Ohrenschmerzen: Was tun?

Frau leidet an Ohrenschmerzen © istockphoto, seoterra

Was tun bei Ohrenschmerzen?

Die Behandlung der Ohrenschmerzen richtet sich stets nach der Ursache der Schmerzen. Um bleibende Schäden am Ohr zu vermeiden, sollten Sie bei Ohrenschmerzen in jedem Fall frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Da Ohrenschmerzen in den meisten Fällen durch Bakterien hervorgerufen werden, werden sie häufig mit Antibiotika behandelt. Diese werden direkt ins Ohr getropft, damit sie die Bakterien an ihrem Wirkungsort bekämpfen können. Zusätzlich zu den Antibiotika können außerdem schmerzlindernde Ohrentropfen eingesetzt werden.

Ohrenschmerzen richtig behandeln

Werden die Ohrenschmerzen durch eine Entzündung der Ohrmuschel hervorgerufen, wird die Entzündung äußerlich durch Salben oder Cremes behandelt.

Ist der Gehörgang durch einen Fremdkörper oder einen Ohrenschmalzpfropfen verstopft, muss dieser vom Arzt entfernt werden. Ein Ohrenschmalzpfropfen kann dabei entweder herausgespült werden oder mit einem Sauger herausgesaugt werden.

In einigen Fällen reicht eine äußerliche Behandlung durch Ohrentropfen oder Salben jedoch nicht aus: Bei einer Mittelohrentzündung kann es beispielsweise vorkommen, dass das Trommelfell geöffnet werden muss, damit der Eiter aus dem Mittelohr abfließen kann.

In der Regel heilen Verletzungen des Trommelfells innerhalb von zwei Wochen von selbst ab, durch eine äußere Schienung des Trommelfells kann der Heilungsprozess jedoch unterstützt werden. Verheilt ein Loch im Trommelfell innerhalb von zwei Monaten nicht, kann durch eine Operation ein künstliches Trommelfell eingesetzt werden.

Hausmittel bei Ohrenschmerzen: nicht immer geeignet

Ohrenschmerzen lassen sich nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Hausmitteln gut behandeln. Bei allen Hausmitteln sollten Sie jedoch beachten, dass nicht jede Anwendung bei allen Ursachen hilfreich ist. Vor dem Einsatz der Hausmittel sollten Sie deswegen stets mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten.

Denn wenn Ohrenschmerzen gar nicht oder falsch behandelt werden, kann dies – je nach Ursache – schwerwiegende Konsequenzen haben, wie einen langfristigen Verlust des Gehörs, Gesichtslähmungen oder eine Hirnhautentzündung.

4 Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Wir haben hier einige bekannte Hausmittel zur Behandlung von Ohrenschmerzen für Sie zusammengestellt:

  • Schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Stücke, legen Sie diese in ein Taschentuch und zerdrücken Sie die Zwiebel langsam, bis sich das Taschentuch mit Saft vollgesaugt hat. Legen Sie das Taschentuch anschließend für eine halbe Stunde auf das erkrankte Ohr. Alternativ können Sie auch heiße, zerdrückte Kartoffeln in ein Taschentuch wickeln und auf das schmerzende Ohr legen.
  • Zerhacken Sie Petersilie in kleine Stücke, geben Sie diese in ein Tuch und legen Sie es auf das erkrankte Ohr. Dort sollten Sie die Petersilie mindestens eine halbe Stunde lang einwirken lassen.
  • Bestrahlen Sie das schmerzende Ohr mit Rotlicht: Dabei sollte der Abstand zum Ohr mindestens 50 Zentimeter betragen und die Bestrahlung über einen Zeitraum von 10 Minuten erfolgen. Liegt eine Entzündung des Gehörgangs vor, sollte dieses Hausmittel allerdings nicht angewendet werden, da das Ohr in diesem Fall gekühlt werden muss.
  • Verrühren Sie frisches Senfmehl mit etwas warmem Wasser zu einer Paste und streichen Sie diese auf ein Tuch. Legen Sie das Tuch für etwa 15 Minuten hinter das schmerzende Ohr. Ein solcher Umschlag sollte höchstens einmal täglich angewendet werden und bei Brennen auf der Haut sofort entfernt werden.
5 Fakten über Ohrenschmerzen (Infografik)

5 Fakten über Ohrenschmerzen – © tung256

Ohrenschmerzen vorbeugen

Ohrenschmerzen lassen sich nicht verhindern, mit einigen Tipps und Tricks können Sie jedoch das Risiko für das Auftreten von Ohrenschmerzen deutlich verringern.

Um Ohrenschmerzen vorzubeugen, ist die richtige Pflege des Ohres besonders entscheidend. Wichtig ist, dass Sie zum Säubern der Ohren keine Wattestäbchen verwenden, da auf diesem Weg entweder zu viel schützendes Ohrenschmalz entfernt oder es zu einem harten Pfropf zusammengedrückt wird.

Ebenso sollte das Ohr nicht mit harten oder spitzen Gegenständen gesäubert werden, da diese zu Verletzungen im Ohr führen können. Da sich der Gehörgang in der Regel selbst reinigt, genügt es, die Ohrmuschel vorsichtig mit einem feuchten Tuch zu säubern.

Schutz der Ohren vor Reizung und Keimen

Wenn Sie häufig schwimmen gehen, sollten Sie eine Badekappe oder Ohrenstöpsel tragen, um die Ohren zu schützen. Denn die Gehörgangshaut wird durch das Chlor im Badewasser gereizt. Zudem lässt Wasser in den Ohren Bakterien schneller vordringen. Deswegen sollten Sie Ihre Ohren nach dem Duschen oder Schwimmen vorsichtig mit einem weichen Tuch trocken tupfen.

Verwenden Sie Ohrstöpsel als Lärmschutz so sollten Sie darauf achten, die Stöpsel nicht zu fest ins Ohr zu drücken und die Stöpsel regelmäßig zu wechseln. Ansonsten können sich auf den Stöpseln Keime vermehren und beim nächsten Tragen ins Ohr gelangen.

Ohrenschmerzen im Flugzeug vermeiden

Wenn Sie größeren Luftdruckveränderungen wie beispielsweise beim Fliegen oder Tauchen ausgesetzt sind, können abschwellende Nasensprays den Druckausgleich im Ohr unterstützen. Auch Kaugummikauen, bewusstes Schlucken sowie das Ausatmen gegen die zugehaltene Nase können hilfreich sein. Sind Sie stark erkältet, sollten Sie besser nicht fliegen oder tauchen.

Aktualisiert: 05.06.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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