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Frühjahrssonne - Gefahr durch Ozonloch

Frau in der Sonne © rawpixel

Wenn die ersten Sonnenstrahlen nach einem langen Winter kommen, freut sich ganz Deutschland über den Frühling, der mit Sonne und milden Temperaturen einzieht. Doch die Sonnenfreude ist nicht immer ungetrübt. Im Frühjahr kann sich u. U. über Deutschland durch den so genannten Polarwirbel ein Ozonloch bilden. Der Polarwirbel ist ein Tiefdruckgebiet, das im Winter in der Stratosphäre über dem Nordpol rotiert. Wenn dieser Wirbel sich ungewöhnlich weit nach Süden verlagert, dann kann sich auch das Ozonloch vergrößern. Weil der Polarwirbel zur Bildung von ozonzerstörenden Gasen, den so genannten Chloroxiden, führt, vergrößert sich das Ozonloch über Europa. Die Chloroxid-Konzentrationen waren bei Messungen durch ein russisches Forschungsflugzeug doppelt so hoch wie in durchschnittlichen Wintern.

Hartnäckige Altlasten

Das für die Ozonschicht gefährliche Chlor geht zum Teil immer noch auf Treibgase in Spraydosen zurück, obwohl diese schon seit einigen Jahren verboten sind. Weil die Chlorverbindungen aber nur langsam in die Stratosphäre steigen und sich die Chloroxide nach der Ozonzerstörung immer wieder neu bilden, nimmt deren Gesamtkonzentration nur langsam ab. In dem Polarwirbel wird es sehr kalt. Auf Eiskristallen polarer Stratosphärenwolken bildet sich innerhalb des Polarwirbels Chloroxid. Im Sonnenlicht reagiert das Chloroxid sehr aggressiv mit dem Ozon in der Stratosphäre. So wird Ozon abgebaut und damit verliert die Ozonschicht ihre Filter-Wirkung für die UV-Strahlen der Sonne.

Nicht ohne meinen Sonnenschutz!

Für die Sonnentage bedeutet das: Sonnenschutz ist angesagt! Zwar steht die Sonne im Frühling noch relativ niedrig am Horizont und muss eine sehr große Atmosphärenschicht durchdringen. Daher ist die Gefahr von Sonnenbränden im Flachland geringer. Empfindliche Menschen sollten aber auch hier für ausreichenden Schutz vor der Sonne sorgen. Problematischer wird die Situation dagegen im Gebirge. Rodler, Skifahrer und Snowboarder sind unter diesen Bedingungen besonders sonnengefährdet. Im Gebirge sorgt schon die größere Nähe zur Sonne für eine deutlich stärkere UV-Strahlung; die Reflektion des Sonne durch den weißen Schnee tut ihr Übriges.

Erfrierungen bei Sonnenschein?

Bei strahlendem Sonnenschein lässt man sich oft dazu verleiten, den Sonnenschutz zu vernachlässigen. Tatsächlich aber muss man wie im Sommer auch auf der Piste die Einwirkzeiten von Sonnenschutzmitteln beachten. Ob Sonnencreme oder –milch: mindestens 30 Minuten sollte das Mittel auf der Haut einwirken können, bevor man in die Sonne geht.

Wer beim Wintersport viel schwitzt, sollte einen wasserabweisenden Sonnenschutz auftragen, der durch Schnee und Schweiß nicht abgewischt werden kann. Daneben können stark wasserhaltige Sonnenschutzmittel Erfrierungen direkt auf der Haut verursachen, weil beim Skifahren durch den Fahrtwind oft Temperaturen unter 0 C auf der Haut entstehen. In diesem Temperaturbereich kann nur ein spezieller Kältschutzbalsam, der wasserfrei und besonders fettreich ist, drohende Erfrierungen verhindern.

Übrigens: Sonnenschutzmittel sind nicht über Jahre haltbar, am besten jedes Jahr ein neues Mittel besorgen! Lippen nicht vergessen! Auch die empfindliche und nur ca. 1/20 Millimeter dicke Haut der Lippen wird durch die Wintersonne angegriffen. Ein pflegender Lippenstift mit eingebautem UV-Schutz gleicht die fehlenden Pigmente der Lippen aus.

UV-Index

Der UV-Index bewertet Sonnenintensität und Sonnenbrandgefahr auf einer Skala von 1-8.

  • Ein UV-Index von 2 - 4 bedeutet bereits für einen typischen Mitteleuropäer Sonnenbrandrisiko bei einer halben Stunde in der Sonne ohne Sonnenschutz.
  • Ist der UV-Index größer als 7, ist die Strahlenbelastung bereits auf ein sehr großes Maß angestiegen. Schon wer sich weniger als 20 Minuten der Sonne aussetzt, kann sich Verbrennungen zuziehen. Schutzmaßnahmen sind deshalb unbedingt erforderlich.

Anhand des UV-Index und des individuellen Hauttyps kann sich jeder für seine persönlich angemessenen Schutzmaßnahmen entscheiden. Da der UV-Index international einheitlich ist, ist zum Beispiel ein UV-Index 7 in Deutschland genauso zu bewerten wie in den Schweizer Alpen oder in Kanada.

Aktualisiert: 12.04.2012 – Autor: Susanne Köhler

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