Kleine Wunden heilen schnell

Teils verheilte Wunde © sipa

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, schon ist es passiert: Das Gemüsemesser steckt in der Haut statt in der Apfelschale, der Bordstein hat das Knie erwischt, der Finger landet in einer Glasscherbe, der Kopf schaut sich die Welt von unten an. Was nun? Kleinere Verletzungen kommen im Alltag häufig vor, besonders Kinder ziehen sich schnell Wunden und Blutungen zu. Glücklicherweise sehen diese meist schlimmer aus als sie wirklich sind. Wie stark und wie lange eine Wunde blutet, hängt von ihrer Größe ab und davon, ob und welche Gefäße verletzt sind.

Abschürfen, quetschen, schneiden ...

Je nach Art der Verletzung lassen sich verschiedene Wunden unterscheiden, die mehr oder weniger weh tun und besser oder schlechter heilen:

  • Schürfwunde: Bei dieser typischen Verletzung im Kindesalter schabt sich die obere Hautschicht ab. Da in dieser viele Nerven, aber wenig Gefäße liegen, ist eine Schürfwunde sehr schmerzhaft, blutet aber nur sehr wenig (punktförmig). Stattdessen tritt Gewebswasser aus, eine klare gelbliche Flüssigkeit.
  • Platz-, Quetsch-, Risswunde: Eingeklemmte Finger, das Anschlagen des Kopfes auf einem Stein, Katzenkrallen, die sich in eine Hand haken, Angelhaken die statt im Fisch in der Hand landen – bei dieser Art von Verletzung sind die Wundränder zerfetzt und unregelmäßig. Die Wunde blutet mittelstark, oft folgt ein Bluterguss im umliegenden Gewebe. Und: Diese Verletzungen infizieren sich leicht.
  • Stich-, Schnittwunde: Spitze und scharfe Gegenstände zertrennen das Gewebe meist glatt, können aber sehr tief reichen. Die Wunde blutet eher stark, heilt aber in der Regel gut. Allerdings können dabei auch tieferliegende Strukturen wie z. B. Sehnen und Nerven verletzt werden.

Mit offenen Wunden zum Arzt

Wichtig: Blutungen, die stark und spitzend sind oder sich innerhalb einer halben Stunde nicht stoppen lassen, gehören zum Arzt. Gleiches gilt für Gesichtsverletzungen, tiefe Schnitt-, Platz- oder Quetschwunden, Verletzungen mit klaffenden Wundrändern und Fremdkörper, die sich nicht entfernen lassen. Eine selbst versorgte Wunde, die sich im Verlauf entzündet, gehört ebenfalls in Expertenhände.

Aktualisiert: 05.06.2012 - Autor: Dagmar Reiche

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