Arzttermin trotz Corona – was tun?

Patientin mit Mundschutz in der Arztpraxis
© Getty Images/Luis Alvarez/DigitalVision

Insbesondere seit der Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante infizieren sich immer mehr Menschen (teilweise auch mehrmals) mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Dies führt nicht nur dazu, dass aus Angst vor einer Ansteckung noch immer viele Menschen Arztbesuche vermeiden, sondern dass sich viele Leute auch konkrete Fragen zum Verhalten bei einer Infektion stellen. Sollte man bei einer Corona-Infektion eine Praxis aufsuchen? Muss man einen Arzttermin zwingend absagen, wenn man an COVID-19 erkrankt ist? Und darf man Begleitpersonen zu Arztterminen mitbringen? Welche Verhaltensregeln in Arztpraxen und Krankenhäusern zu beachten sind, lesen Sie im Folgenden.

Arzttermin während Corona-Pandemie – was muss ich beachten?

Haben Sie wegen einer bestehenden Erkrankung, akuten Beschwerden (die nicht auf eine Corona-Infektion hindeuten) oder einer Vorsorgeuntersuchung einen Arzttermin vereinbart, können und sollten Sie diesen aktuell auch wahrnehmen.

Möchte man aufgrund des potenziellen Ansteckungsrisikos einen Termin vor Ort vermeiden, kann in der digitalen Sprechstunde geklärt werden, ob – zum Beispiel bei einer leichten Erkrankung – ein persönlicher Besuch in der Praxis trotzdem notwendig ist. Videosprechstunden sind auch dann eine Option, wenn man zuvor noch kein*e Patient*in in der Praxis war.

Auch eine Krankschreibung ist im Rahmen einer digitalen Videosprechstunde weiterhin möglich, solange für die Diagnose keine körperliche Untersuchung notwendig ist. Die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen, besteht nach zwischenzeitlicher Aussetzung der Regelung seit dem 4. August 2022 wieder. Bei Personen mit leichten Atemwegsbeschwerden ist eine Krankschreibung per Telefon für sieben Tage möglich, mit maximal einer Verlängerung um eine weitere Woche. Auch Folgerezepte dürfen weiterhin nach telefonischer Anamnese ausgestellt und per Post verschickt werden.

Die Option, therapeutische Sitzungen, wie Physiotherapie- oder Logopädiestunden, online wahrzunehmen, wurde am 1. April 2022 aufgehoben.

Die Regelungen können je nach Pandemiegeschehen wieder angepasst werden.

Brauche ich einen negativen Corona-Test?

Ein negativer Antigen- oder PCR-Test kann in einer medizinischen, therapeutischen oder pflegerischen Praxis nicht als Voraussetzung für eine Behandlung verlangt werden. Im Krankenhaus sind diese Regelungen jedoch etwas strenger.

Weiterhin besteht in Arztpraxen eine Maskenpflicht, je nach Bundesland kann diese auch therapeutische Praxen betreffen. Darüber hinaus können diese Praxen auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, um das Tragen von Masken zu verlangen.

Arztbesuch trotz Corona-Infektion – was ist möglich?

Grundsätzlich gilt: Vermuten Sie aufgrund typischer Symptome wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen, dass Sie an einer Infektion mit dem Coronavirus leiden könnten oder ist ein Antigen-Schnelltest beziehungsweise PCR-Test sogar positiv ausgefallen, dann sollten Sie nicht einfach Ihre*n Arzt*Ärztin aufsuchen. Ist es nicht dringend notwendig, dass Sie den Termin wahrnehmen (beispielsweise ein routinemäßiger Kontrolltermin in einer zahnärztlichen Praxis), empfiehlt es sich unbedingt, den Termin zu verschieben.

Ansonsten sollten Sie vor Aufsuchen der Praxis das dortige Personal telefonisch über Ihre Symptome oder Ihr positives Testergebnis informieren. Einige hausärztliche Praxen bieten die Möglichkeit einer speziellen Sprechstunde für Personen mit COVID-19 an, teilweise kann in diesem Rahmen dann auch direkt ein PCR-Test erfolgen. Auch andere Praxen haben sich zum Teil darauf eingestellt, in dringenden Fällen auch Patient*innen mit einer Corona-Infektion in speziell abgetrennten Bereichen zu empfangen.

Bitte informieren Sie sich telefonisch in Ihrer Praxis, welche Möglichkeiten im Fall einer (potenziellen) Corona-Infektion bestehen und ob – und falls ja in welcher Weise – Sie Ihren Termin wahrnehmen können.

Arzttermin: Was fällt aus und was findet statt?

Aktuell können die meisten Arzttermine auch wahrgenommen werden. Da sich die Pandemie-Lage sehr dynamisch entwickelt, entscheiden die zuständigen Stellen in regelmäßigen Abständen jedoch erneut, welche Untersuchungen stattfinden. Die Regelungen gelten daher immer nur temporär.

Insbesondere mit Blick auf mögliche Engpässe durch Corona-Infektionen bei medizinischem Personal oder durch eine hohe Auslastung von Intensivbetten in Krankenhäusern kann es beispielsweise bei planbaren Operationen weiterhin zu Verschiebungen kommen. Im Zweifelsfall werden Sie telefonisch oder schriftlich darüber informiert, sollte Ihr bereits geplanter Termin nicht stattfinden.

Welche Regeln gelten im Krankenhaus?

Da Patient*innen in Krankenhäusern bei einer COVID-19-Infektion generell einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf ausgesetzt sind, gilt in Krankenhäusern bundesweit für Besucher*innen (unabhängig von einer bestehenden Impfung oder Genesung) eine Testpflicht. Das heißt, bei Besuch des Krankenhauses muss ein Nachweis über einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest (einer offiziellen Teststelle) vorgelegt werden, der nicht älter als 24 Stunden ist. Einige Krankenhäuser haben dafür eigene Teststationen auf dem Gelände.

Bei Erkältungssymptomen oder Fieber ist Besucher*innen der Zutritt auch bei negativem Test häufig nicht gestattet. Das Tragen einer FFP2-Maske oder einer medizinischen OP-Maske ist darüber hinaus Pflicht.

Für die Bereiche der Kinder- und Jugendmedizin sowie für palliativmedizinische Stationen können Ausnahmeregelungen gelten.

Je nach Pandemiegeschehen können hinsichtlich der Länge des Besuches, der Anzahl der täglichen Besucher*innen oder auch eines kompletten Besuchsverbotes für die verschiedenen Krankenhäuser auch unterschiedliche Regelungen gelten. Es empfiehlt sich also, sich vor einem Besuch telefonisch oder auf der Webseite des jeweiligen Krankenhauses über bestehende Regeln zu informieren.

Entbindung im Krankenhaus

Geburten finden auch während der Corona-Pandemie im Krankenhaus statt. Selbst Frauen, die möglicherweise oder bestätigt mit dem Coronavirus infiziert sind, können laut Bundesministerium für Gesundheit im Krankenhaus entbinden. Allerdings ist es für diesen Fall sehr wichtig, dass das Krankenhaus vorab informiert wird, um die entsprechenden Vorkehrungen treffen zu können.

In der Regel ist eine gesunde Begleitperson im Kreißsaal erlaubt. Meist legen die Entbindungskliniken individuelle Regelungen fest, zum Beispiel das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder dass Begleitpersonen einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Welche Regelung gilt und ob der Besuch auf der Wochenbettstation möglich ist, erfragen Sie am besten beim jeweiligen Krankenhaus.

Darf ich eine Begleitperson zum Arzt mitnehmen?

Grundsätzlich gelten für Begleitpersonen die gleichen Regelungen wie für Patient*innen: Bestehen Symptome einer Coronavirus-Infektion oder liegt sogar ein positiver Test vor, sollte diese Person nach Möglichkeit nicht zum Arzttermin mitkommen. Besteht keine andere Option, etwa weil der*die Patient*in dringend auf die Hilfe der betroffenen Person angewiesen ist, sollte auch hier das Personal in der Praxis vor dem Termin telefonisch informiert werden.

Genau wie bei einem Besuch im Krankenhaus gilt: Ein negativer Antigen- oder PCR-Test ist auch für Begleitpersonen Voraussetzung zum Betreten der Klinik. Auch dürfen keine Symptome bestehen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen könnten. Ist die Begleitperson erkrankt und wird ein*e Fahrer*in benötigt, kann die medizinisch notwendige Fahrt zum Krankenhaus auch ärztlich verschrieben werden. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten, beispielsweise für ein Taxi.

Je nach Infektionsgeschehen kann es auch zu Einschränkungen für Begleitpersonen kommen. Sind Sie sich unsicher, fragen Sie bei Vereinbarung des Arzttermins oder kurz vor dem Termin noch einmal telefonisch nach.

Zehn Regeln für den Arzttermin trotz Corona-Pandemie: So verhalten Sie sich richtig

Wer einen Arzttermin wahrnehmen muss, sollte bei seinem Praxisbesuch zur Minimierung des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus für sich und andere folgende Regeln einhalten:

  1. Rufen Sie vorher an: Erscheinen Sie nicht unangemeldet in der Praxis. So werden größere Menschenansammlungen im Wartezimmer vermieden.
  2. Kommen Sie allein: Wenn möglich, verzichten Sie auf eine Begleitperson. Bei Kinderarztbesuchen gilt: Lassen Sie Geschwisterkinder, wenn möglich, besser zu Hause.
  3. Erscheinen Sie pünktlich: Betreten Sie die Praxis weder deutlich zu früh noch zu spät. So vermeiden Sie unnötige Wartezeiten in den Räumlichkeiten.
  4. Meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel: Besonders Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, wird empfohlen: Fahren Sie nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Praxis.
  5. Nehmen Sie ein Handy mit: Möglicherweise werden Sie darum gebeten, draußen zu warten, bis Sie angerufen werden. Auf diese Weise kann das Personenaufkommen in den Räumen minimiert werden.
  6. Desinfizieren Sie sich die Hände: Vor und nach Betreten der Räumlichkeiten sollten Sie sich möglichst die Hände desinfizieren. Viele Praxen haben entsprechende Desinfektionsmittelspender für die Patient*innen aufgestellt.
  7. Verzichten Sie auf den Handschlag: In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist es höflicher, anderen zur Begrüßung nicht die Hand zu reichen. Beim Händeschütteln besteht die Gefahr einer Schmierinfektion. Es wird daher dringend davon abgeraten.
  8. Halten Sie sich an Hygieneregeln: Auch in Arztpraxen gilt: Husten und niesen Sie in Ihre Armbeuge, fassen Sie sich mit den Händen nicht ins Gesicht und waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände.
  9. Gehen Sie auf Abstand: Überall dort, wo es möglich ist, sollten Sie vom Praxispersonal und anderen Patient*innen den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Die Gruppenbildung vor der Praxistür ist ebenfalls zu vermeiden.
  10. Tragen Sie einen Mundschutz: Durch das Tragen einer FFP2-Maske oder einer medizinischen OP-Maske werden Ihr Atemstrom und der Schleimauswurf beim Husten oder Niesen gebremst. Eine solche Maske kann deshalb auch dazu beitragen, Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Eine FFP2-Maske kann zudem in einem gewissen Maß auch die tragende Person vor einer Infektion schützen.

Quellen

Aktualisiert: 04.08.2022
Autor*in: Viola Lex; überarbeitet: Jasmin Rauch

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