem "komedogen", das heißt: Akne-Pickel und andere Hauterkrankungen können sich verschlimmern.
  • Unter ebenfalls "luftdichten" Perücken schwitzt auch die Kopfhaut extrem stark und juckt.

Folgen und Behandlung

"In vorgeschädigte Haut können allergieauslösende Substanzen einfacher eindringen", erklärt Dauer die Zusammenhänge. Bei entsprechender Sensibilisierung führt jeder weitere Hautkontakt mit dem Allergen dann zu allergischen Reaktionen: Das Immunsystem der Haut wird aktiviert und bekämpft das Allergen mit einer Kaskade entzündlicher Prozesse. Die Haut rötet sich, schwillt an und nässt, manchmal bilden sich Bläschen und Pusteln. Die Hautveränderungen jucken meist sehr unangenehm.

"Bei einer Kontaktallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion vom Spättyp", erklärt Dauer. Denn die Hauterscheinungen bilden sich erst verzögert ein bis zwei Tage nach dem "närrischen Treiben". Sie bleiben nicht auf die Hautareale begrenzt, die mit der allergieauslösenden Substanz Kontakt hatten. In der Hautarztpraxis erhalten die geplagten Jecken dann rasch Hilfe. Dauer verordnet eine entzündungshemmende, kortisonhaltige Salbe oder Creme für die kurzzeitige Behandlung; bei massivem Juckreiz gibt es zusätzlich ein Antihistaminikum.

"Besonders wichtig ist, dass die Betroffenen künftig jeden Kontakt mit allergieauslösenden Inhaltsstoffen meiden", betont Dauer. Um herauszufinden, welche Substanzen das sind, sollte man sich beim Dermatologen gezielt testen lassen.

Der Hautarzt rät: Den Karneval ganz unbeschwert genießen

  • Unter der Schminke als Schutz eine reichhaltige, bislang gut verträgliche Creme auftragen.
  • Vor dem Tragen einer Perücke Haare nicht waschen – der Talg schützt die Kopfhaut.
  • Hochwertige, wenn möglich dermatologisch getestete Produkte mit geringem allergenen Potential verwenden.
  • Während der "närrischen Tage" zusätzliche Hautreizungen, beispielsweise durch aggressive Reinigungsprodukte, vorsorglich meiden.
  • Sind Allergien bekannt, entsprechende Inhaltsstoffe in Kosmetika und Accessoires unbedingt meiden.

Aktualisiert: 21.02.2017 – Autor: Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) e.V.

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