Bromhidrose und Hypohidrose

Besonders unangenehm fallen Menschen auf, deren Schweiß stark unangenehm riecht. Sie sind von Bromhidrose betroffen. Der starke Geruch entsteht durch Bakterien, die den abgesonderten Schweiß auf der Haut zersetzen. Die Betroffenen sind besonders in ihrem sozialen Leben stark belastet und müssen sich häufig mit psychischen Begleitsymptomen auseinandersetzen: Sie werden am Arbeitsplatz und in der Freizeit oft ausgegrenzt und sind sozial stark isoliert.

Bromhidrose – stark riechender Schweiß

Meist geht die Bromhidrosis mit einer vermehrten Schweißproduktion einher. Hinter übel riechenden Schweißen kann auch eine Krankheit stecken; auch manche Medikamente verändern den Schweißgeruch. Besonders wenn eine Bromhidrosis bei Ihnen neu auftritt, sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Möglichkeiten zur Therapie bestehen von kleinen einfachen Methoden der Behandlung bis hin zum operativen Eingriff.

Therapie bei Bromhidrosis

Eine Bromhidrosis, für die keine weitere Ursache gefunden wurde, muss vom Dermatologen behandelt werden. Um Schweiß und Bakterien Paroli zu bieten, werden die Achselhaare rasiert. Anschließend wird eine alkoholische Lösung aufgetragen. Da die Achselregion sehr empfindlich ist, müssen Rasur und Behandlung sehr vorsichtig vorgenommen werden, um die gestresste Haut nicht noch weiter zu reizen.

In sehr schweren Fällen ist es möglich, die Schweißdrüsen operativ zu entfernen oder aber die Verbindung zu den Nerven zu kappen, die die Schweißdrüsen steuern. Abhängig davon, ob die übermäßige Schweißbildung Veranlagungssache ist oder psychische Ursachen hat, kommt auch eine psychotherapeutische Behandlung in Frage.

Hypohidrose – vermindertes Schwitzen

Eine verminderte Schweißabsonderung oder Schweißsekretion wie bei Hypohidrose ist selten krankhaft. Es gibt allerdings Erkrankungen, bei denen die verminderte Schweißproduktion bis hin zu ihrem kompletten Einstellen (Anhidrose) zum Symptomebild gehört und Beschwerden verursacht: Eine sehr trockene Haut, die schnell altert und zu Schäden neigt, reduzierte Tränen- und Speichelproduktion, Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen (sowohl Kälte als auch Hitze werden schlecht vertragen), die Tendenz zum Hitzestau und Fieber.

Solch eine Hypohidrose tritt zum Beispiel beim Morbus Fabry, bei der Zuckerkrankheit, als Folge von Nervenschädigungen oder Hauterkrankungen auf, kann aber auch eine von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein (zum Beispiel Antidepressiva). Therapeutisch kann man letztlich nur etwas symptomatisch gegen die trockene Haut bei Hypohidrose tun.

Aktualisiert: 24.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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