Mandelentzündung (Tonsillitis) - Symptome und Therapie

Mandelentzündung: typische Symptome

Bei einer Mandelentzündung sind typischerweise die Mandeln geschwollen und schmerzen. Bei einer bakteriellen Entzündung kommt es zu eitrigen Belägen. Hals- und Schluckbeschwerden treten eigentlich immer auf. Die Halslymphknoten sind meist tastbar und bei einer bakteriellen Entzündung oft schmerzempfindlich. Fieber tritt eher bei einer bakteriellen Infektion auf, auch eine stark gerötete Rachenschleimhaut weist eher auf Bakterien hin.

Bei einer chronischen Entzündung halten sich die Symptome meist in Grenzen. Bei unerklärlichem Mundgeruch und wenn es immer wieder zu Infekten kommt, sollte man – gerade bei jemandem mit mehreren Mandelentzündungen in der Vorgeschichte – an die Mandeln als Krankheitsauslöser denken.

Behandlung einer Mandelentzündung

Um die Erreger aus den Mandeln zu spülen, empfiehlt es sich, viel zu trinken. Dabei werden Sie an heißen oder fruchtsäurehaltigen Getränken nicht viel Freude haben – beide reizen die entzündeten Mandeln und verstärken das Brennen und die Schmerzen.

Besser sind kühle Getränke wie kalter Salbeitee, der gleichzeitig entzündungshemmend wirkt, oder – gerade für Kinder – Wassereis zum Lutschen. Gegen starke Schmerzen und Fieber hilft Paracetamol oder ein anderes fiebersenkendes Mittel.

Behandlung einer bakteriellen Mandelentzündung

Bei einer bakteriellen Mandelentzündung wird außerdem ein Antibiotikum gegeben – meist Penicillin, da es gut gegen Streptokokken hilft. Wichtig ist dabei, dass das Antibiotikum über den verschriebenen Zeitraum eingenommen wird, auch wenn sich die Symptome viel schneller zurückbilden. Es können sich sonst Komplikationen aus einer verschleppten Mandelentzündung ergeben, die das Herz oder die Nieren in Mitleidenschaft ziehen.

So waren bis vor wenigen Jahren oft Herzklappenerkrankungen die Folge einer nicht ausbehandelten Angina. Glücklicherweise führten Aufklärung der Patienten über die Bedeutung der korrekten Antibiotikaeinnahme und die Kontrolle der Herzklappen nach einer schweren Mandelentzündung zu einem Rückgang dieser Komplikation.

Behandlung einer chronischen Mandelentzündung

Bei einer chronischen Mandelentzündung, die sich auch antibiotisch nicht unter Kontrolle bringen lässt, wird man die operative Entfernung der Mandeln anstreben. Dabei muss im Einzelfall entschieden werden, ob dieser Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt werden kann. Nach der Operation kann das gut durchblutete Wundgewebe stärker bluten – das tritt zwar selten auf, kann aber lebensgefährlich sein. Daher wird vorher genau die Blutgerinnung des Betroffenen untersucht.

Selten klagen die Betroffene in der Zeit nach der OP über vermehrte Infektionen der anderen Mandeln und der Seitenstränge (Seitenstrangangina). Meist führt die Mandelentfernung zur Beschwerdefreiheit und die anderen Mandeln und das Lymphgewebe des Waldeyer-Rachenrings übernehmen die Aufgabe, das Immunsystem mit den ankommenden Keimen vertraut zu machen.

Pro und Kontra einer Mandelentfernung

Kontra Mandelentfernung: Das wichtigste Argument gegen eine Mandel-Operation ist die zentrale Funktion der Mandeln als Teil unseres Abwehrsystems. Gerade bei kleinen Kindern stellen sie einen Schutz gegen Krankheitserreger dar, die sonst über Mund und Nase in den Körper eindringen könnten. So helfen sie Kindern, ihr Immunsystem auszubauen.

Pro Mandelentfernung: Wenn die Gaumenmandeln langfristig vergrößert sind, ist es oft nötig, sie zu verkleinern oder sogar ganz zu entfernen. Bei häufigen Mandelentzündungen, die drei- oder viermal im Jahr auftreten, empfehlen Ärzte häufig die Entfernung der Gaumenmandeln. Denn dann können diese ihre wichtigste Funktion, den Schutz vor Krankheitserregern, nicht mehr richtig erfüllen. Stattdessen tragen sie selbst zur Verschlechterung des Krankheitszustands des Betroffenen bei und bewirken noch dazu, dass dieser zu häufig zu Antibiotika greifen muss.

Aktualisiert: 01.03.2016 – Autor: Nathalie Blanck; überarbeitet: Silke Hamann

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