Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – Behandlung

Ärztin betastet Gesicht eines Mannes mit Sinusitis
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Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung muss immer auskuriert werden, da sie sonst chronisch werden kann. Nicht immer sind zur Behandlung Medikamente erforderlich – oft können auch Hausmittel helfen. Erfahren Sie hier mehr zur Dauer, Therapie und Vorbeugung einer Sinusitis.

Wie lange dauert eine Sinusitis?

Die Dauer einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung beträgt bei entsprechender Behandlung normalerweise 8 bis 14 Tage.

Doch wann sollte man zum Arzt gehen? Hier gilt: Spätestens, wenn die Sinusitis länger andauert oder aber, wenn Sie in diesem Zeitraum keine Besserung der Beschwerden verspüren, sollten Sie zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) oder Hausarzt gehen. Auch bei hohem Fieber, sehr ausgeprägten Symptomen, wenn Kinder betroffen sind oder wenn die Symptome sich nach einer ersten Besserung plötzlich wieder verschlechtern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie regelmäßig an einer Sinusitis leiden.

Sinusitis: Wie erfolgt die Diagnose?

Eine akute Sinusitis ist für einen Arzt meist sehr leicht an den eindeutigen Symptomen zu erkennen. Zu den üblichen diagnostischen Verfahren einer Sinusitis gehören das Abklopfen der Nasennebenhöhlen und die Untersuchung des Naseninneren auf entzündliche Schleimhautschwellung oder Eiter. Ein genauerer Einblick in die Ausführungsgänge ist mit Lupeninstrumenten (Rhinoskopie) möglich.

Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion, kann ein Nasenabstrich genommen werden, um den Erreger und somit de geeignete Therapie zu bestimmen.
In speziellen Fällen kommen weitere Untersuchungsmethoden zur Anwendung, wie beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung der Nebenhöhlen oder eine Messung der Entzündungswerte im Blut. Die Ultraschalluntersuchung geht im Gegensatz zu einer Röntgenuntersuchung nicht mit einer Strahlenbelastung einher und kann deshalb auch in der Schwangerschaft und bei Kindern zum Einsatz kommen.

Bei Komplikationen sowie vor einer Operation wird eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Nebenhöhlen durchgeführt. Auch bei einer chronischen Sinusitis sind oft weiterführende Untersuchungen wie eine CT oder Allergie-Tests nötig.

Wichtige Differenzialdiagnosen – also andere Erkrankungen, die ausgeschlossen werden sollten – sind Migräne und andere Kopfschmerz-Erkrankungen sowie die Trigeminusneuralgie.

Behandlung einer akuten Sinusitis: Hausmittel

Da bei einem Schnupfen die Schleimhautschwellung in der Nase die Zugänge zu den Nasennebenhöhlen behindert, erfordert die Therapie einer Sinusitis zuallererst eine Abschwellung der Schleimhaut, damit die Nebenhöhlen belüftet werden und der Schleim abfließen kann. Häufig werden dafür Hausmittel wie die lokale Wärmebehandlung durch Dampfinhalationen oder Rotlichtlampen eingesetzt. Auch Nasenspülungen mit einer Nasendusche können helfen, die gereizte Nasenschleimhaut zu beruhigen.

Oftmals kommt auch eine Kombination aus pflanzlichen Wirkstoffen aus der Naturheilkunde (Schlüsselblume, Sauerampfer, Enzian, Eisenkraut, Holunder), die schleimlösend, entzündungshemmend und vireninaktivierend wirken, zum Einsatz. 

Wichtig ist darüber hinaus, dass Betroffene viel trinken – empfohlen werden zwei bis drei Liter täglich – damit sich der Schleim verflüssigen kann und die Schleimhäute feucht bleiben. Im Schlaf kann es ratsam sein, den Kopf höher zu lagern, damit das Sekret gut abfließen kann. Außerdem sollte man sich schonen, einige Tage zu Hause bleiben und erstmal auf anstrengende Aktivitäten oder Sport verzichten.

Therapie mit Medikamenten: Was hilft bei Sinusitis?

Gut geeignet sind auch abschwellende Arzneimittel in Form von Nasentropfen oder Nasensprays, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Sie dürfen jedoch nicht länger als eine Woche angewandt werden, da es sonst zu einer Nasenspray-Sucht kommen kann. Darüber hinaus können schleimlösende oder unterstützende Medikamente (zum Beispiel mit Myrtol) verwendet werden.

Bei starken Schmerzen ist die Gabe eines geeigneten Schmerzmittels sinnvoll. Der Verlauf einer eitrigen Sinusitis durch bakterielle Erreger kann durch die Gabe von Antibiotika positiv beeinflusst werden.

Wann ist eine OP erforderlich?

Eine Operation ist bei einer akuten Sinusitis nur in Ausnahmefällen erforderlich. Zunächst wird der Arzt versuchen, Einlagen mit in abschwellende Nasentropfen getränkten Tupfern zu machen oder die Nebenhöhlen mit einer antibiotischen Lösung auszuspülen. Auch kann unter lokaler Betäubung der mittlere Nasengang aufgespreizt werden. 

Nur in seltenen Fällen muss die Stirnhöhle mit einer Bohrung geöffnet werden, um den Schleim und Eiterabzusaugen. Bei Komplikationen wie einem Lidödem kann ebenfalls eine OP nötig werden.

Behandlung einer chronischen Sinusitis

Bei einer chronischen Sinusitis müssen für die Auswahl der richtigen Therapie zunächst die Ursachen und Ausmaße festgestellt werden. Bei leichteren Formen können als medikamentöse Therapie Präparate mit Kortison verwendet werden, deren Anwendung jedoch unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Auch hier können schleimlösende und abschwellende Medikamente und Hausmittel zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich wird erst bei Versagen der konservativen (nicht-operativen) Therapie eine Operation in Betracht gezogen. Bei einer OP der chronischen Sinusitis werden beispielsweise anatomische Engstellen beseitigt (Erweiterung der Öffnungen der Nasennebenhöhle zur Nase) und krankhaft veränderte Schleimhaut wird entfernt.

In jedem Fall steht sowohl bei der sich stets wiederholenden akuten Sinusitis als auch bei der chronischen Sinusitis die Ursachenbekämpfung im Vordergrund. Beispielsweise kann eine nicht erkannte Allergie über einen Allergietest identifiziert und behandelt werden. Problematische anatomische Gegebenheiten wie Nasenpolypen oder eine schiefe Nasenscheidewand können chirurgisch mithilfe einer Endoskopie beseitigt werden.

Wie kann man einer Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen?

Grundsätzlich sind alle Maßnahmen ratsam, die das Immunsystem stärken, beispielsweise eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft. Darüber hinaus können folgende Tipps helfen, einer Sinusitis vorzubeugen:

  • Putzen Sie die Nase bei Schnupfen nur vorsichtig, um dem Schleim nicht in die Nebenhöhlen zu drücken. Drücken Sie dabei immer nur ein Nasenloch zu.
  • Die "Nase hochziehen" ist für die Nebenhöhlen schonender, als die Nase zu putzen.
  • Achten Sie bei kalten Temperaturen darauf, auch den Kopf warmzuhalten.
  • Trinken Sie viel, um die Schleimhäute zu befeuchten und den Schleim zu verdünnen.
  • Nasensprays mit Meersalz oder Nasenspülungen mit der Nasendusche helfen ebenfalls, Schleimhäute feucht zu halten. Vermeiden Sie zu trockene Raumluft (im Winter oft bedingt durch Heizungen), indem Sie regelmäßig lüften und eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen.
  • Verwenden Sie abschwellende Nasensprays nie länger als eine Woche.
  • Ein allergischer Schnupfen sollte behandelt werden, etwa durch eine Hyposensibilisierung oder Antihistaminika.

Bei chronischen oder häufig wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen sollten Sie sich durch Ihren HNO-Arzt beraten lassen, um die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Die richtige Behandlung einer akuten Sinusitis ist wichtig, um der Entstehung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung vorzubeugen.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
J01.-, J32.-

Aktualisiert: 25.11.2020 - Autor: Dagmar Reiche; überarbeitet: Silke Hamann

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