Abszesse – gefährliche Eiterbeulen: Behandlung und Komplikationen

Auf der Haut, am After, oder im Körperinneren – ein Abszess kann sich überall bilden. Wir erklären im Folgenden, wie Sie ein Abszess effektiv behandeln können, wann ein Abszess gefährlich wird und welche Komplikationen unter Umständen entstehen können. Wichtig ist jedoch immer die Einhaltung der gängigen Hygienemaßnahmen. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

Behandlung von Abszessen

Kleinere Abszesse an der Haut müssen oft gar nicht behandelt werden. Allerdings können sogenannte Zugsalben mit dem Wirkstoff Ammoniumbituminosulfat (gibt es auch gegen Pickel) oder heiße, feuchte Umschläge helfen, den Abszess "reifen" zu lassen.

Hygiene an erster Stelle

Beim Ausdrücken eines größeren Pickels oder beim Öffnen eines Abszesses sollten Sie daran denken, dass der Eiter ansteckend ist. Sorgfältige Hygiene ist also oberstes Gebot: Händewaschen vorher und nachher sollte ebenso selbstverständlich sein wie das Wechseln von Handtüchern und Bettzeug.

Auch Kontakt zu anderen Wunden, Körperöffnungen oder einem Helfer müssen Sie vermeiden.

Scheuen Sie sich nicht, auch bei kleineren Abszessen Ihren Arzt aufzusuchen – mit seiner Erfahrung werden Komplikationen vermieden und mögliche Ursachen können aufgedeckt werden.

Bei größeren Abszessen: OP

Bei größeren und tief liegenden Abszessen hilft nur ein chirurgischer Eingriff: Das Gewebe wird unter Narkose gespalten, und die Abszesshöhle drainiert, das heißt, mit einem kleinen Schlauch oder einer Tamponade wird das Wundsekret nach außen abgeleitet.

Bei Fieber und größeren Abszessen wird die Entzündung im Körper dazu meist mit einem Antibiotikum bekämpft – so haben die Bakterien keine Chance!

Komplikationen mit Abszessen

Bei Abszessen im Gesicht ist Vorsicht geboten: Jegliches Manipulieren selbst an kleineren Pickeln oberhalb der Oberlippe sollte unterbleiben, denn die Eitererreger können ins Gehirn transportiert werden. Der Blutabfluss von Gesicht und Gehirn ist durch kleine Venen miteinander verbunden, sodass eine bakterielle Hirnhautentzündung entstehen kann.

Bei jeder größeren Abszessbildung in der Haut besteht auch die Gefahr, dass die bindegewebige Membran, die den Abszess umgibt, nicht ausreicht, um die Entzündung nur auf diesen Ort zu beschränken. Es kann eine Phlegmone entstehen, also eine flächenhafte Ausbreitung der Entzündung im Bindegewebe. Dabei kommt es zu einer Rötung und Erwärmung des betroffenen Bereichs, Fieber und einer Erhöhung der weißen Blutkörperchen im Blut.

Abszesse in Verbindung mit anderen Krankheiten

Es gibt viele Erkrankungen, bei denen das geschwächte Immunsystem des Betroffenen zu einem vermehrten Auftreten von Abszessen führt: Krebserkrankungen und AIDS zählen dazu genauso wie Alkoholismus und Diabetes mellitus.

Treten immer wieder Abszesse im Bereich der Achselhöhlen, des Genitalbereichs oder des Afters auf, sollte eine Akne inversa in Betracht gezogen werden.

Aktualisiert: 28.01.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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