Seitenstrangangina: Was tun?

Mann mit Seitenstrangangina beim Arzt © istockphoto, didesign021

Bei einer Seitenstrangangina (Angina lateralis) handelt es sich um eine relativ seltene Rachenentzündung. Sie tritt oftmals als Folge einer Erkältung auf. Typische Symptome sind Hals- und Ohrenschmerzen sowie Schluckbeschwerden. Je nach Schwere der Erkrankung können Hausmittel zur Therapie der Seitenstrangangina genügen. In einigen Fällen ist jedoch auch die Behandlung mit einem Antibiotikum nötig.

Seitenstrangangina: Infektion als Ursache

Bei einer Seitenstrangangina sind in erster Linie die Lymphbahnen in der seitlichen hinteren Rachenwand betroffen. Diese werden als ‚Seitenstränge‘ bezeichnet. Hinsichtlich des Befalls der Lymphknoten unterscheidet sich eine Seitenstrangangina deutlich von einer normalen Rachenentzündung, wie sie beispielsweise im Rahmen einer Erkältung auftritt. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Entzündung der Rachenschleimhaut.

Eine Seitenstrangangina ist oftmals die Folge einer Erkältung. Durch die Erkältung sind die Seitenstränge bereits geschwächt und können dann leichter von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren besiedelt werden. Die Erkrankung kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten.

Besonders anfällig für eine Seitenstrangangina sind Personen, denen die Mandeln entfernt wurden. Da bei ihnen die Schutzfunktion der Mandeln fehlt, können Krankheitserreger besonders leicht in den Rachen gelangen.

Typische Symptome einer Seitenstrangangina

Bei einer Seitenstrangangina treten ebenso wie bei einer normalen Rachenentzündung Symptome wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Ebenso sind geschwollene Lymphknoten, die empfindlich auf Druck reagieren, typisch für die Infektion.

Darüber können Betroffene bei einer Seitenstrangangina unter Ohrenschmerzen leiden. Durch die Nähe der Seitenstränge zur Eustachischen Röhre, die Ohr und Nasen-Rachen-Raum verbindet, ist bei einem schwereren Verlauf auch eine Mittelohrentzündung als Komplikation möglich.

Weitere Symptome einer Seitenstrangangina sind:

  • Gerötete und geschwollene Lymphbahnen, die eventuell mit weißen Stippen belegt sind
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber

Da eine Seitenstrangangina ansteckend ist, sollten Sie den Kontakt zu infizierten Personen meiden und auf eine sorgfältige Hygiene (beispielsweise häufiges Händewaschen) achten.

Richtige Diagnose

Erkältungsanzeichen, die mit Ohrenschmerzen einhergehen, sind typische Anzeichen einer Seitenstrangangina. Der Arzt kann diese Vermutung durch eine Untersuchung des oberen Rachenraumes bestätigen: Sind die Seitenstränge gerötet, geschwollen und eventuell weiß gestippt, ist eine Seitenstrangangina wahrscheinlich. Mit Hilfe eines Abstriches der Rachenschleimhaut kann der Arzt überprüfen, ob die Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde. Dies ist wichtig, da bei einer bakteriellen Infektion eventuell der Einsatz eines Antibiotikums Sinn macht.

Seitenstrangangina mit Antibiotikum behandeln

Eine Seitenstrangangina heilt meistens problemlos aus – Komplikationen treten nur selten auf. In leichten Fällen ist keine Therapie mit einem Antibiotikum nötig. Oftmals genügt es, wenn sich der Patient ausgiebig schont und viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Auch Halswickel, Lutschtabletten und Nasentropfen können helfen, die Symptome zu lindern. Bei Fieber oder Schmerzen sind Schmerzmittel mit Paracetamol empfehlenswert.

Verschwinden die Symptome nach einigen Tagen nicht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie unter hohem Fieber oder starken Schmerzen leiden. Der Arzt kann dann entscheiden, ob ein Antibiotikum zur Behandlung der Seitenstrangangina verwendet werden sollte. Rechtzeitig eingesetzt können durch ein Antibiotikum Komplikationen wie ein Abszess oder eine Mittelohrentzündung verhindert werden.

Therapie mit Hausmittel

Bei einer Seitenstrangangina ist der Einsatz von Hausmitteln in jedem Fall sinnvoll. Bei leichteren Verläufen genügen diese als alleinige Therapie, in schwereren Fällen kommen sie ergänzend zu einem Antibiotikum zum Einsatz. Mögliche Hausmittel sind:

  • Kamillen- oder Salbeitee
  • Inhalieren mit Kamillentee
  • Gurgeln mit Salzwasser
  • Warme Halswickel

Wenn Sie auf homöopathische Mittel vertrauen, ist Phytolacca zur Behandlung einer Seitenstrangangina empfehlenswert.

Dauer einer Seitenstrangangina

Als Richtwert gilt, dass eine Seitenstrangangina innerhalb von drei bis sechs Tagen wieder ausheilen sollte. Zumindest Fieber und Schluckbeschwerden sollte nach dieser Dauer wieder verschwunden sein. Ist dies nicht der Fall oder treten starke Beschwerden auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn eine rechtzeitige Behandlung ist wichtig, um Komplikationen wie eine Mittelohrentzündung, einen Paukenerguss, einen Abszess im Bereich der Gaumenmandel sowie Folgekrankheiten zu verhindern.

Aktualisiert: 13.05.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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