Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Diagnose und Behandlung

Fühlen Sie sich nach einem Infekt länger nicht wieder auf dem Damm oder haben einige der beschriebenen Beschwerden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Unterstützen die von Ihnen geschilderten Symptome den Verdacht auf die Diagnose Herzmuskelentzündung, wird er Sie zunächst körperlich untersuchen (insbesondere Herz und Lunge) und Ihren Blutdruck und Puls messen. Welche Untersuchungen außerdem erfolgen und wie die Behandlung einer Myokarditis erfolgt, erfahren Sie hier.

Diagnose einer Herzmuskelentzündung

Wichtige Untersuchungen zur Diagnose einer Myokarditis sind, neben der Untersuchung von Herz und Lunge beziehungsweise dem Messen von Puls und Blutdruck, auch das Elektrokardiogramm (EKG) und die Echokardiografie (Herzultraschall):

  • Im EKG zeigen sich insbesondere Herzrhythmusstörungen und andere Änderungen, die allerdings nicht spezifisch für die Myokarditis sind, sondern auch bei anderen Herzerkrankungen auftreten.
  • Mit der Echokardiografie lassen sich Ausweitungen der Herzhöhlen sowie Störungen der Koordination in der Herzbewegung nachweisen und die Leistung des Herzens messen; bei Entzündungen des Herzbeutels lässt sich eine dafür typische Flüssigkeitsansammlung zwischen Herzbeutel (Perikard) und Herzmuskel (Myokard) nachweisen, der sogenannte Perikarderguss. Doch auch die Ultraschallbefunde liefern nur Puzzleteile, sind aber nicht spezifisch.
  • Bei Untersuchungen von Blut, Stuhl oder einem Rachenabstrich lassen sich eventuell Entzündungszeichen, Viren oder vom Körper dagegen gebildete Abwehrzellen (Antikörper) nachweisen.
  • Eine weitere Untersuchung ist die Szintigrafie, bei der entzündete Zellen weniger aktiv sind und deshalb weniger von einer gespritzten Substanz einlagern.
  • Mit einer Kernspintomografie (Kardio-MRT) lassen sich Entzündungsherde und Vernarbungen des Muskelgewebes gut darstellen – die Untersuchung ist zwar teuer, liefert dafür aber recht spezifische Ergebnisse.
  • Ist nach diesen Untersuchungen die Verdachtsdiagnose noch immer nicht gesichert, wird eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel (Myokardbiopsie) und/oder Flüssigkeit aus dem Herzbeutel entnommen.

Welche diagnostischen Maßnahmen getroffen werden, ist abhängig vom Zustand des Betroffenen, seinem Alter, den Begleiterkrankungen und den eventuellen Konsequenzen für die Therapie.

Behandlung einer Myokarditis

Mediziner schätzen, dass eine Herzmuskelentzündung in mindestens 90 Prozent der Fälle unbemerkt bleibt und von alleine wieder ausheilt. Doch bei den restlichen Fällen kann es mitunter zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen, weshalb die richtige Therapie entscheidend ist.

So wenig es spezifische Symptome gibt, so wenig kann die Myokarditis spezifisch behandelt werden. Stattdessen stehen im Vordergrund allgemeine Maßnahmen: Bettruhe, später körperliche Schonung (kein Sport, keine schwere körperliche Arbeit), bis sich die Befunde normalisiert haben. Dazu wird gegebenenfalls die zugrunde liegende Krankheit beziehungsweise Infektion behandelt.

Hat sich die Myokarditis auf die Herzfunktion ausgewirkt, werden diese Symptome mit Medikamenten gegen Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen therapiert. Bei schweren Verlaufsformen werden Behandlungsmethoden mit speziellen Medikamenten bis hin zur Herztransplantation durchgeführt – allerdings nur in darauf spezialisierten Kliniken.

Aktualisiert: 15.11.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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