Lifeline Logo

Lymphsystem - Untersuchungen

Untersuchung des Lymphsystems

Viele Erkrankungen am Lymphsystem kann man durch eine genaue Untersuchung des Patienten ohne weitere Hilfsmittel diagnostizieren. Bei einer Lymphangitis wird neben den nächstgelegenen Lymphknoten, die häufig im Rahmen der Entzündung schmerzhaft geschwollen sind, immer auch der Ausgangspunkt für die Infektion gesucht. Da sich die Entzündung mit der Lymphe von der Eintrittspforte in Richtung Körperzentrum ausbreitet, kann man den Entzündungsherd meist am Beginn der Rötung erkennen – eine Hautverletzung, ein Spritzenkanal, eine entzündete Infusionsnadel oder ein Insektenstich sind häufige Verursacher für eine oberflächliche Lymphangitis.

Lymphödeme erkennen

Auch ein Lymphödem kann man mit geschultem Auge erkennen. Beim Betasten der betroffenen Körperregion fällt die teigige Konsistenz des Gewebes auf und selbst bei leichtem Druck verbleiben für längere Zeit tastbare Dellen im Gewebe. Beim Lymphödem an den Beinen sieht man typischerweise ausgeprägte Falten oberhalb der Zehen und die Haut an den Zehen lässt sich nicht von der Unterhaut abheben (Stemmer-Zeichen). Auch die Zehen sind angeschwollen – anders als bei einem Ödem, das durch eine venöse Abflussstörung bedingt ist.

Mit Lymphographie und Lymphszintigraphie stehen zwei Verfahren zur Verfügung, um die Lymphabflussverhältnisse im Körper genauer darzustellen. Bei der Lymphographie wird ein Kontrastmittel in oder um die Lymphgefäße der zu untersuchenden Region gespritzt und im Röntgenbild stellen sich dann die Abflussbahnen und Lymphknoten dar. Gerade bei Abflussstörungen kann man so genau lokalisieren, wo der Lymphabfluss behindert ist – sei es durch zu wenige Lymphbahnen oder weil der Abfluss im Bereich einer Lymphknotenansammlung verlegt ist.

Lymphknoten: Untersuchung bei Krebserkrankungen

Die Mitbeteiligung von Lymphknoten spielt besonders bei bösartigen Erkrankungen eine große Rolle. Um festzustellen, inwieweit sich Tumorzellen bereits über die Lymphbahnen in die nächstgelegenen Lymphknoten verteilt haben, wird oft vor einer Operation eine Lymphszintigraphie durchgeführt.

Dabei wird etwas radioaktive Substanz in die Nähe des Tumors gespritzt und der Abtransport über die Lymphe überwacht. In den nahegelegenen Lymphknoten sammelt sich die Substanz an, der Operateur kann diese Lymphknoten während der Operation entfernen und auf Tumorzellen untersuchen lassen. Sind die nahgelegenen Lymphknoten frei von Krebszellen, weiß man inzwischen, dass man auch die anderen Lymphknoten nicht entfernen muss (Sentinel-node-Methode).

Behandlung von Erkrankungen des Lymphsystems

Während eine Lymphangitis durch geeignete Hygienemaßnahmen, Desinfektion und eine medikamentöse Unterstützung mit Antibiotika und fiebersenkenden Mitteln in den Griff zu bekommen ist, werden beim Lymphödem die Schwellungen mit Massagen (manuelle Lymphdrainage), Krankengymnastik und speziellen Kompressionsstrümpfen oder -handschuhen behandelt. Übergewicht sollte abgebaut werden und Ausdauersportarten wie Radfahren oder Wandern kurbeln den Stoffwechsel an und unterstützen den venösen Rückfluss. Leider wird ein primäres Lymphödem auch mit dem Einsatz aller Behandlungsmöglichkeiten meist nicht ganz verschwinden, aber die Folgen werden gemindert.

Sekundäres Lymphödem: Ursachen behandeln

Ein sekundäres Lymphödem trat früher oft nach einer Krebsoperation auf, weil alle Lymphknoten im Tumorgebiet entfernt oder durch eine Strahlenbehandlung die kleinen Lymphgefäße beschädigt wurden. Neben den oben genannten Behandlungsmethoden wird zusätzlich die verursachende Erkrankung bekämpft – sei es durch Medikamente wie bei entzündlichen Prozessen oder durch die Therapie einer Krebserkrankung.

Eine postoperative Lymphfistel behandelt man mit einem sterilen Druckverband. Sollten sich die verletzten Lymphbahnen nach mehreren Tagen nicht schließen, werden die Bahnen in einer erneuten OP mit Gewebekleber verklebt. Entzündliche Lymphknotenschwellungen bilden sich nach Behandlung der Grunderkrankung zurück. Lymphknotenschwellungen, die auf eine Leukämie oder Morbus Hodgkin zurückzuführen sind, müssen umfassend chemo- und strahlentherapeutisch behandelt werden.

Vorbeugung von Erkrankungen des Lymphsystems

Die Lymphknoten-Untersuchung spielt gerade bei der Brustkrebsvorsorge eine wichtige Rolle, denn zur monatlichen Selbstabtastung der Brust sollte auch immer eine Abtastung der Achsellymphknoten dazugehören. Der Lymphabfluss spielt auch bei der Entstehung von Cellulite eine Rolle. Durch regelmäßige Zupfmassagen und etwas Sport regt man den Abfluss der Stoffwechselprodukte an – und unschöne Dellen an den Oberschenkeln sind schon bald kein Thema mehr!

Aktualisiert: 11.02.2019 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?