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Aszites (Bauchwassersucht, Wasserbauch)

Mann leidet an Aszites © istockphoto, monkeybusinessimages

Nimmt der Umfang des Bauches zu, sind die Ursache meist Fettpölsterchen, die der Körper für schlechte Zeiten deponiert. Doch auch Störungen im Bauchinnern können dahinter stecken: Vor allem Lebererkrankungen führen zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum. Aszites, also eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) in der Bauchhöhle ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Meist steckt jedoch eine Lebererkrankung dahinter. Aszites ist ein Zeichen, das auf eine fortgeschrittene Erkrankung hinweist – weshalb vorher bereits meist andere Symptome aufgetreten sind.

Ursachen des Aszites

Die häufigste Ursache ist eine Leberzirrhose, also der bindegewebige Umbau des Lebergewebes, der wiederum Folge verschiedener Lebererkrankung ist. Durch die Zirrhose ist das Gewebe steifer als normalerweise. wodurch die Gefäße einem höheren Widerstand ausgesetzt sind. Deshalb kann das Blut nicht mehr ungehindert durchfließen, staut sich in der Pfortader vor der Leber zurück und wird aus den Gefäßen in die Bauchhöhle abgepresst.

Dazu kommt, dass eine Zirrhose die Leberfunktion beeinträchtigt und damit weniger Proteine gebildet werden. Diese ziehen normalerweise Flüssigkeit an sich und halten sie damit in den Gefäßen zurück. Auch bösartige Tumoren oder Metastasen z. B. im Bauchfell können die Blutzusammensetzung entsprechend verändern und so zu Ödemen führen. Daneben "schwitzen" sie selbst Wasser aus.

Weitere Ursache ist eine Rechtsherzschwäche, bei der die Pumpkraft der rechten Herzkammer nachlässt und sich deshalb das Blut in den Venen des Körperkreislaufs zurück staut. Auch hier wird wieder Wasser in die Bauchhöhle abgepresst, typisch sind dabei auch Wassereinlagerungen in den Knöcheln. Ähnliches passiert auch bei Verschlüssen (Thrombose) der Milzvene, Pfortader oder Lebervene.

Symptome des Aszites

Im Vordergrund stehen zunächst die Symptome der Grunderkrankung. Der Aszites selbst macht sich durch den zunehmenden Bauchumfang bemerkbar – so passen nach und nach Hosen und Gürtel nicht mehr. Der Bauch wölbt sich zunehmend nach außen, die Grenze zum Bauchnabel verstreicht oder es bildet sich ein Nabelbruch.

Die Menge des Wassers im Bauchraum (und damit auch die Gewichtszunahme) kann gewaltig sein – 10 Liter und mehr sind keine Seltenheit. Dadurch spannt der Bauch enorm, was sehr schmerzhaft sein und zur Luftnot führen kann.

Therapie des Aszites

Der Aszites und sein Ausmaß lassen sich einfach mittels Ultraschall bestimmen. Im Vordergrund steht die Therapie der Grunderkrankung, z. B. das Fortschreiten der Leberzirrhose verzögern, einen Tumor entfernen, die Herzschwäche behandeln. Allerdings ist der Aszites in der Regel bereits Zeichen einer schlechten Prognose, sodass sich meist keine Heilung, sondern allenfalls eine Verzögerung der Krankheit erreichen lässt.

Dem Aszites selbst begegnet man mit einem Ausschwemmen der Flüssigkeit mittels harntreibenden Medikamenten (Diuretika) und einer Beschränkung der Flüssigkeitszufuhr. Oft wird eine Aszitespunktion durchgeführt, bei der 0,5–1,5 Liter Flüssigkeit aus dem Bauchraum mittels einer Kanüle abgezogen werden. Dadurch bessern sich die Beschwerden zumindest für eine Weile.

Eine weitere – oft letzte und gefährliche – Therapieoption ist, zwischen Pfortader (vor der Leber) und Hohlvene (vor dem rechten Herzen) eine Kurzschlussverbindung zu schaffen (portosystemischer Shunt), um das Blut an der Leber vorbeizuleiten und so den hohen Druck dort zu umgehen. Allerdings kann damit die Leber auch nicht mehr ihrer (restlichen) Funktion der Blutentgiftung nachkommen und es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Hirnschädigung (hepatische Enzephalopathie).

Aktualisiert: 01.06.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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