Lifeline Logo

Solarium und Lichttherapie

Nichts tut der geschundenen Seele so gut wie eine geballte Ladung Sonne. Den Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und Wohlbefinden kannten auch schon die alten Griechen und Römer. Dort versuchte man Epilepsie, Gelbsucht oder Asthma mit Sonnenlicht zu heilen. Die heutige Sicht ist etwas anders: Zwar wird Sonnenlicht in der Medizin therapeutisch eingesetzt, gleichzeitig wird es als äußerst hautschädlich betrachtet.

Sonnenlicht gegen Winterdepression

Viele Menschen leiden zwischen Oktober und März unter einer sogenannten Winterdepression. Sie fühlen sich müde und schlapp, haben Heißhunger und nehmen entsprechend zu und sind oft tieftraurig. In den skandinavischen Ländern steigt während dieser Zeit die Selbstmordrate deutlich an.

Sonnenlicht steuert verschiedene Vorgänge im Körper, es dient unter anderem als Zeitschaltuhr. Das Licht gelangt über das Auge und elektrische Impulse auf die Haut zum Gehirn. Hier wird die "Hell-Dunkel"-Information genutzt, um bestimmte chemische Botenstoffe auszuschütten. Dazu gehören unter anderem Melatonin, das den Schlaf fördert, und die "Gute-Laune-Macher" Serotonin und Noradrenalin. Da scheint es sinnvoll zu sein, sich die Sonne aus dem Solarium zu holen.

Sonne aus der Steckdose ist gefährlich

Die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung ist gefährlich. Ein sicherer Anhaltspunkt dafür ist der rapide Anstieg an Hautkrebserkrankungen. Die Zahl der Neuerkrankungen war Ende der 90er Jahre gegenüber 1970 fast viermal so hoch. In Deutschland erkranken jährlich rund 100.000 Menschen an Hautkrebs – Tendenz steigend.

Zwar verträgt jede Haut eine begrenzte Menge an UV-Strahlen, unabhängig davon ob sie natürlich oder künstlich sind. In Solarien werden aber hauptsächlich UVA-Strahlen eingesetzt. Sie sorgen zwar für eine leichte Bräune, tragen aber gleichzeitig zur Hautalterung bei und fördern die Entstehung von Hautkrebs.

Außerdem taugt der Besuch eines Solariums nicht zur Vorbereitung auf den Urlaub, denn die Bräune durch UVA-Strahlen schützt nicht vor einem Sonnenbrand durch UVB-Strahlen. Hautärzte und Wissenschaftler, aber auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), lehnen die Sonne auf Knopfdruck inzwischen komplett ab.

Medizinische Lichttherapie

Von den deutlichen Warnungen vor der Kunstsonne sind Lichttherapien, die zum Beispiel bei einigen Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis eingesetzt werden, ausdrücklich ausgenommen. Hier werden Art und Menge der Bestrahlung vom Arzt kontrolliert.

Dieser eingeschränkten Empfehlung steht die gesicherte Kenntnis, dass Sonnenlicht Hautkrebs verursacht, gegenüber. Die neuesten Erkenntnisse lassen nämlich auch befürchten, das das bisherige Konzept der Hautkrebsvorsorge durch Sonnenschutzmittel nicht mehr haltbar ist. Umgekehrt könnte dies möglicherweise sogar bedeuten, dass ein Aufenthalt in der Sonne durch Sonnenschutzmittel das Hautkrebsrisiko noch erhöht.

Menschen mit Winterdepressionen stehen andere Mittel zur Verfügung. Neben einer medizinisch überwachten Lichttherapie mit Geräten, die frei von UVA, -B und -C Strahlung sind, kann es schon helfen, mehr Licht in die Wohnung oder an den Arbeitsplatz zu lassen. Gardinenfreie Zimmer mit vielen und hellen Lampen können das Stimmungstief bekämpfen. Viel Bewegung und frische Luft tun ein übriges.

Solarium überprüfen!

Wer trotzdem auf den Besuch im Solarium nicht verzichten will, der sollte sein Sonnenstudio vorher genau unter die Lupe nehmen. Mit dem Solarium-Check, den die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz herausgegeben hat, lässt es sich ganz einfach Punkt für Punkt testen. Wenn ein Punkt auf der Liste nicht abgehakt werden kann, dann sollte das Solarium auf keinen Fall benutzt werden.

Der Solarium-Check:

Das Sonnenstudio ist ein beaufsichtigtes Sonnenstudio (keine Münzautomaten!)hat mich auf die Gesundheitsschädlichkeit hingewiesen und mir Informationen über die Wirkung der UV-Strahlung ausgehändigt

Das Personal

  • lässt keine Personen unter 18 Jahren oder mit Hauttyp 1 auf die Sonnenbank
  • hat sich erkundigt, ob ich Medikamente genommen habe und darauf hingewiesen, dass ich ungeschminkt und ohne Parfüm auf die Sonnenbank sollte
  • hat meinen Hauttyp bestimmt
  • hat mich gefragt, wie lange mein letzter Solariumbesuch zurückliegt
  • hat meine Anfangsbesonnungszeit errechnet
  • hat sich nach eventuellen Sonnenbränden und Hautkrankheiten erkundigt
  • hat mir (ungefragt) eine Schutzbrille gegeben

Das Bräunungsgerät

  • ist mit dem Hinweis versehen "Vorsicht! UV-Strahlung kann Schäden an Augen und Haut verursachen. Schutzhinweise beachten!"
  • gehört laut Hinweis auf dem Solarium zum Gerätetyp II oder III
  • ist mit Angaben zur maximalen Anfangsbestrahlung und maximalen Höchstbestrahlung versehen
  • schaltet sich nach der Höchstbestrahlungsdauer automatisch ab

Aktualisiert: 08.06.2016 – Autor: gesundheit.de

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?