Was tun bei einer Mittelohrentzündung?

Mittelohrentzündung bei einem Kind © tung256

Eine Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend. Ansteckend ist allerdings die Erkältung, welche dieser in aller Regel vorausgeht. Ob diese Keime beim infizierten Kind nur Husten und Schnupfen oder dann wiederum eine Mittelohrentzündung hervorrufen, ist individuell unterschiedlich. Was tun gegen eine Mittelohrentzündung? Können Antibiotika helfen? Bei Ohrenschmerzen sollten Sie mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen. Der kann man einer einfachen Ohrenspiegelung feststellen, ob eine Mittelohrentzündung und ein Paukenerguss vorliegen.

Was hilft bei einer Mittelohrentzündung?

Fragen Sie den Arzt, ob Ihr Kind dem Kindergarten oder der Schule fernbleiben muss. Auf Schwimmen sollte einige Wochen verzichtet werden. Treten Mittelohrentzündungen immer wieder auf, sollte Chlorwasser gemieden werden. Meist wird der Arzt nach einem Monat das Ohr noch einmal untersuchen, um bleibende Störungen auszuschließen.

  • Ob zur Behandlung einer Mittelohrentzündung Antibiotika nötig sind, entscheidet der Arzt – je nach Untersuchungsbefund, Schmerzen, Alter und Allgemeinzustand. Man weiß mittlerweile, dass 4 von 5 akuten Mittelohrentzündungen von selbst abheilen. Studien haben gezeigt, dass Antibiotika zwar die Dauer der Schmerzen verkürzen (was auch mit Schmerzmitteln zu erreichen ist), den sonstigen Verlauf aber meist nicht nennenswert beeinflussen.
  • Gegen Schmerzen und Fieber im Rahmen einer Mittelohrentzündung helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen-Saft oder Paracetamol-Zäpfchen.
  • Abschwellende Nasentropfen werden zwar hin und wieder verordnet; Studien konnten jedoch keinen Effekt bei der Mittelohrentzündung nachweisen.
  • Antibiotische Ohrentropfen sind bei intaktem Trommelfell wirkungslos, da sie nicht bis zum Mittelohr gelangen. Ist das Trommelfell entzündet, helfen allerdings betäubende Ohrentropfen gegen die Schmerzen.

Vom Fliegen während einer akuten Mittelohrentzündung wird abgeraten. Die Schleimhäute und der Verbindungsgang zwischen Nasenrachenraum sind geschwollen, wodurch der Druckausgleich nicht mehr möglich ist. Das führt zu starken Schmerzen, im schlimmsten Fall zum Hörsturz und bleibenden Beeinträchtigungen.

Hausmittel und Homöpathie bei Mittelohrentzündungen

Wie bei jeder fieberhaften Infektion sollte Ihr Kind sich auch bei einer Mittelohrentzündung schonen und ausreichend trinken. Geeignet sind Wasser, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte und Kräuter- oder auch Erkältungstees. Als Hausmittel bei Mittelohrentzündungen hat sich vor allem die Zwiebel bewährt; doch auch andere Maßnahmen aus Homöpathie und Hausmitteln kommen zum Einsatz.

  • Heilpflanzen & Wickel: Warme Ohrenwickel haben bei vielen Kindern eine erstaunliche Wirkung gegen eine Mittelohrentzündung. Falls Sie der Geruch nicht stört, sind Zwiebelsäckchen besonders wirksam gegen die Schmerzen und Entzündung, ansonsten ist Kamille eine Alternative. Auch nur eine Wärmflasche lindert die Schmerzen.
  • Homöopathie: Bei einer Mittelohrentzündung mit akutem Beginn mit hohem Fieber hilft möglicherweise Aconitum oder alternativ Belladonna. Bei weniger heftigem Beginn, ist möglicherweise Pulsatilla das Mittel der Wahl.
  • In der Apotheke sind auch Kombinationspräparate (zum Beispiel Otovowen®) erhältlich, die das Immunsystem stimulieren und gegen die Entzündung, Schmerzen und den Schleim helfen.

Aktualisiert: 12.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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