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Symptome und Anzeichen bei Multiple Sklerose

Diagnose von Multipler Sklerose am MRT-Bild © iStcok.com/KatarzynaBialasiewicz

Symptome und Anzeichen sind bei Multipler Sklerose so unterschiedlich wie die Krankheit selbst. Auch die Schwere der Symptome kann sehr stark variieren von Mensch zu Mensch.

Die Beschwerden hängen immer davon ab, welche Bereiche des Zentralen Nervensystems betroffen sind und zu welchen Auswirkungen dies führt.

Erste Anzeichen bei Multipler Sklerose

Zu Beginn der MS treten häufig folgende Symptome auf:

  • plötzliche Sehstörungen, durch Sehnerventzündung (Optikusneuritis) – tritt bei etwa 30 Prozent der Betroffenen auf
  • Sensibilitätsstörungen, wie Kribbeln, Missempfindungen oder Taubheitsgefühle
  • Blasenstörungen
  • Unsicherheit beim Gehen, Muskelschwäche

Vielfältige Symptome möglich

Letztlich können theoretisch alle Bereiche der Motorik und Sensorik im Körper durch die Multiple Sklerose beeinträchtigt sein. Die Symptome von MS können denen anderer neurologischer Erkrankungen, wie Borreliose, Hirntumor oder Bandscheibenvorfall, ähneln. Die Symptome hängen davon ab, welche Teile des Zentralen Nervensystems beeinträchtigt sind.

Häufig auftretende, typische Symptome sind:

  • Bewegungsstörungen mit Spastik und Tremor (Zittern)
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen
  • Sehsstörungen mit Doppelbildern
  • Fatigue (vorzeitige Erschöpfung)
  • Hitzeempfindlichkeit
  • kognitive Störungen (Gedächtnisstörungen)
  • Sensibilitätsstörungen (Kribbeln in Armen/Beinen)
  • Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Depression
  • sexuelle Funktionsstörungen

Typisch für die Symptome bei Multipler Sklerose sind sich innerhalb von Stunden und Tagen entwickelnde körperliche Störungen, die durch einen oder mehrere neue Entzündungsherde bedingt sind. Solch ein sogenannter Schub klingt meist innerhalb von Wochen wieder ab – die entsprechende Funktion erholt sich komplett (in rund 75 Prozent der Fälle) oder es bleiben infolge von Vernarbungen dauerhafte Einschränkungen zurück.

Verlaufsformen der MS

Wann und wie oft Symptome auftreten, hängt auch davon ab, um welche Form es sich handelt. Bei Multipler Sklerose werden drei verschiedenen Verlaufsformen unterschieden:

  1. Schubförmiger Verlauf
  2. Chronisch-progredienter Verlauf
  3. Chronische Verlaufsform

Am häufigsten tritt die schubförmige Verlaufsform auf. Symptome, die während eines Schubs vorhanden sind, bilden sich normalerweise innerhalb von sechs bis acht Wochen zurück. Pro Jahr treten durchschnittlich ein bis zwei Schübe auf.

Wird die Multiple Sklerose nicht behandelt, geht die schubförmige Verlaufsform nach zehn Jahren meist in die chronisch-progrediente Verlaufsform über. Dabei nehmen die Symptome stetig weiter zu, ohne dass sich die Einschränkungen noch vollständig zurückbilden.

Bei der primär chronischen Verlaufsform, die nur bei etwa zehn Prozent der Menschen mit MS auftritt, verschlechtern sich die Symptome von Anfang an immer weiter, ohne dass es zu abgrenzbaren Schüben kommt. Diese Form der Multiplen Sklerose tritt überwiegend bei Menschen auf, bei denen die Erkrankung erst nach dem 40. Lebensjahr ausbricht.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 22.04.2020 – Autor: Dagmar Reiche; überarbeitet: Miriam Funk

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