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Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Ursache und Symptome

Brustkorbschmerzen bei Herzmuskelentzündung © istockphoto, forrest9

Mit einer Entzündung der Herzmuskeln ist nicht zu spaßen. Zwar verläuft sie vielfach unbemerkt, wird aber nicht selten bei der Autopsie von Menschen mit ungeklärter Todesursache gefunden. Die Symptome sind oft recht unspezifisch – gerade deshalb ist eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) so schwer zu erkennen. Wie häufig die Myokarditis wirklich vorkommt, weiß keiner so genau – die Dunkelziffer unerkannter Fälle ist sehr hoch. Doch bei der Autopsie junger, plötzlich verstorbener Erwachsener wird bei etwa 10 Prozent der Fälle ihr Tod einer Herzmuskelentzündung zugeschrieben, im Kindesalter sind es sogar 16 bis 21 Prozent.

Ursachen einer Herzmuskelentzündung

Die Ursachen einer Herzmuskelentzündung sind vielfältig. Sie kann durch eine Infektion mit verschiedensten Erregern – Viren, Bakterien, Protozoen, Parasiten und Pilzen – ausgelöst werden oder die Folge einer überschießenden Abwehrreaktion (Autoimmunreaktion) sein. Ein bekanntes Beispiel sind etwa Erkältungserreger. Wer trotz Erkältung Sport treibt und sich nicht ausreichend schont, riskiert, dass die Erreger durch den Körper bis ins Herz wandern und dort eine Entzündung auslösen.

Eine Herzmuskelentzündung kann zudem durch chemische, potenziell giftige Substanzen (zum Beispiel Drogen oder Medikamente wie bestimmte Antibiotika oder Chemotherapeutika) oder auch physikalische Reize (zum Beispiel Strahlen) verursacht werden. Außerdem kann eine Myokarditis nach einem Herzinfarkt und einer Herzoperationen auftreten.

In unseren Breitengraden ist der mit Abstand häufigste Grund eine Virus-Infektion, meist mit dem Coxsackie-Virus Typ B. Die auf die Infektion und entsprechende Immunreaktion folgende Entzündung zerstört die Herzmuskelzellen, das sie umgebende Bindegewebe und die darin liegenden kleinen Gefäße. Manchmal breitet sich die Entzündung auch auf den Herzbeutel (Perikard) aus – dann spricht man von Perimyokarditis.

Symptome einer Herzmuskelentzündung erkennen

Die Symptome einer Myokarditis sind recht unspezifisch – das macht die Diagnose so schwierig. Die Betroffenen berichten häufig über einen vorausgegangenen Infekt der oberen Atemwege mit entsprechenden Beschwerden. Die Herzmuskelentzündung selbst kann sich zum einen durch allgemeine Symptom äußern:

  • Leistungsknick und Schwächegefühl
  • Ermüdbarkeit
  • Fieber
  • Unruhe
  • aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen

Dies alles sind Beschwerden, die einer Grippe oder Erkältung ähneln und dann oft einem Atemwegsinfekt zugeschrieben werden. Daneben sind aber noch weitere Symptome möglich, welche das Herz betreffen.

Nicht immer sind Anzeichen am Herz vorhanden

Nicht immer treten herzspezifische Beschwerden auf, die durch Herzrhythmusstörungen, Reizungen des Herzbeutels und eine eingeschränkte Herzleistung (Insuffizienz) hervorgerufen werden:

  • beschleunigter Puls (auch ohne körperliche Anstrengung)
  • Herzrasen oder -stolpern
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Druckgefühl oder Schmerzen im Brustkorb
  • Schwindel und Ohnmachtsanfälle

Die häufigsten dieser Beschwerden sind Müdigkeit und Luftnot, gefolgt von Herzklopfen und Brustschmerzen.

Myokarditis: Schwerer Verlauf möglich

Im schlimmsten Fall – bei einer sehr akuten Verlaufsform – kann sich innerhalb kurzer Zeit eine lebensbedrohliche Herzschwäche entwickeln; auch ausgeprägte Herzrhythmusstörungen können zum plötzlichen Herztod führen. Solch schwere Verläufe treten immerhin bei einem Drittel der Patienten mit einer virusbedingten Myokarditis auf.

Bei einem weiteren Drittel geht die akute Form in eine chronische über, heilt also nicht ganz aus und beeinträchtigt die Herzfunktion dauerhaft. Die übrigen Betroffenen erholen sich komplett oder überwiegend von der Herzmuskelentzündung.

Aktualisiert: 15.11.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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