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Mittelohrentzündung (Otitis media)

Frau mit Mittelohrentzündung beim Arzt © istockphoto, didesign021

Stechend und klopfende Schmerzen im Ohr, meist nach einer vorherigen Erkältung – solche Symptome sprechen gerade bei jüngeren Kindern für eine akute Mittelohrentzündung. Oft helfen Hausmittel, die Ohrenschmerzen zu lindern und die Dauer der Mittelohrentzündung zu verkürzen. Zu den Risikofaktoren einer Mittelohrentzündung zählen unter anderem Zigarettenrauch oder anatomische Besonderheiten.

Entstehung und Formen einer Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung wird überwiegend durch Erkältungsviren ausgelöst. Sie wandern über den Verbindungsgang (Eustach-Röhre) aus dem Rachenraum ein und verursachen in der Schleimhaut des Mittelohres eine Entzündung. Nur wenn das Trommelfell ein Loch hat, können Keime auch von außen durch den Gehörgang eindringen, selten erfolgt ein Einwandern über den Blutweg. In etwa 10 Prozent der Fälle sind Bakterien wie Pneumokokken oder Hämophilus an einer Mittelohrentzündung beteiligt.

Manchmal kehrt die Mittelohrentzündung bei Kindern ständig wieder oder heilt nicht richtig aus. Solch eine chronische Mittelohrentzündung geht wiederholt mit Eiteransammlungen im Mittelohr einher, welche sich oft durch das – irgendwann gerissene – Trommelfell entleeren.

Mittelohrentzündung: Ursachen und Risikofaktoren

Warum einige Kinder immer wieder an Mittelohrentzündungen erkranken, andere dagegen kaum, ist nicht genau bekannt. Stillen in den ersten drei Lebensmonaten scheint gegen Mittelohrentzündungen zu schützen. Als Risikofaktoren und Ursachen für eine Mittelohrentzündung werden vermutet:

  • Viel Kontakt mit anderen Kindern (Geschwister, Kindertagesstätte) und dadurch mit Erregern
  • Ständiges Nuckeln am Schnuller
  • Zigarettenrauch in Innenräumen
  • Schadstoffe in der Außenluft
  • Anatomische Besonderheiten, z.B. Gaumenspalten oder große Rachenmandeln
  • Möglicherweise Allergien und der Rückfluss von Magensäure in den Rachen

Mittelohrentzündung: Symptome und Anzeichen

Durch die Entzündung bildet die Schleimhaut im Mittelohr vermehrt Sekret (Paukenerguss). In der Folge schwillt der bei Kindern noch sehr enge Verbindungsgang zum Rachenraum zu. Das Sekret kann nicht abfließen und drückt von innen gegen das Trommelfell. Das verursacht die starken Ohrenschmerzen, welche eines der typischen Symptome einer Mittelohrentzündung sind. Meist ist nur ein Ohr von einer Mittelohrentzündung und deren Symptomen betroffen.

Die akuten Schmerzen dauern wenige Stunden bis zu drei Tagen. Der Paukenerguss kann allerdings noch bis zu einem Monat bestehen bleiben und vorübergehende Schwerhörigkeit verursachen. Falls der Druck zu stark ist, kann das Trommelfell platzen und das Sekret abfließen. Dadurch lassen die Schmerzen abrupt nach. Der Riss heilt meist innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst wieder zu.

Beim Kleinkind sind die Symptome der Mittelohrentzündung – Husten, Schnupfen, Ohrenschmerzen, eventuell Fieber – oft nicht so eindeutig. Stattdessen hat es möglicherweise Bauchweh und Durchfall. Babys sind unruhig, schreien und essen nicht, manchmal greifen sie sich ständig an das betroffene Ohr.

Aktualisiert: 12.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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