Grippeimpfung: Fragen & Antworten zur Influenza-Schutzimpfung

Grippe-Impfung in den Arm
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Eine Grippeimpfung kann vor einer Grippe (Influenza) schützen. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, es können jedoch Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Abgeschlagenheit und Fieber auftreten. Besonders empfehlenswert ist die Grippeschutzimpfung für Risikogruppen wie ältere Menschen, Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder schwangere Frauen. Die Kosten trägt in vielen Fällen die Krankenkasse. Wir informieren Sie über die Grippeimpfung sowie die möglichen Nebenwirkungen und erklären, ob und wann die Impfung sinnvoll ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Grippeschutzimpfung finden Sie hier.

Ist eine Grippeimpfung sinnvoll?

Die Grippe ist eine ansteckende Viruserkrankung, die sich per Tröpfcheninfektion (etwa durch Husten oder Niesen) weiterverbreitet. Sie ist durch typische Symptome gekennzeichnet, die im Gegensatz zu einer Erkältung (grippaler Infekt) meist plötzlich und heftig auftreten. Dazu zählen:

Die echte Grippe kann – im Gegensatz zu einer Erkältung – eine schwere Erkrankung darstellen. Verläuft sie unkompliziert, dauern die Beschwerden bis zu einer Woche an. Bei einem schweren Verlauf kann die Influenza jedoch eine Lungenentzündung oder andere Komplikationen hervorrufen und in der Folge tödlich verlaufen. Solche schweren Verläufe betreffen vor allem ältere Menschen, schwangere Frauen oder Personen mit Vorerkrankungen. Man bezeichnet diese besonders gefährdeten Personen als Risikogruppen.

Wie gefährlich ist eine Grippe?

Wie viele Leute jährlich an Grippe sterben, kann bei den einzelnen Grippewellen sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus werden die Todesfälle durch die Grippe nicht genau erfasst, sondern anhand von statistischen Verfahren geschätzt. Je nachdem, welche Grippeviren in einer Grippesaison umhergehen, kann die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei mehreren hundert oder bei über 20.000 liegen. Die Grippewelle 2017/2018 kostete Schätzungen zufolge etwa 25.100 Menschen in Deutschland das Leben.

Die einzige Möglichkeit, einer Grippe mit hoher Wahrscheinlichkeit vorzubeugen, ist die Grippeschutzimpfung. Diese ist vor allem für bestimmte Risikogruppen empfehlenswert, um der Entstehung von Komplikationen vorzubeugen. Zudem wird durch eine erfolgreiche Impfung gegen die Grippe das Risiko reduziert, die Erkrankung weiter zu verbreiten.

Grippeimpfung – wann und wie oft?

In Bezug auf den richtigen Zeitpunkt und die Häufigkeit der Grippeschutzimpfung herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:

  • Wann sollte man die Grippeimpfung durchführen? Wichtig ist, dass Sie sich frühzeitig impfen lassen – am besten, bevor die Grippesaison beginnt. Ideal ist die Zeit von Oktober bis Mitte Dezember. Bis Sie sicher geschützt sind, dauert es etwa 10 bis 14 Tage.
  • Wie oft muss man sich gegen Grippe impfen lassen? Eine einmalige Injektion ist für einen vollständigen Grippeschutz ausreichend. Durch die Impfung lassen sich etwa 90 Prozent aller Erkrankungen vermeiden beziehungsweise es kann ein milderer Verlauf erreicht werden.
  • Wie lange hält der Schutz durch die Grippeimpfung an? Die Influenza-Impfung bietet keinen Langzeitschutz, sondern muss jedes Jahr wiederholt werden. Das liegt daran, dass das Grippevirus seine Oberfläche ständig verändert und der Impfstoff deswegen angepasst werden muss.

Grippeschutzimpfung: Wer sind die Risikogruppen?

Für junge, gesunde Menschen ist eine Grippe in der Regel nicht gefährlich. Wer dagegen einer Risikogruppe angehört, für den kann die Grippe eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellen. Dann besteht nämlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine Herzmuskelentzündung auftreten. Deswegen ist für Personen, die einer solchen Risikogruppe angehören, eine Grippeimpfung auf jeden Fall sinnvoll.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für folgende Gruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Bewohnerinnen von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei erhöhter Gefährdung auch früher)
  • Kinder und Erwachsene mit bestimmten Grunderkrankungen wie:

Abgesehen von den genannten Personengruppen ist eine Grippeimpfung auch für Personen sinnvoll, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen und somit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen unter anderem Berufsgruppen wie medizinisches Personal, Busfahrer*innen, Lehrkräfte und Verkäufer*innen. Auch für Menschen, die andere gefährden könnten, etwa weil sie Angehörige einer Risikogruppen betreuen oder mit ihnen im Haushalt leben, kann die Impfung sinnvoll sein.

Ist die Grippeimpfung in der Schwangerschaft ratsam?

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Risiko für schwere Verläufe bei einer Influenzainfektion in der Schwangerschaft erhöht ist. Generell wird daher empfohlen, dass sich schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen, wenn die Schwangerschaft während der Grippesaison besteht. Liegt bei der werdenden Mutter eine Grunderkrankung vor, ist eine Impfung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel empfehlenswert.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Grippeimpfung während der Schwangerschaft ein Risiko für die Mutter und ihr ungeborenes Kind darstellen könnte. Trotzdem sollte im Einzelfall das Risiko der Impfung gegen das Risiko einer Infektion abgewogen werden. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, besteht allerdings keine Gefahr, dass durch die Impfung eine Grippe ausgelöst werden kann.

Auch stillende Mütter können sich gegen Grippe impfen lassen. Dies trägt indirekt dazu bei, ihr Baby zu schützen, da die Mutter den Säugling so nicht anstecken kann.

Sollte man Kleinkinder gegen Grippe impfen?

Kinder können ab dem sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden. Dies ist in der Regel aber nicht nötig. Zwar ist das Immunsystem bei Kleinkindern und Kindern noch nicht vollständig ausgebildet, weshalb Kinder häufiger an Erkältungen und anderen Infektionen erkranken.

Es ist jedoch wichtig, dass solche Erkrankungen zugelassen werden, damit das Immunsystem trainiert wird. Besteht aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, wird die Grippeimpfung von der STIKO dagegen auch für Kinder empfohlen.

Grippeimpfung: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Der Grippe-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • leichte Hautreizungen (Rötungen)
  • Schwellung sowie Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Abgeschlagenheit
  • erhöhte Körpertemperatur, Fieber, Frösteln oder Schwitzen
  • Müdigkeit
  • Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab. Bei einer Grippeimpfung mit dem Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird, kann zudem eine verstopfte oder laufende Nase die Folge sein.

Weitere Nebenwirkungen hat die Grippeimpfung meist nicht. Nur bei einer von 1.000 geimpften Personen kommt es zu allergischen Reaktionen an der Haut oder in den Bronchien. Entgegen der oftmals geäußerten falschen Vermutung kann durch die Impfung keine Grippe ausgelöst werden.

Übrigens: Eine Grippeimpfung schützt nicht vor einer Erkältung. Diese kann zwar ähnliche Symptome verursachen, wird jedoch durch andere Viren hervorgerufen.

Grippeimpfung: Wann treten Nebenwirkungen auf?

Mögliche Impfreaktionen, wie erkältungsähnliche Beschwerden, treten meist in den ersten drei Tagen nach der Impfung auf. Üblicherweise dauern sie nur wenige Tage an und verschwinden dann von selbst wieder.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Wenn Sie an Ihrem Impftermin eine Erkältung mit Fieber haben oder an einer anderen schweren Infektion leiden, sollten Sie die Impfung besser zu einem anderen Zeitpunkt durchführen lassen. Durch die Impfung wird das Immunsystem nämlich geschwächt und ist somit anfälliger für andere Krankheitserreger. Ist das Immunsystem durch die Erkältung oder den Infekt bereits angegriffen, sollten Sie es nicht noch zusätzlich belasten. Lassen Sie die Grippeimpfung erst dann vornehmen, wenn Sie vollständig gesund sind.

Personen, die auf Hühnereiweiß allergisch reagieren, sollten dies ihrem*ihrer Arzt*Ärztin unbedingt mitteilen. Da der Impfstoff Hühnereiweiß enthält, kann es bei einer Allergie unter Umständen zu schweren Komplikationen kommen. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob die Impfung für Sie möglich ist oder nicht.

Für den Lebendimpfstoff ist zudem zu beachten, dass Kinder und Jugendliche mit einer klinischen Immunschwäche nicht mit dem Vakzin geimpft werden dürfen. Dies gilt ebenso bei schwerem Asthma oder einer Salicylat-Therapie.

Grippeimpfung und Coronavirus: Was muss man wissen?

Eine Grippeimpfung kann nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen. Dennoch kann eine Grippeimpfung bei Risikogruppen ratsam sein, um eine Doppelinfektion, also eine gleichzeitige Infektion mit beiden Erregern, zu vermeiden, da dies eine große Belastung für den Körper darstellen würde.

Zudem ermöglicht eine Impfung, beim Auftreten entsprechender Symptome schneller das Vorliegen einer Grippe auszuschließen. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, unnötige Tests und Quarantäne infolge von mit COVID-19 verwechselten Grippefällen zu vermeiden.

Laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts ist es während der Corona-Pandemie besonders wichtig, dass sich die Risikogruppen gegen Influenza impfen lassen. Für alle anderen spricht die STIKO keine Empfehlung aus, rät jedoch auch nicht von einer Influenzaimpfung ab. Die Impfungen gegen Grippe und COVID-19 können zeitgleich erfolgen, sollten jedoch an unterschiedliche Gliedmaßen erfolgen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für die Grippeimpfung übernimmt in vielen Fällen die Krankenkasse. Einige Kassen zahlen jedoch nur, wenn die Impfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen wurde, das heißt, wenn Sie einer Risikogruppe angehören. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Kosten selbst tragen oder zumindest einen Eigenanteil bezahlen. Die Kosten für den Impfstoff und die ärztliche Behandlung betragen rund 60 Euro.

Wie wirkt der Grippe-Impfstoff?

Bei der Grippeimpfung handelt es sich um einen Totimpfstoff. Dieser enthält abgeschwächte Grippeviren, die die Erkrankung selbst nicht auslösen können. Durch den Kontakt mit den abgeschwächten Viren bildet der Organismus Antikörper. Versuchen nun Grippeviren in den Körper einzudringen, können diese direkt von den Antikörpern bekämpft und eine Infektion somit verhindert oder zumindest abgemildert werden. In Deutschland kommt ein Vierfachimpfstoff zum Einsatz, der gegen verschiedene Virustypen schützt.

Die STIKO empfiehlt für Personen ab 60 Jahre die Impfung mit einem Hochdosis-Impfstoff. Ein Hochdosis-Impfstoff enthält im Vergleich zu standarddosierten Impfstoffen die vierfache Menge an Antigenen. Das heißt, die Schutzwirkung ist besonders hoch, weshalb der Einsatz eines Hochdosis-Impfstoffes bei älteren Menschen mit einem schwächeren Immunsystem sinnvoll ist. Vor allem lokale Nebenwirkungen an der Injektionsstelle treten nach der Impfung mit einem solchen Impfstoff etwas häufiger auf.

Darüber hinaus ist ein Deutschland auch ein Lebendimpfstoff zur Grippeimpfung zugelassen, der als Nasenspray verabreicht wird. Er kann bei Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren zur Anwendung kommen.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
Z25.1

Aktualisiert: 14.10.2021 - Autoren: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Silke Hamann, Medizinredakteurin

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