Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – Diagnostik und Behandlung

Sinusitis: Diagnose

Zu den üblichen diagnostischen Verfahren einer Sinusitis gehören das Abklopfen der Nasennebenhöhlen und die Untersuchung des Naseninneren auf entzündliche Schleimhautschwellung oder Eiter. Ein genauerer Einblick in die Ausführungsgänge lässt sich mit Lupeninstrumenten erzielen.

Bei speziellen Fragestellungen kommen weitere Untersuchungsmethoden zur Anwendung, wie beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung der Nebenhöhlen oder eine Messung der Entzündungswerte im Blut. Bei Komplikationen sowie vor einer Operation wird ein Computertomogramm der Nebenhöhlen durchgeführt.

Behandlung einer akuten Sinusitis

Da bei einem Schnupfen die Schleimhautschwellung in der Nase die Verlegung der Nasennebenhöhlenzugänge bedingt, muss zuallererst eine Abschwellung der Schleimhaut erreicht werden. Häufig wird die lokale Wärmebehandlung wie Dampfinhalationen oder Rotlicht eingesetzt.

Gut geeignet sind dagegen abschwellende Arzneimittel in Form von Nasentropfen oder Dragees. Bewährt hat sich unter anderem eine Kombination aus pflanzlichen Wirkstoffen (Schlüsselblume, Sauerampfer, Enzian, Eisenkraut, Holunder), die schleimlösend, entzündungshemmend und vireninaktivierend wirkt. Bei starken Schmerzen ist die Gabe eines geeigneten Schmerzmittels sinnvoll.

Der Verlauf einer eitrigen Sinusitis kann durch eine richtige Antibiotikatherapie positiv beeinflusst werden.

Behandlung einer chronischen Sinusitis

Ursache und Ausmaß der chronischen Sinusitis kann zum Beispiel anhand eines Computertomogramms festgestellt werden. Bei leichteren Formen können zur medikamentösen Therapie geeignete Cortisonpräparate verwendet werden, deren Anwendung unbedingt eine ärztliche Kontrolle erfordert.

Grundsätzlich wird erst bei Versagen der konservativen (nicht-operativen) Therapie die Indikation zur Operation gestellt. Bei einer Operation der chronischen Sinusitis werden anatomische Engstellen (Erweiterung der Öffnungen der Nasennebenhöhle zur Nase) beseitigt und pathologisch veränderte Schleimhaut wird entfernt.

In jedem Fall steht sowohl bei der sich stets wiederholenden akuten Sinusitis als auch bei der chronischen Sinusitis die Ursachenbekämpfung im Vordergrund. Beispielsweise kann eine nicht erkannte Allergie über die Allergiediagnostik identifiziert und behandelt werden. Nachteilig anatomische Gegebenheiten können chirurgisch gezielt beseitigt werden.

Komplikationen

Eine Sinusitis kann Komplikationen nach sich ziehen. Die knöcherne Nebenhöhlenwand kann sich ebenfalls entzünden und durchbrechen. Dadurch kann sich die Entzündung in die umliegenden Organe ausbreiten. So kann es zu einer eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis purulenta) kommen. Greift der Entzündungsprozess auf die Augenhöhle über, kommt es zum Lidödem und später zum Hervortreten des Augapfels (Protrusio bulbi). Sehstörungen bedürfen in vielen Fällen einer sofortigen Operation der ursächlichen Nebenhöhle.

Aktualisiert: 25.01.2018 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?