Schüttelfrost – Muskulatur außer Kontrolle

Frau mit Schüttelfrost eingehüllt in Decke © istockphoto, cyano66

Der Schüttelfrost (Febris undularis) ist ein Gefühl der äußeren und inneren Kälte, welches mit Muskelzittern einhergeht und oft auch begleitend bei Fieber auftritt. Schüttelfrost ähnelt stark dem Kältezittern der Skelettmuskulatur zur verstärkten Wärmeproduktion. Bei Schüttelfrost ziehen sich hauptsächlich die großen Muskeln, das heißt die Oberschenkelmuskulatur und die Rückenmuskulatur, sowie die Kaumuskeln sehr schnell zusammen und erschlaffen anschließend wieder. Auf diese Weise will der Körper Wärme produzieren.

Schüttelfrost als Symptom

Der gesunde Körper ist in der Lage, mittels des normalen Stoffwechsels 37 Grad Celsius aufrechtzuerhalten. Infolge einer Infektion können jedoch entzündlich wirkende Stoffe über das Wärmeregulationszentrum im Hypothalamus des Gehirns den Sollwert der Körperkern-Temperatur erhöhen. Dann muss zusätzlich Wärme produziert werden – eben durch Schüttelfrost. Willentlich ist dieses "Muskelzittern", das mehrere Minuten anhält und in Form von Schüben verläuft, nicht zu beeinflussen.

Symptome für einen Schüttelfrost in dem Sinn gibt es eigentlich nicht, da der Schüttelfrost selbst ein Symptom ist. Es gibt aber Begleitsymptome. Aufgrund der Muskeltätigkeit ist Schüttelfrost für den Körper mit großer Anstrengung verbunden. Daher geht ein Schüttelfrost-Schub oft mit starker Schläfrigkeit einher. Außerdem treten insbesondere bei einem grippalen Infekt Schüttelfrost und Fieber gepaart mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen auf.

Die Ursachen von Schüttelfrost

Schüttelfrost tritt im Rahmen von fiebrigen Infektionskrankheiten auf. Das können eine Erkältung oder die Grippe (Influenza) sein. Da bei Kindern Fieber leicht schnell ansteigt, haben sie auch eher Schüttelfrost.

Schüttelfrost kann aber auch infolge folgender Erkrankungen auftreten:

Wer in einem tropischen Land war, muss daran denken, dass Schüttelfrost auch infolge von Malaria, Gelbfieber, Milzbrand und Pocken auftreten kann. Sogar ein akuter Glaukomanfall, das heißt ein plötzlicher und starker Anstieg des Augeninnendrucks, ein Hitzschlag und Sonnenstich können Schüttelfrost ohne Fieber auslösen. Schüttelfrost-ähnliche Erscheinungen können bei einem Entzug oder einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten.

Schüttelfrost – was tun?

Wenn sicher ist, dass Schüttelfrost Folge eine Erkältung oder Grippe ist, muss zumeist wegen eines Schüttelfrostes nicht unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Allerdings kann die Grippe selbst einen Arztbesuch erfordern.

Bei allen anderen Ursachen ist es jedoch sinnvoll, zum Arzt zu gehen. Er wird zunächst durch Anamnese, Blutuntersuchungen, dem Abhören der Lunge und Abtasten der Lymphknoten sowie gegebenenfalls Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren abklären, was die Ursachen sind. Dann kann geeignet behandelt werden.

Schüttelfrost bei einer Erkältung

Handelt es sich um eine Erkältung oder Grippe, dann helfen Hausmittel wie heiße Bäder, wärmende Tees und kalte Wadenwickel (gegen das Fieber) oder der Patienten wird mit mehreren Decken zugedeckt, um eine Schwitzkur zu machen. Bei starken Beschwerden gegebenenfalls ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament verwenden.

Neben schulmedizinischen Präparaten können auch homöopathische Hausmittel Anwendung finden. So eigen sich beispielsweise bei Schüttelfrost und Fieber Aconitum napelles (blauer Eisenhut, Sturmhut) D200, Belladonna (Tollkirsche) D200 – insbesondere auch bei hämmernden Kopfschmerzen in Kombination mit Fieber und Schüttelfrost – und eine speziell zubereitete Rinde des Roten Chinarindenbaumes als fiebersenkende Maßnahme.

Schüttelfrost aufgrund einer Infektion

Handelt es sich um eine Infektionskrankheit und der Erreger wurde vom Arzt bereits bestimmt, ist es bei einem bakteriellen Erreger normalerweise nötig, ein Antibiotikum einzunehmen. Zumeist ist bei starken Beschwerden und Schüttelfrost mit Fieber ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament nötig.

Handelt es sich um ein Glaukom, dann muss unbedingt die Grunderkrankung rasch behandelt werden, das heißt der Augendruck muss unverzüglich abgesenkt werden.

Schüttelfrost bei Hitzschlag oder Sonnenstich

Handelt es sich um einen Hitzschlag oder Sonnenstich zum Beispiel begleitet von starken Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen, dann muss der Körper gekühlt werden. Dazu eignen sich Hausmittel wie kalte Handtücher, Bäder und Wadenwickel. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten, wobei die Getränke möglichst mineralienreich sein sollten, um einen etwaigen Elektrolytverlust auszugleichen.

Schüttelfrost vorbeugen

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schüttelfrost gibt es keine – abgesehen von allem was der Immunstärkung dient, wie beispielsweise ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Abhärtung und die Vermeidung von chronischem Stress.

Aktualisiert: 29.01.2018 – Autor: Gerlinde Felix

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