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Scheidenpilz (Vaginalmykose): Ursachen, Symptome und Behandlung

juckender Scheidenpilz © iStock.com/Voyagerix

Juckreiz im Intimbereich, vermehrter Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen – drei von vier Frauen erkranken irgendwann einmal im Leben an einer Pilzinfektion der Scheide. Ursache ist in 80 Prozent der Fälle eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans. In der gesunden Scheide herrscht ein pH-Wert von 3,5 bis 4,5. Der Grund: Die in großer Anzahl vorkommenden Lactobazillen produzieren Milchsäure, die das Scheidenmilieu "sauer" machen und damit potenzielle Keime in Schach halten. Deshalb finden sich in der natürlichen Scheidenflora auch nur wenige Pilze. Gerät jedoch die Scheidenflora durch innere oder äußere Faktoren aus dem Gleichgewicht, kann es zu einer Vermehrung der Pilze kommen und in Folge dessen zu Krankheitszeichen.

Symptome von Scheidenpilz

Der normale Ausfluss ist durchsichtig bis milchig-weiß und fast geruchlos. Seine Menge und Beschaffenheit ist je nach Zyklusphase unterschiedlich: Kurz vor dem Eisprung ist er dünnflüssiger, glasiger und "spinnbar" (er lässt sich zum Faden ausziehen), in der späteren Zyklusphase eher weißlich und zäher.

Ändern sich Farbe, Beschaffenheit oder Geruch deutlich, muss die Ursache herausgefunden und gegebenenfalls medikamentös behandelt werden. Charakteristisch für eine Pilzinfektion (Candidose) ist ein weißlich-schmieriger bis krümeliger Ausfluss, der wie Hefeteig riecht. Häufige Symptome, die mit Scheidenpilz einhergehen, sind zudem Juckreiz und ein brennendes Gefühl in der Scheide. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind möglich.

Infektion durch Pilze oder Bakterien? Ausfluss als Hinweis

Scheideninfektionen werden in 60 Prozent aller Fälle durch Bakterien hervorgerufen. Juckreiz und Brennen können Anzeichen sowohl für eine Infektion mit Pilzen als auch mit Bakterien sein. Ein vermehrter Ausfluss mit fischigem Geruch spricht für eine bakterielle Infektion (bakterielle Vaginose).

Im Gegensatz dazu ist bei einer Pilzinfektion der Ausfluss gelblich oder weiß, anfangs etwa schmierig, später krümelig wie Quark und geruchlos oder nur hefig riechend. Absolute Sicherheit, welcher Erreger für die Scheideninfektion verantwortlich ist, kann der Arzt mit einem Abstrich erlangen.

Wie sieht Scheidenpilz aus?

Bei Scheidenpilz können im Bereich der Schamlippen Schwellungen und Rötungen auftreten. Auch der weißlich-krümelige Ausfluss kann sich als Belag auf den Schleimhäuten der Scheide absetzen. An den Rändern der Pilzinfektion können zudem kleine Bläschen zu sehen sein.

Ursachen: Wie ensteht Scheidenpilz?

Candida albicans ist ein sogenannter fakultativ pathogener Keim. Das bedeutet, er gehört zur normalen Haut- und Magen-Darm-Flora, kann aber unter gewissen Umständen Infektionen hervorrufen. 

Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Stress
  • übertriebene Genitalhygiene
  • ein veränderter Hormonhaushalt (Schwangerschaft, Wechseljahre, Pilleneinnahme)
  • Menstruation (durch das alkalisch konzentrierte Blut)
  • Spermien (Spermienflüssigkeit ist alkalisch)

Dies alles kann das empfindliche Scheidenmilieu durcheinanderbringen, so dass sich die Pilze vermehren können. Auch eine Schädigung der Milchsäure-Bakterien nach Antibiotika- oder Kortisonbehandlung kommt häufiger vor; seltener werden die Krankheitserreger beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Scheidenpilz ist äußerst ansteckend und kann durch engen Körperkontakt oder verunreinigte Oberflächen, beispielsweise im Bad, übertragen werden. Bei Männern kann dadurch ein Penispilz entstehen.

Risikofaktoren für Scheidenpilz

Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass Scheidenpilz entsteht: 

  • Pilze mögen es feucht und warm – deshalb: zu enge oder feuchte Kleidung vermeiden! Enge Jeans, Unterwäsche aus Kunstfasern oder ein nasser Badeanzug begünstigen Infektionen. Besser luftdurchlässige Kleidung tragen und nasse Kleidung schnell wechseln.
  • Richtige "Wischtechnik" beim Toilettenbesuch (immer von der Scheide weg in Richtung After), um eine Selbstinfektion zu vermeiden.
  • Parfümierte Mittel, alkalische Seifen oder übertriebene Hygiene können eine Infektion mit Candida albicans ebenfalls begünstigen. Besser pH-neutrale Präparate für die Reinigung verwenden.

Daneben kann eine Ernährungsumstellung nützlich sein. Ungesüßter Naturjoghurt verbessert das Darm- und Scheidenmilieu, eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen und Vollkornprodukten stärkt die Abwehrkraft. Diese einfachen Hausmittel helfen dabei, Scheidenpilz vorzubeugen.

Behandlung von Scheidenpilz

In den folgenden Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden: Wenn

  • eine Infektion das erste Mal auftritt
  • nach drei Tagen Therapie keine Besserung eintritt
  • eine Infektion immer wiederkehrt (mehr als viermal während der letzten 12 Monate)
  • junge Mädchen oder Schwangere betroffen sind
  • der Ausfluss blutig, gelb, grünlich oder übel riechend ist oder zusätzliche Beschwerden auftreten, zum Beispiel Bauchschmerzen oder Fieber

Bauchschmerzen sind bei Scheidenpilz eher ungewöhnlich und können beispielsweise auch ein Hinweis auf eine bakterielle Vaginose sein.

Medikamente gegen Scheidenpilz

Zur Behandlung von Pilzerkrankungen stehen wirksame Medikamente – sogenannte Antimykotika – Verfügung. Scheidenpilz wird mit Creme, Zäpfchen oder Scheidentabletten behandelt. zur Diese Präparate müssen über die vorgeschriebene Dauer und in der richtigen Art angewandt werden. So sollten die Zäpfchen mit dem beiliegenden Applikator eingeführt und beim Auftragen der Salbe Damm und After nicht ausgespart werden.

Ganz wichtig ist es aber auch, während einer Infektion auf die richtige Hygiene zu achten. Zur Unterstützung des sauren pH-Wertes im Intimbereich gibt es spezielle Pflegeprodukte.

Quellen und weitere Informationen

Aktualisiert: 09.06.2020 – Autor: Dagmar Reiche

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