Makuladegeneration - Therapie

Auch wenn es zur Zeit keine endgültige Heilung gibt, kann das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden. Eine Studie in den 90er-Jahren hat gezeigt, dass bestimmte Vitaminpräparate und Mineralien die trockene Makuladegeneration verlangsamen können. Besonders geeignet scheinen Vitamin C, Lutein und Zeaxanthin zu sein; Betacarotinoide haben sich dagegen als risikobehaftet erwiesen. Die neu gebildeten Blutgefäße bei der feuchten Makuladegeneration lassen sich mit Hilfe einer Laserbehandlung zerstören. Dabei muss der Patient allerdings die Vernarbung der Netzhaut in Kauf nehmen, die ihrerseits zu Sehstörungen führt. Daher ist diese Therapie nur dann möglich, wenn sich die Gefäße nicht direkt in der Makula befinden.

Photodynamische Therapie

Bei der Photodynamischen Therapie (PDT) wird ein lichtempfindlicher Farbstoff mit Hilfe eines kalten Lasers, der auf das Auge gerichtet ist, aktiviert. Der Farbstoff selbst gelangt als Infusion über die Armvene in den Körper und reichert sich in den neu entstandenen, undichten Blutgefäßen im Auge an. Der Augenarzt aktiviert den Farbstoff mit Hilfe des Laserstrahls, so dass die erkrankten Gefäße verschlossen werden. Da die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut bereits vor dem Eingriff dauerhaft geschädigt war, kann mit dieser ambulanten Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten, aber nicht grundlegend verbessert werden. In vielen Fällen ist eine Mehrfachbehandlung notwendig. Nach der Behandlung sollte der Patient noch einige Zeit eine spezielle Schutzbrille tragen, die der Augenarzt dem Patienten mitgibt. Langärmelige Kleidung zum Schutz gegen Sonne und Licht ist notwendig bis der restliche inaktivierte Farbstoff nach 48 Stunden komplett ausgeschieden wurde.

Medikamentöse Therapie

Seit wenigen Jahren sind sogenannte Anti-VEGFs auf dem Markt – die Abkürzung für den etwas sperrigen englischen Begriff "Vascular Endothelial Growth Factor". Im Deutschen spricht man auch von Gefäß-Wachstumsfaktor-Hemmern. Diese Medikamente stoppen wirkungsvoll den Fortgang der feuchten AMD und erzielen in manchen Fällen sogar eine Verbesserung der Sehkraft. Die bisher auf dem Markt erhältlichen Präparate Lucentis® und Avastin® werden direkt ins betäubte Auge eingespritzt, die Behandlung muss mehrmals wiederholt werden. Offiziell zugelassen für die Therapie der feuchten AMD ist in Deutschland derzeit allerdings nur das um ein Vielfaches teurere Lucentis®; die Arzthonorare müssen von den Patienten oft selbst zum Teil oder vollständig übernommen werden. Betroffene sollten deshalb eine geplante Therapie vorab mit ihrer Krankenkasse abklären.

Aktualisiert: 23.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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