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Schnupfen im Sommer

Mann mit Schnupfen beim Naseputzen © rawpixel

Seit einigen Jahren leiden immer mehr Menschen im Sommer an starken Erkältungen – das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgestellt. Eine Tatsache, die ziemlich überrascht. Glaubten doch viele bisher nur Herbst und Winter seien für Husten und Schnupfen reserviert. Noch erstaunlicher ist allerdings der Grund, den die WHO für die sogenannte Sommergrippe ausgemacht hat: 92 Prozent der Betroffenen sind an ihrer Erkrankung selbst schuld!

Sommergrippe: selbst schuld?

Unser modernes, oft unvernünftiges Leben, schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte und öffnet damit den grippalen Infekten auch im Sommer Tür und Tor. Das Immunsystem wird regelrecht überfordert, was uns triefende Nasen und rasselnde Bronchien beschert.

Regelmäßiges "Schnupfenaufkommen" ist ein Zeichen dafür, dass die körpereigene Abwehr nicht optimal funktioniert. Diese Schwäche nutzen Viren und andere Erreger gerne aus, indem sie in den Körper eindringen und sich vermehren.

Wie kalte Füße die Atemschleimhaut beeinträchtigen

Krankheitserreger bleiben beim Einatmen normalerweise an den Nasenhaaren hängen und werden von den Schleimhäuten abgefangen. Die Schleimhaut reicht von der Nase bis zu den Lungenbläschen und enthält Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger.

Ist dieser "Türsteher" intakt, haben Krankheitskeime kaum eine Chance, sich Eintritt zu verschaffen. Doch über ausgetrocknete oder schlecht durchblutete Schleimhäute in Nase und Rachen können sich Viren und Bakterien leicht einschleichen.

Schon kalte Füße führen zu einer verminderten Durchblutung der Atemschleimhaut. Daher sollte frau – Frauen klagen bekanntlich viel häufiger über kalte Füße – an kühlen Sommertagen besser auf die nach langen Wintertagen heiß ersehnten High Heels verzichten, auch wenn der Schuhtick noch so unter den Fußnägeln brennt. Was nützen die schicksten Schuhe, wenn letztendlich nur eines läuft: die Nase.

Nasenschleimhäute feucht halten

Um Schnupfen und andere Atemwegsinfekte zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, das Immunsystem zu stärken, um die Krankheiterreger daran zu hindern, einzudringen und sich hemmungslos zu vermehren. Einer Ansteckung aus dem Wege zu gehen, ist aufgrund der sehr leicht übertragbaren Krankheitserreger unrealistisch – ebenso wie ein Eremitendasein, um durch soziale Isolation der Schnupfenwelle zu entkommen.

Besser ist es dann doch, die Schleimhäute der Atemwege vor dem Austrocknen zu bewahren, denn trockene Schleimhäute erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern. Ein wirksames Mittel dagegen ist zum Beispiel Meerwasserspray zur Befeuchtung der Nasenschleimhäute. Das regelmäßige Reinigen der Nase mit reinem Meerwasser fördert den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus der Nase.

Taschentücher können einpacken

Auf Taschentücher wird niemand ganz verzichten können, doch deren Gebrauch kann durch die richtige Schnäuztechnik deutlich reduziert werden: Je eine Seite zudrücken und Nasenlöcher einzeln schnäuzen – denn durch gleichzeitiges Zusammendrücken der Nasenflügel kann der Naseninhalt nach oben in die Stirnhöhle gelangen.

Wann der Arztbesuch unumgänglich ist

Ein Arztbesuch ist unumgänglich ...

  • ... wenn der Schnupfen länger als sieben Tage dauert
  • ... wenn Schmerzen in den Nasenebenhöhlen auftreten
  • ... wenn Hals- oder Ohrenschmerzen oder eine Ausbreitung in die tieferen Atemwege hinzukommen (Fieber, Husten, Atembeschwerden etc.)
  • ... wenn Husten und Fieber dazu kommen.

9 wetterfeste Wellness-Tipps

Wir können viel tun, damit der Sommer uns nicht was hustet. Zum Beispiel die oft in den Wind geschlagenen Regeln beachten, zu denen uns schon unsere Mütter ermahnten:

  • Durst zum Beispiel sollte nicht mit eiskalten Getränken gelöscht werden. Denn diese erzeugen nur Stress im Organismus. Auch das übertriebene Verwenden von Eiswürfeln in Getränken ist gefährlich.
  • Ebenso erkältungsfördernd wirkt sich Zugluft, etwa durch heruntergekurbelte Fenster bei Autofahrten an heißen Tagen aus. Kühlen Sie Ihr Auto zunächst mit der Klimaanlage runter und stellen Sie dann das Gebläse auf die geringste Stufe.
  • Auch für geschlossene Räume gilt: Die Raumtemperatur sollte in der Regel nicht mehr als fünf Grad unter der Außentemperatur halten.
  • Lange Sonnenbäder sorgen zwar für eine gesunde Hautfarbe, schwächen aber das Immunsystem genauso wie zu langer Badespaß, bei dem der Körper auskühlt.
  • Durch regelmäßige Arztbesuche Schwachstellen erkennen und sanieren.
  • Auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung achten. Auf Genussgifte wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten möglichst verzichten.
  • Regelmäßiges körperliches Training an der frischen Luft sowie Sauna und Wechselduschen.
  • (Auch) im Urlaub abrupten Temperaturwechsel meiden; gegebenenfalls Kuraufenthalt in einem heilklimatischen Ort.
  • Mittels Bioprognose rechtzeitig auf Wetterveränderungen einstellen.

Aktualisiert: 25.07.2017 – Autor: Dr. Kaske

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