Grauer Star (Katarakt): OP, Symptome und Ursachen

Grauer Star © Getty Images/Pakin Songmor

Grauer Star ist eine Augenerkrankung, die vor allem Personen ab 65 Jahren betrifft. Diese Augentrübung im Bereich der Linse tritt im Alter tritt recht häufig auf, die Grauer Star-Operation ist aus diesem Grund auch eine der am meisten durchgeführten Operationen in Deutschland. Wie die OP genau abläuft, an welchen Symptomen man den Grauen Star erkennt und welche Ursachen dahinterstecken können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist der Graue Star?

Die Trübung der Augenlinse wird als Grauer Star oder Katarakt bezeichnet. Um die Bedeutung dieser Krankheit zu verstehen, muss man sich die Aufgabe der Linse bewusst machen: Sie liegt hinter der Hornhaut und teilt das Auge in eine vordere und hintere Kammer. Wenn Licht durch die Iris auf die Linse fällt, wird es hier gebrochen und auf die Netzhaut gelenkt.

Die Linse ist normalerweise weich und durchsichtig. Sie wird von kleinen Muskeln in ihrem Durchmesser verändert – je nachdem, ob wir in die Nähe oder Ferne schauen wollen oder ob es heller oder dunkel ist.

Verschlechtert sich die Beweglichkeit der Linse, trübt sich diese ein. Eine verschlechterte Nährstoffversorgung der Linse über das sogenannte Kammerwasser kann diesen Prozess begünstigen. Da dies im Alter vermehrt vorkommt, ist der sogenannte Cataracta senilis die häufigste Form von Grauem Star.

Grauer Star: Symptome und Anzeichen

Wenn die Linse nur leicht getrübt ist, nimmt die Sehfähigkeit fast unmerklich ab. Mit zunehmender Ausprägung der Linsentrübung wird der Sehverlust jedoch immer stärker.
Grauer Star kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Farben und Kontraste werden unscharf
  • alles verblasst und man hat das Gefühl, durch einen Nebelschleier zu sehen
  • das Auge wird empfindlich gegen Blendung, denn die getrübte Linse streut das einfallende Licht ungleichmäßig

Schmerzen treten als Symptome bei Grauem Star nicht auf. Oft sind beide Augen von der Sehverschlechterung betroffen. Wer also nicht mehr ganz jung ist, in der Dämmerung oder beim Autofahren zunehmend schlechter sieht oder sich geblendet fühlt, sollte Grauen Star als Ursache nicht ausschließen. Je nach Lokalisation des grauen Stars verschlechtert sich die Sehkraft mehr oder weniger stark. Zudem kann sich der Ort der Linseneintrübung auch auf die Ausprägung der einzelnen, oben genannten Symptome auswirken.

Diagnose von Grauem Star

Im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung wird die Augenlinse mit einer Spaltlampe genau ausleuchten. Mit diesem Untersuchungsgerät lässt sich die Linse vergrößert darstellen, die einzelnen Schichten der Linse unterscheiden und sehen, in welchem Linsenbereich die Trübung liegt.

Werden Medikamente zur Erweiterung der Pupille eingesetzt, sollte in den nächsten Stunden nach dem Arzttermin kein Auto gefahren werden.

Grauer Star: OP zur Behandlung

Leider helfen weder Tropfen noch Tabletten gegen eine Linsentrübung. Um das Sehvermögen wiederherzustellen, muss die getrübte, "blinde" Linse entfernt werden: Grauer Star lässt sich also nur durch eine Operation behandeln.

Seit circa 1960 wird bei der Operation die natürliche Linse durch eine künstliche ersetzt. Dabei wird der Augapfel aufgeschnitten, die getrübte Linse mittels Ultraschall zerkleinert und anschließend abgesaugt. Dieser Vorgang nennt sich Phakoemulsifikation. Dann wird die künstliche Linse eingesetzt in die Linsenkapsel eingesetzt. Die künstliche Linse wird individuell angefertigt, denn sie soll die gleiche Brechkraft wie die alte Linse haben.

Die OP zur Entfernung des Grauen Stars kann in Lokalanästhesie, Tropfanästhesie (Betäubung über Augentropfen) oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Der Eingriff dauert meist circa 15 Minuten. Nach der Operation wird ein Augenverband angelegt.

Eine alternative Behandlungsmethode zur "klassischen OP" ist, den Grauen Star lasern zu lassen. Dabei wird der oben beschriebene Eingriff& mithilfe eines Lasers vorgenommen. Ob diese Operationsmethode gegenüber der Standard-Operation Vorteile bietet, ist umstritten.

Welche Linse ist die Beste?

Welche Linse die beste ist, lässt sich pauschal schwer beantworten. Die modernen Linsen bestehen aber meist aus Plexiglas oder Silikon – und es ist sogar möglich, eine Linse einzusetzen, die mehrere Brennpunkte hat (Multifokallinsen): Damit kann sogar die Lesebrille überflüssig werden.

Die Kosten für die Operation werden durch die gesetzlichen Krankenkassen aber nur getragen, wenn sogenannte Monofokallinsen eingesetzt werden. Bei diesen wird nur in der Nähe oder der Ferne ein scharfes Sehen ermöglicht. Die Unschärfe muss durch eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Zusätzliche Kosten für andere Linsen müssen selbst übernommen werden.

Grauer Star OP und die Folgen

Die Erfolgsrate OPs bei Grauem Star ist hoch. In etwa 90 Prozent der Fälle kommt es anschließend zu einer deutlichen Verbesserung der Sehfähigkeit. Nur bei etwa fünf Prozent der Fälle treten Komplikationen auf. Dazu gehören beispielsweise eine Verletzung der Linsenkapsel, eine Netzhautablösung oder eine Endophthalmitis (Entzündung des Augeninneren).

Nach der Operation sind verschiedene Verhaltensregeln zu beachten:

  • Drücken und reiben Sie nicht an dem operierten Auge. Erst nach mehreren Monaten ist Ihr Auge wieder belastbar.
  • Fernsehen ist sofort erlaubt, längeres Lesen erst nach einigen Tagen.
  • In den ersten drei Wochen keinen Augenkontakt zu Wasser und Seife. Waschen Sie Ihre Haare mit nach hinten geneigtem Kopf.
  • Wenn Sie das Haus verlassen, schützen Sie das Auge gegen Sonne und Wind mit Schutzverband und Sonnenbrille!
  • Tragen Sie in den ersten Wochen nachts einen Schonverband, damit Sie nicht unbewusst am Auge reiben.
  • In den ersten Wochen keine schweren Gegenstände heben oder tragen. Bücken ist nur mit aufrechtem Oberkörper und Kopf erlaubt.
  • Erst nach ärztlicher Zustimmung wieder Sport treiben.

Zu welchem Zeitpunkt Sie die Operation durchführen lassen, hängt ganz individuell davon ab, wie stark Sie durch Ihr schwindendes Sehvermögen in Ihrem Alltag eingeschränkt sind.

Grauer Star: Ursachen

Alter und abnehmende Versorgungsleistung der Linse sind also die häufigsten Ursachen für einen Grauen Star.

Neben dem altersbedingten Grauen Star gibt es noch weitere Formen, die durch unterschiedliche Ursachen begünstigt sein können:

  • Grauer Star nach Augenerkrankungen (Cataracta complicata)
  • Katarakt durch systemische Erkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Morbus Wilson
  • Strahlung (Röntgen, Infrarot) als Auslöser von Grauem Star
  • Grauer Star als Folge von Drogenkonsum
  • Angeborener Grauer Star

Kann man Grauem Star vorbeugen?

Da die Linsentrübung eine natürliche Alterserscheinung ist, kann man nur versuchen, zusätzliche Risikofaktoren wie starke Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Es lohnt sich also, in eine gute Sonnenbrille mit UV-Schutz zu investieren!

Wie kommt der Name zustande?

Der Name "Grauer Star" stammt daher, dass die stark getrübte Linse eine graue Färbung annimmt und der Betroffene wegen der Sehverschlechterung einen starren Blick bekommt.

Der Begriff "Katarakt" hingegen bedeutet im Griechischen oder Lateinischen "Wasserfall" – früher nahm man an, dass die graue Linsenfärbung geronnene Flüssigkeit sei.

Neben dem Grauen gibt es auch den Grünen Star: Hierbei handelt es sich um eine Erhöhung des Augeninnendrucks. Diese Erkrankung wird auch Glaukom genannt. Beide Erkrankungen haben in der Regel nichts miteinander zu tun.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
H25.-, H26.-

Aktualisiert: 10.06.2021 - Autor: Nathalie Blanck; überarbeitet: Jasmin Rauch

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