Fußpilz erkennen und behandeln

Fußpilz zählt zwar zu den häufigsten Infektionen, doch kaum jemand spricht darüber. Zu den typischen Anzeichen gehören gerötete und schuppende Haut. Doch nur, wenn der Fußpilz frühzeitig behandelt wird, kann man verhindern, dass die Infektion auch auf die Nägel übergreift und Nagelpilz (Onychomykose) verursacht. Erfahren Sie hier, welche Formen von Fußpilz es gibt und wie Sie Fußpilz erkennen und behandeln können.

Weiterlesen

Verschiedene Formen von Fußpilz

Fußpilz zwischen den Zehen © iStock.com/burakkarademir
1|8

Je nachdem, wo die Beschwerden auftreten und wie sich der Fußpilz äußert, unterscheidet man drei Formen der Pilzinfektion am Fuß:

  • Interdigitale Form: Bei der häufigsten Form kommt es zu Rötung und Juckreiz im Zwischenraum der Zehen. Mit fortschreitender Infektion beginnt sich die Haut zu schuppen bis hin zu tiefen Hautrissen, die sehr schmerzhaft sind. Zusätzlich bilden sich oftmals an den Seiten der Zehen kleine Blasen.
  • Squamös-hyperkeratotische Form: An den Fußsohlen beginnend breitet sich diese Form des Fußpilzes über die Seiten und den Fußrücken aus. Sie tritt häufig bei Menschen mit Diabetes mellitus auf. Zu Beginn ist die Haut an den Füßen entzündet und Hautschuppungen treten auf. Unbehandelt verhornt die Haut sehr stark und reißt auf.
  • Vesikulös-dyshidrotische Form: Die seltene Form zeigt sich mit Bläschen an den Seiten der Füße und den Fußsohlen. Durch die dicke Hornschicht trocknen die Bläschen nur ein, anstatt aufzuplatzen. Das äußert sich typischerweise in Spannungsgefühl und starkem Juckreiz.

Fußpilz erkennen: Juckreiz

Frau kratzt sich an den Füßen © iStock.com/RyanKing999
2|8

Ein charakteristisches Symptom für Fußpilz ist mitunter quälender Juckreiz. Viele Betroffene bemerken durch das ausgeprägte Jucken im Zwischenraum der Zehen, dass sie an Fußpilz leiden.

Fußpilz erkennen: Schuppende Haut

Schuppende Haut zwischen zwei Zehen bei Fußpilz © iStock.com/kazunoriokazaki
3|8

Grundsätzlich können sich Hautpilze zwar überall am Fuß ansiedeln, meist befallen die Erreger jedoch zu Beginn die Zehenzwischenräume. Diese sind warm und feuchter als die übrige Haut am Fuß und bieten dem Pilz damit ideale Wachstumsbedingungen. Besonders oft sind die äußeren Zwischenräume betroffen, unbehandelt breitet sich Fußpilz dann von dort langsam über den gesamten Fuß aus.

Sichtbar wird der Befall durch Fußpilz in der Regel erst, wenn man die Zehen spreizt oder mit den Fingern auseinander zieht.

Fußpilz erkennen: Hautrisse

Hautrisse zwischen zwei Zehen bei Fußpilz © iStock.com/TuelekZa
4|8

Wird der Fußpilz nicht erkannt und behandelt, bilden sich aus den Schuppungen oft tiefe Hautrisse. Sie sind häufig sehr schmerzhaft und können sogar bluten. Da die Erreger in diesem Stadium bereits in tieferliegende Hautschichten eingedrungen sind, gestaltet sich die Behandlung schwieriger und dauert länger.

Fußpilz erkennen: Stark verhornte Haut

Stark verhornte Haut an der Fußsohle bei Fußpilz © iStock.com/Junghwan
5|8

In seltenen Fällen kann sich Fußpilz durch eine starke Verhornung an der Fußsohle bemerkbar machen. Meist bilden sich außerdem kleine Bläschen, die mit der Zeit austrocknen. Beides führt zu einem starken Jucken.

Fußpilz und Nagelpilz

Fuß mit Fußpilz und Nagelpilz © iStock.com/4kodiak
6|8

Wenn Fußpilz nicht behandelt wird, kann sich daraus zusätzlich Nagelpilz entwickeln: Die Erreger befallen dann nicht nur die Haut an den Füßen, sondern auch die Nägel der Zehen. Dies äußert sich meistens in Verfärbungen der Zehennägel, absplitternden Nägeln oder Rillen.

Fußpilz behandeln

Mann trägt Creme gegen Fußpilz auf Fußsohle auf © iStock.com/RyanKing999
7|8

Um Fußpilz erfolgreich zu behandeln, werden lokal wirksame Antimykotika mit den Wirkstoffen Bifonazol, Clotrimazol und Miconazol eingesetzt. Diese Mittel gegen Pilze gibt es als spezielles Spray, Cremes, Puder, Gele und Lösungen. Wenn auch die Zehennägel befallen sind, eignen sich zusätzlich spezielle Lacke gegen den Nagelpilz.

In schweren Fällen von Fußpilz wird eine systemische Therapie angewendet: Die Tabletten oder Kapseln mit Wirkstoffen gegen die Hautpilze dürfen in der Schwangerschaft jedoch nicht eingenommen werden.

Betroffene sollten die Behandlung auch nach Abklingen der Symptome für drei bis vier Wochen weiterführen. Nur so kann verhindert werden, dass Pilzsporen überleben und sich nach Absetzen der Medikamente wieder ausbreiten.

Hausmittel gegen Fußpilz?

Eichenrinde als Hausmittel gegen Fußpilz © iStock.com/13-Smile
8|8

Neben der Behandlung mit Antimykotika wird immer wieder diskutiert, ob man Hausmittel gegen Fußpilz einsetzen kann. Da sich Fußpilz unbehandelt ausbreitet und im ungünstigen Fall in tiefere Hautschichten und die Zehennägel vordringt, sollten Betroffene frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Hausmittel wie Teebaumöl, Essig oder Knoblauch können zwar mitunter die Symptome lindern, gegen die Erreger selbst können sie jedoch nicht viel ausrichten. Denn diese Hausmittel haben keine pilztötende Wirkung.

Zusätzlich zur antimykotischen Behandlung können entzündungshemmende Fußbäder mit Eichenrinde gemacht werden. Außerdem sollten Betroffene ihre Schuhe desinfizieren und Socken aus Baumwolle tragen. Diese sollten bei einem Befall mit Fußpilz besser täglich gewechselt und bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
B35.3

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin