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Blutschwämmchen auf der Haut

Blutschwämmchen (Hämangiom) am Bauchnabel © iStock.com/Kluva

Ein kleiner Schreck bleibt nicht aus, wenn plötzlich rote Flecken oder Knoten auf der Haut des Neugeborenen auftauchen. In der Regel kann der Kinderarzt beruhigen: Blutschwämmchen, oder wie der Mediziner sagt, Hämangiome, sind nichts weiter als eine Laune der Natur. In vielen Fällen verschwinden sie nach ein paar Jahren genauso plötzlich, wie sie kamen. Also erst einmal abwarten, statt behandeln? Dieser Grundsatz gilt heute nicht mehr uneingeschränkt. Was Eltern über Blutschwämmchen wissen sollten, erklären wir in diesem Artikel.

Definition: Was sind Blutschwämmchen?

Hämangiome sind gutartige Wucherungen der Blutgefäße in Haut und Unterhaut. Die Ursachen wurden bisher nicht abschließend geklärt. Anomalien bei Gewebeveränderungen oder Gewebeneubildungen kommen in Frage. Was man weiß ist: Frühgeborene und Mädchen trifft es statistisch gesehen häufiger. Zum Zeitpunkt der Geburt sind Blutschwämmchen – anders als der redensartliche Storchenbiss oder ein sogenanntes Feuermal – noch nicht vorhanden. Es entsteht erst innerhalb der ersten drei bis vier Wochen nach der Geburt.

Am Anfang sind Blutschwämmchen nur als rote Punkte sichtbar, die aber in den ersten Lebensmonaten rasch wachsen können. Diese Flecken sind zwar harmlos und bilden sich oft von alleine zurück, ohne nennenswerte Narben zu hinterlassen, dennoch ist es ratsam, das Blutschwämmchen frühzeitig vom Kinderarzt anschauen zu lassen und seine Entwicklung eventuell mit Fotos festzuhalten.

Hämangiome behandeln

Der Arzt entscheidet im Einzelfall, ob überhaupt und wenn ja, wie therapiert wird. Ist das Hämangiom oberflächlich und wird nicht als störend wahrgenommen, kann häufig abgewartet werden, ob es sich spontan von allein zurückbildet. Dies kann bis zum zehnten Lebensjahr dauern. Kleine Blutschwämmchen muss man also nicht unbedingt entfernen.

Wann muss man Blutschwämmchen entfernen?

Blutschwämmchen im Gesicht, am Hals oder im Genitalbereich sowie in kurzer Zeit heranwachsende Hämangiome gelten als "Notfälle". Das heißt, sie sollten binnen weniger Tage behandelt werden. Zu groß ist die Gefahr, dass wichtige Körperöffnungen bis hin zu lebensbedrohlichen Ausmaßen eingeengt oder verdrängt werden – beispielsweise Luftröhre, Auge, Nase, Mund und Ohr. Im Anal- und Genitalbereich drohen zusätzliche Komplikationen, wenn sich die Haut hier aufscheuert und am Inhalt der Windel infiziert.

Auch die psychische Belastung des Kindes durch Hänseleien kann für ein frühzeitiges Eingreifen sprechen.  Zu den gängigen Verfahren gehört die Vereisung des Hämangioms mittels der Kryotherapie sowie das Lasern des betroffenen Hautareals.

Wird das Blutschwämmchen aus rein kosmetischen Gründen entfernt, müssen die Kosten für den Eingriff in der Regel selbst getragen werden.

Blutschwämmchen in der Leber

Hämangiome können bei Erwachsenen als gutartige Tumore auch in inneren Organen auftreten. Besonders häufig kommen Blutschwämmchen in der Leber vor, sie können aber beispielsweise auch in Milz, Niere oder Lunge entstehen.

Frauen haben ein dreimal höheres Risiko als Männer, Blutschwämmchen in der Leber zu entwickeln, da deren Wachstum durch die Einnahme von Medikamenten, die Östrogen oder Progesteron enthalten (unter anderem die Pille), oder Schwangerschaften begünstigt wird.

Häufig treten im Zusammenhang mit Hämangiomen in der Leber keine erkennbaren oder unspezifische Symptome auf. In diesem Fall ist in der Regel auch keine Behandlung notwendig. Werden jedoch Blutschwämmchen durch Ultraschall in der Leber festgestellt, sollten sie zumindest regelmäßig kontrolliert werden. Kommt es zu Blutungen oder Thrombosen der Hämangiome, können nämlich starke Bauchschmerzen, Fieber und veränderte Leberwerte auftreten. Wird auf andere Organe durch die Blutschwämmchen Druck ausgeübt, eine Operation ratsam sein.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 29.05.2020 – Autor: überarbeitet: Jasmin Rauch

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