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Schwindel: Psychische Ursachen

Zentraler Schwindel

Neben einer Erkrankung des peripheren Gleichgewichtsorgans kann Schwindel auch durch die Schädigung von Strukturen im Gehirn ausgelöst werden – diese Form des Schwindels wird als zentraler Schwindel bezeichnet. Mögliche Ursachen können unter anderem ein Schlaganfall, multiple Sklerose oder ein vorzeitiges Altern des Kleinhirns sein. Eine andere häufige Form ist die sogenannte Schwindelmigräne.

„Zentraler Schwindel wird sehr häufig durch einen Schlaganfall ausgelöst. Dabei handelt es sich um einen absoluten Notfall, bei dem schnelles Handeln notwendig ist“, betont Strupp. „Neben akutem Schwindel können bei einem Schlaganfall weitere Begleitsymptome wie beispielsweise Schluck- und Sprechstörungen sowie Doppelbilder auftreten.“

Phobischer Schwankschwindel

Schwindel kann nicht nur körperliche, sondern auch psychische Ursachen haben, wie es beim phobischen Schwankschwindel der Fall ist. Dabei haben die Betroffenen im Gegensatz zum Drehschwindel das Gefühl, dass der Boden unter ihren Füßen schwankt. Neben dem Schwindel können Benommenheit sowie Stand- und Gangstörungen als Begleitsymptome auftreten.

„Phobischer Schwankschwindel trifft vor allem äußerst korrekte und pflichtbewusste Menschen“, sagt Strupp. „Charakteristisch ist, dass sich der Schwindel in bestimmten Situationen verschlechtert, beispielsweise in engen Räumen oder größeren Menschenmengen. Dies führt dazu, dass die Betroffenen solche Situationen gezielt vermeiden. Durch Sport oder kleine Mengen Alkohol verbessert sich der Schwankschwindel dagegen.“

Strupp betont, dass es bei phobischem Schwankschwindel besonders wichtig sei, den betroffenen Patienten zu erklären, wie ihr Schwindel entsteht und ihnen dadurch auch die Angst vor einem körperlichen Problem zu nehmen. Anschließend sollten die Betroffenen regelmäßig leichten Sport treiben und unangenehme Situationen nicht länger vermeiden. Bei einzelnen Patienten, die nicht auf diese Maßnahmen ansprechen, kann der Schwankschwindel auch mit Medikamenten behandelt werden.

Chronischer Schwindel – welche Ursachen gibt es?

Schwindel tritt meist in Form von akuten Schwindelattacken auf, für einige Betroffene kann er aber auch zu einem ständigen Begleiter werden. „Zu den Ursachen, die chronischem Schwindel zugrunde liegen können, gehören der beidseitige Ausfall der Gleichgewichtsorgane und der phobische Schwankschwindel“, erklärt Strupp. „Daneben kann ein chronischer Schwindel aber auch bei Erkrankungen des Kleinhirns auftreten.“

Schädigungen im Bereich des Kleinhirns können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise werden sie durch ein vorzeitiges Altern von Zellen des Kleinhirns oder durch vererbliche Erkrankungen hervorgerufen. Je nach Ursache können bei Kleinhirnschäden neben Schwindel noch weitere Begleitsymptome wie Augenbewegungsstörungen auftreten.

Auch ein Ausfall der Gleichgewichtsorgane kann unterschiedliche Gründe haben. Typisches Symptom für einen solchen Ausfall sind Schwankschwindel und Sehstörungen – die Betroffenen haben den Eindruck, dass fixierte Objekte sich bewegen. Zudem geben die Patienten häufig an, dass sich Schwankschwindel und Gangstörungen im Dunklen verstärken. Dies hängt damit zusammen, dass den Patienten dann die Informationen, die im Hellen über die Augen wahrgenommen werden, fehlen.

Ein Ausfall beider Gleichgewichtsorgane lässt sich manchmal durch ein Gleichgewichtstraining etwas kompensieren. Unter Anleitung eines Physiotherapeuten wird dabei geübt, andere Sinne für die Erhaltung des Gleichgewichtes zu nutzen. Trotzdem lassen sich die Beschwerden auf diesem Weg nicht bei allen Patienten vollständig beheben.

Aktualisiert: 27.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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