Morbus Menière

Frau mit Morbus Menière bei Ohrenuntersuchung © istockphoto, didesign021

Morbus Menière ist ein komplexes Krankheitsbild des Innenohrs, das sich durch Schwindelanfälle oder Drehschwindel in Verbindung mit Hörverlust, Druckgefühl im Ohr sowie Ohrgeräusche oder Klingeln äußert. Etwa 2,6 Millionen Menschen in Europa und den Vereinigten Staaten leiden unter Morbus Menière. Erfahren Sie hier mehr über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Morbus Menière.

Morbus Meniere: Symptome und Diagnose

Ohne Vorwarnung spürte Konrad G., 42 Jahre alt und von Beruf Lehrer, eines abends einen starken Druck in der rechten Schädelhälfte. Etwas später wurde ihm schwindelig, er hatte das Gefühl, dass sich alles um ihn herum dreht, dann musste er erbrechen. Später ließ der Schwindel nach, aber er empfand einen Druck im rechten Ohr und hatte das Gefühl, schlecht zu hören.

Gleich am nächsten Tag suchte er seinen Arzt auf. Der Hausarzt hatte sofort den Verdacht, dass eine Erkrankung des Innenohrs die Ursache der Beschwerden war. Die nach dem französischen Arzt Prosper Menière (1799-1862) benannte Krankheit Morbus Menière beeinflusst negativ den Gleichgewichtssinn und traf tatsächlich auf Konrad G. zu. Bei vielen Patienten jedoch wird die Krankheit nicht richtig diagnostiziert und ein langer Weg über viele Fachärzte führt erst spät zur richtigen Diagnose.

In den Industrienationen schätzt man, dass jeder 1000. Mensch an Morbus Menière erkrankt. Vor allem Personen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr sind von der Krankheit des Innenohrs betroffen. Bei jedem fünften Patienten gibt es diese Erkrankung bereits in der Familie.

Zu viel Flüssigkeit im Innenohr

Die Morbus Meniere Symptome entstehen, weil sich zu viel Flüssigkeit im Labyrinth des Innenohrs ansammelt, in jenem Teil des Innenohres also, der für den Gleichgewichtssinn und das Hören zuständig ist. Im Innenohr befinden sich die Gehörschnecke und Bogengänge. Sie bestehen aus Knochen, die mit einer weichen Membran ausgelegt sind. In der Gehörschnecke und in den Bogengängen zirkuliert eine Flüssigkeit – sie heißt Endolymphe. In der Gehörschnecke wird die Bewegung der Endolymphe durch Schallwellen ausgelöst. So werden Schallsignale ans Gehirn gesendet.

Die Bewegung der Endolymphe in den Bogengängen gibt dem Gehirn Aufschluss über die Körperposition. Kommt es nun durch eine zu große Menge endolymphatischer Flüssigkeit zu erhöhtem Druck im Innenohr, so können dessen Gänge anschwellen und ihre Funktion dadurch eingeschränkt sein. Durch den Druck im Hörzentrum erhält das Gehirn verwirrende akustische Signale wie Geräusche oder Klingeln (Tinnitus) oder es erhält überhaupt keine Signale mehr (Hörverlust).

Bei überhöhtem Druck im Gleichgewichtsorgan erhält das Gehirn Fehlermeldungen bezüglich Bewegung und Körperlage – Schwindelgefühl entsteht. Die Anfälle äußern sich sehr unterschiedlich: Sie können selten bis häufig auftreten. Und sie können zwischen Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Nach dem Anfall sind Betroffene zunächst erschöpft, jedoch überwiegend beschwerdefrei.

Morbus Meniere: Ursachen unbekannt

Die genauen Morbus Meniere Ursachen dieser Innenohrkrankheit sind nicht bekannt. Als mögliche Ursachen vermuten Ärzte Veränderungen Stoffwechsel- und Hormonhaushalt, außerdem kommen Kreislaufstörungen, Stress und seelische Faktoren in Betracht. Die Entwicklung der Menière-Erkrankung ist von Person zu Person unterschiedlich. Bei über zwei Drittel der Patienten verbessern sich die Symptome nach und nach und der Schwindel wird mit der Zeit weniger. Bei den übrigen Patienten werden die Schwindelattacken und der Tinnitus immer schlimmer und ihr Hörvermögen nimmt stetig ab.

Aktualisiert: 20.09.2012 – Autor: bo

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?