Insulinpen-Nadeln – Empfehlung zum Nadelwechsel

Frau wechselt Insulinpen-Nadel © iStock.com/digicomphoto

Viele Diabetiker fragen sich im Rahmen ihrer Insulintherapie, wie oft sie die Nadeln ihres Insulinpens wechseln müssen: Nach jedem Gebrauch, oder können die Pen-Nadeln auch mehrmals verwendet werden? Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Was empfehlen Ärzte und Diabetesberaterinnen zum Thema Nadelwechsel?

Auch Ärzte und Diabetesberaterinnen empfehlen, Pen-Nadeln vor jeder Anwendung zu wechseln. Die Experten weisen darauf hin, dass in der Praxis viele Patienten Gefahren des Mehrfachgebrauchs unterschätzen. Unterstützt wird diese Aussage durch internationale Studien in unseren europäischen Nachbarländern, wo das Bewusstsein für den Nadelwechsel wesentlich ausgeprägter ist als in Deutschland. Besonders vorbildlich verhalten sich Menschen mit Diabetes in Frankreich und Holland: Hier wird die Pen-Nadel durchschnittlich nur ein bis maximal zwei Mal benutzt.

Wie oft sollte die Nadel des Insulinpens gewechselt werden?

Pen-Nadeln sind Einwegprodukte. Vor jeder Injektion sollte eine neue Nadel aufgesetzt werden. Bei der Mehrfachverwendung von Pen-Nadeln können verschiedene Probleme auftreten. Unter anderem können wieder verwendete Nadeln so genannte Lipohypertrophien verstärken. Dabei handelt es sich um Gewebeveränderungen mit einer an den Einstichstellen sichtbaren Verdickung des Gewebes. Darüber hinaus können mehrfach verwendete Pen-Nadeln durch Abstumpfung der Nadelstütze zu schmerzhaften Injektionen führen.

Welche Vorteile hat der Patient von der Einmalverwendung von Pen-Nadeln?

Die Injektion ist generell schmerzärmer. Zum einen hat die Oberfläche der Pen-Nadel einen intakten Gleitfilm, zum anderen besteht keine Gefahr, dass die Nadelspitze bereits verbogen ist. Dadurch wird auch das Auftreten von Lipohypertrophien minimiert und eine gleichmäßigere Aufnahme des Insulins aus den Spritzsteilen gefördert. Dies führt zu einem stabileren Blutzuckerspiegel in der Insulintherapie. Mit jedem Wechsel der Pen-Nadel wird vermieden, dass Rückstände des zuvor gespritzten Insulins als kristalline Rückstände ausfallen und so die Nadel verstopfen.

Entstehen durch den häufigen Nadelwechsel zusätzliche Kosten für den Patienten und das Gesundheitssystem?

Für Diabetiker, die Pen-Nadeln vom Arzt verschrieben bekommen, entstehen keine höheren Kosten. Der Vorteil für sie und unser Gesundheitssystem besteht unter anderem darin, dass Blutzuckerschwankungen als Folge der Lipohypertrophien besser vermieden werden können. Das führt zu einer kalkulierbareren Insulinversorgung und begünstigt daher eine gute Kontrolle der Blutzuckerwerte.

Eine gute Insulintherapie führt langfristig zu einer Reduzierung von Folgeerkrankungen wie Amputationen, Erblindung, Dialyse etc. Eine konsequente Einmalverwendung von Pen-Nadeln könnte so vielmehr zu einer langfristigen Entlastung der Krankenkassen beitragen, da die Kosten für die Behandlung von Folgeerkrankungen des Diabetes reduziert werden.

Aktualisiert: 07.09.2020 - Autor: Gesund und aktiv leben mit Diabetes; überarbeitet: Jasmin Rauch

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?