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Mandelentzündung (Tonsillitis) - schmerzende Mandeln

Frau leidet an Mandelentzündung © istockphoto, gbh007

Mit einem Kratzen im Hals und Schmerzen beim Schlucken geht es los, dann kann man nur noch abwarten: Bleibt es bei diesen Erkältungszeichen oder entwickelt sich eine saftige Mandelentzündung? Hier erfahren Sie, wie Sie die Symptome einer Tonsillitis erkennen, was Sie dagegen tun können und wann es sinnvoll ist, die Mandeln herausnehmen zu lassen.

Was sind die Mandeln?

Wenn man von den Mandeln spricht, meint man im Allgemeinen die Gaumenmandeln, die man hinten im Mundraum sehen kann, wenn man den Mund weit öffnet. Sie liegen dort links und rechts zwischen den Schleimhautfalten des sogenannten Gaumenbogens. Allerdings gibt es noch zwei weitere Mandeln: die Rachenmandel, sie liegt oberhalb des Gaumenzäpfchens an der Rachenhinterwand, und die Zungengrundmandel unten im Rachen, dort wo die Zunge ihre Basis hat. Von diesen beiden Mandeln gibt es jeweils nur eine, sie sind ohne Hilfe eines Spiegels nicht zu sehen.

Alle Mandeln gehören zum Immunsystem des Körpers. Zusammen mit dem Lymphgewebe der Rachenhinterwand – den Seitensträngen – und kleineren Lymphzellenansammlungen nennt man sie den Waldeyer-Rachenring. Aufgrund ihrer Lage am "Eingang" des Körpers haben die Mandeln und die anderen Lymphgewebe frühzeitig Kontakt zu allen möglichen Krankheitserregern, die mit der Atemluft oder dem Speichel durch Nase und Mund aufgenommen werden.

Häufige Erkrankungen der Mandeln sind Polypen – das sind Wucherungen der Rachenmandel – und die Tonsillitis, also die Mandelentzündung (Angina tonsillaris).

Mandeln bei Kindern am größten

Im Kindesalter sind alle Mandeln ziemlich groß – sie haben viel zu tun, da ja alle Erreger das erste Mal auf sie treffen und das Immunsystem dementsprechend reagieren muss. Die vergrößerten Mandeln können bei kleinen Kindern den Mund- und Rachenraum soweit einengen, dass Luftholen und Nahrungsaufnahme beeinträchtigt werden – falls Ihr Kind schnarcht, könnte das an den Mandeln liegen. Im Laufe des Lebens werden die Mandeln jedoch immer kleiner, denn die Menge der unbekannten Erreger wird relativ gesehen immer geringer.

Was ist eine Mandelentzündung?

Bei einer Mandelentzündung sind die Mandeln ihrer normalen Abwehrfunktion nicht mehr gewachsen und die Krankheitserreger gewinnen die Oberhand. Bei vielen viralen Halsentzündungen zeigen die Mandeln eine Mitreaktion, besonders stark ist diese beim Pfeifferschen Drüsenfieber. Meist geht diese Mitreaktion allerdings im allgemeinen Krankheitsgefühl unter, sodass man selten deswegen einen Arzt aufsucht.

Anders sieht es bei einer Mandelentzündung aus, die durch Bakterien verursacht wird. Hier steht die Mandelentzündung im Vordergrund der Beschwerden. Meist sind Streptokokken die verursachenden Erreger, aber auch Pneumokokken, Staphylokokken oder Hämophilusbakterien können schwere Mandelentzündungen auslösen. Eine bekannte Streptokokkeninfektion der Mandeln ist Scharlach, dabei tritt außerdem noch ein für die Krankheit typischer Hautausschlag auf.

Neben diesen akuten Krankheitsbildern kann es auch zu einer chronischen Entzündung der Mandeln kommen, zum Beispiel wenn eine bakterielle Infektion nicht ausreichend behandelt wurde oder wenn sich das Mandelgewebe durch mehrere Entzündungen narbig verändert.

Aktualisiert: 01.03.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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