Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Symptome und Hausmittel

Die Nase ist zugeschwollen, Kopf und Gesicht schmerzen – eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unangenehme und hartnäckige Symptome verursachen. Auslöser ist häufig ein Schnupfen, in dessen Verlauf die Nasenschleimhäute anschwellen. Sind die Schleimhäute geschwollen, kann das Nasensekret nicht mehr abfließen. Die Belüftung zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen ist gestört, Schleim sammelt sich in den Nebenhöhlen an und Viren oder Bakterien breiten sich aus. Die Schleimhäute in den Nebenhöhlen (Sinus) entzünden sich – dann spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Im ungünstigen Fall beträgt die Dauer einer Nasennebenhöhlenentzündung mehrere Wochen. Wir erklären Ihnen im Folgenden, an welchen typischen Symptomen Sie eine Nasennebenhöhlenentzündung erkennen und welche Hausmittel dagegen helfen.

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Schnupfen und verstopfte Nase

Frau mit Schnupfen wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/PeopleImages
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Schnupfen und die häufig damit einhergehende verstopfte Nase zählen zu den Auslösern einer Sinusitis. In der Regel bleiben die verstopfte Nase und eine Entzündung der Nasenschleimhäute (Rhinitis) jedoch gleichzeitig mit der Nasennebenhöhlenentzündung bestehen, daher wird dies ebenfalls zu den Symptomen gezählt. Man spricht dann von einer Rhinosinusitis. Ist die Nase verstopft, sind die Nasenatmung erschwert und oftmals der Geruchssinn beeinträchtigt.

Kopfschmerzen

Mann mit Kopfschmerzen wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/Moyo Studio
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Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom einer Nasennebenhöhlenentzündung. Ausgelöst werden sie durch die entzündeten Schleimhäute sowie durch Druckveränderungen in der Nase und den Nebenhöhlen.

Charakteristisch für Kopfschmerzen, die durch eine Nasennebenhöhlenentzündung verursacht werden, ist, dass diese an der Stirn auftreten und von Schmerzen im Gesicht, den Ohren oder den Zähnen begleitet werden können. Verschlimmert sich die Sinusitis, verschlimmern sich auch die Kopfschmerzen und umgekehrt. Beim Bücken verstärken sich die Symptome.
 

Schmerzen im Gesicht

Frau mit Schmerzen im Gesicht durch Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/LittleBee80
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Durch die lokalen Entzündungen entsteht im Gesicht ein unangenehmes Druck- und Spannungsgefühl. Der Bereich der Nasennebenhöhlen (seitlich der Nase oder im Bereich der Stirn) schmerzt bei Berührung oder leichtem Klopfen auf die betroffene Stelle (Klopfschmerz). Ebenso wie die Kopfschmerzen verschlimmern sich die Schmerzen im Gesicht beim Bücken. 
 

Kiefer- und Zahnschmerzen

Frau mit Zahnschmerzen wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/laflor
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Durch die Schwellung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen können auch Nerven der Zähne gereizt werden. Dadurch kommt es zu ziehenden Zahnschmerzen, die auch auf den restlichen Kiefer ausstrahlen können. Treten Zahnschmerzen im Rahmen einer Sinusitis auf, deutet das darauf hin, dass die Kieferhöhlen von der Nasennebenhöhlenentzündung betroffen sind.

Schwellungen im Gesicht

Mann hat Schwellungen im Gesicht wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/AndreyPopov
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Auch Schwellungen im Gesicht können bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten. Diese betreffen den Bereich der Wangen und Wangenknochen unter den Augen. Ebenso können die Augenlider anschwellen. Dies deutet darauf hin, dass die Entzündung auf die Augenhöhle übergegangen ist (Lidödem).

Fieber

Frau mit Fieber wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/BakiBG
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Handelt es sich um eine schwere Nasennebenhöhlenentzündung, kann Fieber auftreten. Kommt es im Verlauf der Erkrankung immer wieder zu Fieber oder steigt dieses über 39 Grad, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegendere Komplikationen, wie eine Hirnhautentzündung, zu vermeiden.

Postnasal Drip

Frau mit Postnasal Drip durch Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/tommaso79
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Sammelt sich während einer Sinusitis zu viel Nasensekret in Nase und Nasennebenhöhlen an, fließt dieses nachts durch den Rachen in die Bronchien ab. Dies bezeichnet man als Postnasal Drip. Typische Anzeichen dafür sind Husten, häufiges Räuspern, eine belegte Stimme und ein Kratzgefühl im Rachen.

Symptome bei chronischer Sinusitis

Frau mit chronischer Sinusitis © iStock.com/Prostock-Studio
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Besteht eine Sinusitis über mindestens drei Monate, spricht man von einer chronischen Sinusitis. Einige typische Symptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung, wie Gesichtsschmerzen oder Schnupfen, sind häufig weniger ausgeprägt. Die Nasenatmung ist jedoch stark eingeschränkt, zudem kann eitriges Nasensekret austreten. Leichte Kopfschmerzen machen sich bisweilen bemerkbar. Typisch für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist zudem ein verminderter Geruchs- und/oder Geschmackssinn.

Nasendusche bei Nasennebenhöhlenentzündung

Frau verwendet Nasendusche © iStock.com/AndreyPopov
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Bei einer leichten Sinusitis helfen oft Hausmittel, um die Symptome zu lindern. Nasenduschen mit einer Salz-Wasser-Lösung können bei einer Nasennebenhöhlenentzündung dabei helfen, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Die Lösung befeuchtet die Schleimhäute, verdünnt das Nasensekret und spült Krankheitserreger heraus. Die Salzkonzentration innerhalb der Lösung sollte 2,5 bis 3 Prozent betragen. Da Leitungswasser nicht steril ist, empfiehlt es sich, dass Wasser vor der Verwendung abzukochen.

(Warme) Wickel

Frau wendet Wickel gegen Nasennebenhöhlenentzündung an © iStock.com/JackF
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Quark- oder Kartoffelwickel wirken entzündungshemmend und können den Heilungsprozess beschleunigen. Entweder ein Baumwolltuch mit kaltem Quark bestreichen oder eine warme, zerdrückte Kartoffel in ein Tuch wickeln und anschließend auf die schmerzende Stelle legen. Ist die Kartoffel unangenehm heiß, sollte sie vorsichtshalber noch etwas abkühlen.

Viel trinken

Frau trinkt Tee wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/franz12
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Wie bei jeder Erkältung gilt auch bei einer Sinusitis: Viel trinken hilft. Durch die Flüssigkeitszufuhr wird das Nasensekret verflüssigt und kann besser abfließen, außerdem bleiben die Schleimhäute so feucht. Ideal sind Wasser oder ungesüßte Tees, wie Ingwer- oder Thymiantee, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Schwangere sollten wegen der wehenfördernden Wirkung vorsichtshalber keinen Ingwertee trinken.

Rotlicht

Mann nutzt Rotlicht gegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/humonia
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Rotlichtlampen spenden Wärme. Das von den Lampen ausgehende Infrarotlicht ist auch als Tiefenwärme bekannt, dringt jedoch nur wenige Millimeter in die Haut vor. Ob Rotlicht neben dem wohltuenden Wärmeeffekt auch die Durchblutung anregt und somit entzündungshemmend wirkt und das Immunsystem unterstützt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Rotlichtlampen gelten dennoch bei einer Nasennebenhöhlenentzündung als Hausmittel und können zur Bestrahlung des Gesichts verwendet werden.

Achten Sie dabei auf einen ausreichenden Abstand zur Lampe (Hinweise dazu gibt der Hersteller) und lassen Sie die Augen während der Anwendung unbedingt geschlossen. Im Idealfall verwenden Sie eine spezielle Schutzbrille. Kinder sollten in jedem Fall eine Schutzbrille tragen. Die Behandlung sollte höchstens dreimal am Tag für maximal 10 bis 15 Minuten erfolgen.

Schleimhäute befeuchten

Frau nimmt Dampfbad wegen Nasennebenhöhlenentzündung © iStock.com/ljubaphoto
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Sind die Schleimhäute zu trocken, können sich Viren und andere Krankheitserreger dort leichter vermehren. Ein Dampfbad mit einer Schüssel heißen Wassers hilft dabei, die Schleimhäute zu befeuchten. Wenige im Wasser aufgelöste Tropfen ätherischen Öls, wie Pfefferminze oder Eukalyptus, beruhigen die Atemwege zusätzlich.

Neben der Anwendung von Dampfbädern sollten Sie darauf achten, dass auch die Raumluft nicht zu trocken ist. Regelmäßiges Lüften und eine Schale mit Wasser auf dem Heizkörper tragen dazu bei, eine ausreichende Luftfeuchtigkeit aufrecht zu erhalten. Auch viel Trinken und Nasensprays mit Meerwasser halten die Schleimhäute feucht.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
J01.-, J32.-

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin