Gefährliche Muttermale erkennen

Gefährliches Muttermal © istockphoto, sdigital

Bei Muttermalen und Leberflecken (Nävi) handelt es sich um gutartige Wucherungen bestimmter Hautzellen. Sie können verschiedene Größen, Formen sowie Farben haben und am ganzen Körper entstehen. Muttermale sind an sich gutartig, doch aus einigen Muttermalen kann sich Hautkrebs entwickeln. Wir zeigen Ihnen, woran man ein gefährliches Muttermal erkennen kann und welche Möglichkeiten es gibt, ein solches Muttermal entfernen zu lassen.

Die Entstehung von Muttermalen

Ein Muttermal entsteht, wenn sich an einer Stelle besonders viele pigmentbildende Zellen (Melanozyten) ansammeln, die den Hautfarbstoff bilden. Deswegen haben die meisten Muttermale eine braune oder schwarze Farbe. Allerdings können Muttermale auch rötlich oder bläulich sein.

Daneben gibt es noch die sogenannten Nävuszellen, die eng verwandt mit den Melanozyten sind und ebenfalls Muttermale oder Leberflecken bilden können.

Leberfleck oder Muttermal?

Es gibt keine einheitliche Definition zur Unterscheidung eines Leberflecks von einem Muttermal. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft synonym verwendet. Gelegentlich wird die Bezeichnung Muttermal für einen angeborenen Fleck gebraucht, wohingegen die erworbene Form Leberfleck genannt wird. Teilweise findet man auch eine differenzierte Verwendung der Begriffe abhängig von Größe und Form des Flecks./p>

In der medizinischen Fachsprache werden Leberflecke und Muttermale dem Oberbegriff Pigmentnävi zugeordnet. Damit werden gutartige Hautveränderungen bezeichnet, die von den pigmentbildenden Hautzellen ausgehen. Nicht erhabene Hautflecke werden Lentigo genannt. Leberflecke, die von den Nävuszellen ausgehen, werden von Hautärzten als Nävuszellnävi bezeichnet.

Muttermale: Ursachen

Muttermale können entweder angeboren sein oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Genetisch bedingt tendieren besonders Personen mit einer sehr hellen Haut dazu, viele Muttermale auszubilden. Neuere Studien weisen allerdings daraufhin, dass die Anzahl der Muttermale nicht nur durch die Gene bestimmt wird.

Daneben spielt wohl vor allem die Zahl der Stunden, die man als Kind und Jugendlicher ungeschützt in der Sonne verbracht hat, eine entscheidende Rolle. Denn durch das UV-Licht werden Melanozyten zur Vermehrung und zur Produktion des Hautfarbstoffs Melanin angeregt, wodurch die Hautbräunung zustande kommt. Bei häufiger UV-Einstrahlung steigt jedoch auch die Wahrscheinlichkeit, dass einige Melanozyten wuchern und sich zusammenlagern: Ein Leberfleck entsteht.

Aufgrund von hormonellen Einflüssen können sich auch während der Schwangerschaft vermehrt Muttermale bilden. Zudem kommt es während dieser Zeit besonders häufig vor, dass sich gutartige Male zu bösartigen Flecken entwickeln. Deswegen sollten schwangere Frauen ihre Muttermale besonders sorgfältig kontrollieren.

Muttermale und Hautkrebs

Muttermale an sich sind gutartig – jedoch können sich einige Muttermale zu Hautkrebs entwickeln. Als gefährlich gelten Male, deren Größe, Form oder Farbe sich verändern. Solche Muttermale werden als dysplastischer Nävus bezeichnet. Im Gegensatz zu den übrigen Muttermalen vermehren sich bei ihnen verstärkt atypische Zellen. Ein dysplastischer Nävus kann – muss aber nicht – die Vorstufe eines schwarzen Hautkrebses (malignes Melanoms) darstellen.

Als besonders gefährdet gelten Menschen, die sehr viele Muttermale (mehr als 40) oder unregelmäßig geformte Muttermale haben. Sie haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Daneben steigt auch durch Hautkrebsfälle im engen Verwandtenkreis das Risiko, selbst zu erkranken, deutlich an.

Gefährliche Muttermale erkennen: Die ABCDE-Regel

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, ob ein Muttermal gefährlich sein könnte, sollte man seine Muttermale nach der ABCDE-Regel regelmäßig untersuchen.

  • Asymmetrie: Flecken, die nicht gleichmäßig rund oder oval sind, gelten als auffällig.
  • Begrenzung: Die Begrenzung des Muttermals sollte scharf sein. Bei verwaschener, ausgefranster Begrenzung ist dagegen Vorsicht geboten.
  • Color: Weist das Muttermale mehrere Farbtöne auf, sollte es vom Hautarzt kontrolliert werden.
  • Durchmesser: Muttermale, die größer als fünf Millimeter sind, sollten beobachtet werden.
  • Entwicklung: Besondere Beachtung sollte Muttermalen geschenkt werden, die sich in einem der vier oben genannten Punkte verändern.

In anderen Varianten der ABCDE-Regel steht das E für Erhabenheit: Hebt sich der Leberfleck von der umliegenden Haut ab und ist fühlbar, ist eine Kontrolle durch den Hautarzt ebenfalls ratsam.

Leberflecken – wann zum Hautarzt?

Hat man besonders viele Muttermale oder meint, ein verdächtiges Muttermal entdeckt zu haben, sollte man nicht zögern, seinen Hautarzt aufzusuchen. Denn wird Hautkrebs in einem frühen Stadium erkannt, betragen die Heilungschancen nahezu 100 Prozent.

Daneben sollte man auch einen Hautarzt aufsuchen, wenn man ein Muttermal aufgekratzt hat, wenn ein Muttermal juckt oder schmerzt und wenn ein Muttermal entzündet ist, nässt oder blutet.

Auch wenn ein auffälliger Fleck vom Hautarzt abgeklärt werden sollte, gibt es keinen Grund zur Panik. Die Kriterien des ABCDE-Schemas sind lediglich Anhaltspunkte und weisen nicht zwangsläufig auf Hautkrebs hin.

Muttermale untersuchen: das Hautkrebs-Screening

Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte seine Muttermale regelmäßig (etwa einmal pro Jahr) beim Hautarzt kontrollieren lassen. Dieser sucht mit einer speziellen Lichtlupe den gesamten Körper nach Muttermalen ab und kann gefährliche Muttermale schnell erkennen. Zudem kann mithilfe von Fotos das Aussehen der Muttermale festgehalten werden – so können beim nächsten Kontrolltermin Veränderungen leicht festgestellt werden.

Ob ein Muttermal tatsächlich bösartig ist, kann endgültig jedoch erst nach dessen Entfernung durch die Untersuchung des Gewebes (Biopsie) festgestellt werden.

Ab dem 35. Lebensjahr wird von der gesetzlichen Krankenkasse alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening bezahlt – privat Versicherte können sich jedes Jahr kostenfrei untersuchen lassen. Vor dem 35. Lebensjahr müssen gesetzlich Versicherte das Hautkrebs-Screening selbst bezahlen, je nach Praxis kostet das Screening etwa zwischen 30 und 50 Euro. Unter bestimmten Umständen können die Kosten der Untersuchung jedoch auch von der Krankenkasse übernommen werden.

Entfernung von Muttermalen

Steht ein Muttermal im Verdacht, bösartig zu sein, wird es – zumeist unter örtlicher Betäubung – entfernt. Zur Entfernung des Muttermals stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Größere Muttermale werden mit einem Skalpell herausgeschnitten, kleinere Muttermale können auch herausgestanzt werden. Wird das Mal mit einem Skalpell herausgeschnitten, muss die Wunde anschließend – je nach Größe – in der Regel mit einem oder mehreren Stichen genäht werden.

Wenn möglich sollte das Muttermal – sofern es sich nicht um einen kosmetischen Eingriff handelt – nicht mit einem Laser oder mithilfe von Kältetherapie entfernt werden, da das Gewebe dabei zerstört wird und anschließend nicht mehr untersucht werden kann. Auf keinen Fall sollte man übrigens versuchen, das Muttermal selbst zu entfernen. Dies kann nicht nur zu hässlichen Narben führen, sondern auch lebensgefährliche Infektionen zur Folge haben.

Wurde ein Muttermal entfernt, sollte etwa zwei Wochen lang auf sportliche Aktivitäten sowie Bewegungen, die die betroffene Region besonders belastet, verzichtet werden. Zudem sollte die Wunde über einen bestimmten Zeitraum nicht mit Wasser in Kontakt kommen.

Leberfleck entfernen aus optischen Gründen

Wenn ein Muttermal aufgrund seiner Größe oder Lage optisch stört, kann eine Entfernung auf Wunsch des Patienten auch ohne medizinischen Anlass erfolgen. Dabei wird das Gewebe weniger großzügig ausgeschnitten, um die Narbenbildung möglichst gering zu halten. Allerdings wird auch bei der Entfernung aus kosmetischen Gründen eine Gewebeprobe untersucht, um mögliche bösartige Veränderungen im Frühstadium zu erkennen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Entfernung grundsätzlich dann, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Eine Entfernung aus rein ästhetischen Gründen muss also in aller Regel vom Patienten selbst bezahlt werden. Ist der Leberfleck jedoch optisch so störend, dass eine psychische Belastung vorliegt, ist eine Kostenübernahme unter Umständen möglich.

Vier Tipps zum richtigen Verhalten bei Muttermalen

Beachten Sie folgende Tipps zum richtigen Umgang mit Muttermalen:

  1. Falls Sie einer Risikogruppe angehören, sollten Sie Ihre Haut einmal pro Monat genau untersuchen und auf Veränderungen achten. Stellen, die Sie selbst nicht gut einsehen können, wie beispielsweise die Kopfhaut, sollten von einer anderen Person untersucht werden.
  2. Lassen Sie Ihre Muttermale regelmäßig vom Hautarzt kontrollieren. Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn Sie verdächtige Veränderungen an einem Muttermal beobachten, sollten sie sofort einen Termin bei Ihrem Hautarzt ausmachen.
  3. Wenn Sie unter besonders vielen oder unregelmäßig geformten Muttermalen leiden, sollten Sie die pralle Sonne meiden und sich im Sommer eher im Schatten aufhalten. Wenn Sie in die Sonne gehen, sollten Sie sich mit einem hohen Sonnenschutzfaktor eincremen. Besonders bei Kindern ist ein ausreichender Sonnenschutz wichtig, da Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache ansteigen lassen.
  4. Verfallen Sie nicht sofort in Panik, wenn Sie ein unregelmäßiges Muttermal entdecken. Nur selten steckt hinter dem Muttermal tatsächlich ein schwarzer Hautkrebs – meistens sind die Flecken harmlos.

Aktualisiert: 29.01.2019 – Autor: Kathrin Mehner und Jana Wittkowski

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?